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Sparen für später: Die 8 besten Formen der Altersvorsorge

von Tanja Koch Veröffentlicht am 7. Mai 2019
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Mit einer privaten Altersvorsorge für die Rente zu sparen ist definitiv sinnvoll. Von Riester-Rente bis Aktienfonds - das sind die verschiedenen Möglichkeiten.

Jede vierte Frau hat keine private Altersvorsorge. Das Ergab eine Studie des Verbandes für die Versicherungswirtschaft. Doch gerade Frauen haben es nötig, für die Rente vorzusorgen. Denn im Schnitt erhalten sie später rund 40 Prozent weniger Rente als Männer.

Frauen in Beziehungen machen sich dadurch vom Partner abhängig. Und bei Trennung oder Tod kann es zum finanziellen Engpass kommen.

Sich auf die gesetzliche Rente zu verlassen, ist auch nicht empfehlenswert. Allerdings sieht es hier etwas besser aus, als es auf den ersten Blick wirkt.

Gesetzliche Rentenversicherung: Besser als ihr Ruf

Da es in Deutschland immer mehr Rentenbezieher gibt, aber immer weniger Einzahler, ist das Vertrauen in die gesetzliche Rente enorm gesunken. Zudem fällt sie sehr gering aus bei Menschen, die wenig verdienen oder nur in Teilzeit arbeiten. Und doch ist sie noch immer eine wichtige Säule der Altersvorsorge.

Grundsätzlich funktioniert die gesetzliche Rente so: Über die gesamte Lebenszeit sammeln Beitragszahler Punkte. Wer das durchschnittliche Jahreseinkommen von 37 873 Euro verdient, erhält genau einen Punkt. Wer 20 Prozent mehr verdient, erhält 1,2 Punkte, wer 20 Prozent weniger verdient, erhält 0,8 Punkte.

Auch Kindererziehungszeiten berücksichtigt die gesetzliche Rentenversicherung inzwischen. Pro Kind gibt es für maximal drei Jahre einen Punkt pro Jahr. Wer in den ersten drei Jahren nach der Geburt des Kindes arbeitet, bekommt die Kindererziehung trotzdem angerechnet. Je nach Gehalt wird unter Umständen aber nur ein Teil des Erziehungspunktes gewährt. Verdient das für die Kindererziehung hauptsächlich verantwortliche Elternteil in den zehn Jahren nach der Geburt unterdurchschnittlich, kann der Rentenanspruch im Rahmen der "Kinderberücksichtigungszeiten" um bis zu 50 Prozent aufgesteckt werden.

Die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen

Zwar gibt es zur gesetzlichen Rente auch Gutes zu sagen: Beispielsweise beinhaltet sie neben der Altersrente, auch die Erwerbsminderungsrente, die Hinterbliebenenrente oder die Übernahme von Kosten für Reha-Maßnahmen. Im Krankheits- oder Todesfall kann das finanzielle Katastrophen eindämmen. Zudem sollen die Renditen auch langfristig bei zwei bis drei Prozent liegen und damit sehr viel höher als der Sparzins.

Doch ausreichen wird die gesetzliche Rente trotzdem nicht: Die meisten Menschen in Deutschland verdienen nicht 45 Jahre lang jedes Jahr das Durchschnittsgehalt. Und selbst die Menschen, die das Durchschnittsgehalt verdienen, erhalten nur eine Rente von 1396 Euro pro Monat. Die private Rentenvorsorge ist also in jedem Fall sinnvoll!

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Die Möglichkeiten, privat für die Rente zu sparen, lassen sich in Formen der privaten Altersvorsorge mit staatlicher Förderung sowie der privaten Altersvorsorge ohne staatliche Fördern einteilen.

Private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Riester-Rente

Auch die Riester-Rente hat keinen guten Ruf. Für alle, die Kinder haben, lohnt sie sich aber ganz besonders. Und wer viel verdient, kann mit der Riester-Rente Steuern sparen. Denn die Einzahlungen können bis zu 2100 Euro im Jahr als Sonderausgaben angegeben werden.

​Der Mindesteigenbetrag für die Einzahlungen liegt bei 60 Euro. Um staatliche Förderung zu erhalten, muss die Einzahlung mindestens 4 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens betragen.

Jedes Jahr steuert der Staat 175 Euro Grundzulage bei. Wer den Riester-Vertrag abschließt, bevor er 25 ist, erhält einmalig einen Bonus von 200 Euro. Pro Jahr gibt es noch einmal bis zu 300 Euro für ein ab 2009 geborenes Kind. Für ältere Kinder zahlt der Staat 185 Euro pro Jahr.

Wer eine Immobilie kaufen möchte oder gerade abbezahlt, kann von der Riester-Rente profitieren. Denn der Staat fördert im Rahmen dieser privaten Altersvorsorge auch Bausparverträge oder die Tilgung von Immobiliendarlehen. Ein Fonds-Sparplan lässt sich ebenfalls fördern. Dort ist die Chance auf hohe Rendite besonders groß. Und die Einzahlungen und Förderungen sind einem in jedem Fall sicher - selbst bei Verlusten des Fonds.

Die Förderung eines Banksparplans ist zwar relativ sicher, allerdings gibt es keine hohe Rendite. Eine Rentenversicherung mit Riester abzuschließen ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Denn neben einer langen Vertragsbindung sind die Kosten sehr hoch.

Anspruch auf Förderung haben alle Mensche mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung sowie Eltern in Elternzeit. Auch bei einem Minijob ist Förderung möglich - wenn die Beiträge aus eigener Tasche aufgestockt werden, die der Arbeitgeber zahlen würde.

Auch über den Ehepartner kann eine Riester-Rente abgeschlossen werden, etwa wenn einer der beiden selbstständig ist. In diesem Fall können beide Partner gemeinsam bis zur Obergrenze von 2100 Euro Beiträge zahlen.

  • Rürup-Rente

Die Rürup-Rente ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die sich vor allem für Selbstständige lohnt, da sie nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Der Staat fördert die Rürup-Rente in Form von Steuerersparnissen. Bis zu 20 392 Euro Einzahlung können jedes Jahr bei der Steuererklärung als Sonderausgaben erklärt werden.

Selbstständige können bis zu knapp 24 000 Euro pro Jahr in einen Rürup-Vertrag einzahlen.

Auch Angestellte mit sehr hohem Einkommen profitieren von der Rürup-Rente, da sie viele Steuern sparen können. Sie dürfen allerdings nicht so viel einzahlen wie Selbstständige. Vom Höchstbetrag müssen sie die Beiträge abziehen, die sie und der Chef für die gesetzliche Rente zahlen.

Nachteil der Rürup-Rente ist die geringe Flexibilität. Geht das eigene Unternehmen pleite oder ändert sich etwas am Gehalt, wird es schwierig. Denn wer den Vertrag kündigt, macht Verluste.

  • Betriebsrente

Auch die Betriebsrente fördert der Staat in Form von Ersparnissen bei der Steuer und den Sozialabgaben. Zudem unterstützt der Arbeitgeber beim Sparen. Ab 2019 ist das bei Neuverträgen sogar Pflicht, in ein paar Jahren auch bei bestehenden Verträgen.

Ob die Betriebsrente eine Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse, Unterstützungskasse oder Direktzulage ist, entscheidet der Arbeitgeber.

Auf Beiträge bis zu 268 Euro im Monat müssen Arbeitnehmer mit Betriebsrente keine Sozialabgaben zahlen. Bis zu 536 Euro pro Monat können bei der Steuererklärung angegeben werden.

Wer den Job wechselt, hat zwar einen Rechtsanspruch auf sein erspartes Guthaben. Nicht aber auf die gleichen Konditionen beim neuen Arbeitgeber.

Zudem ist die Betriebsrente nicht geeignet, um einen Immobilienkauf zu finanzieren, da das Geld bis zum Ende der Laufzeit nicht zugänglich ist.

Private Altersvorsorge ohne staatliche Förderung

  • Freiwillige Beitrage an die gesetzliche Rentenversicherung

Es klingt erst einmal merkwürdig, doch es ist möglich, freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen. Und es ist sogar sinnvoll. Die Rendite ist nämlich höher als der aktuelle Sparzins.

Allerdings gilt das nicht für jeden. Einzahlen können Selbstständige (etwa Betreiber eines Geschäfts) - und zwar zwischen 83,70 und 1209 Euro monatlich. Wer einen festen Job hat, muss mit den Einzahlungen bis zum 50. Lebensjahr warten.

  • Fondssparplan

Auch unabhängig von der Riester-Rente lässt sich ein Fondssparplan als private Altersvorsorge nutzen. Ein gewisses Risiko ist zwar da. Wer mindestens zehn bis 15 Jahre Zeit hat (Einbrüche also aussitzen kann) und breit gestreute Indexfonds wählt (etwa den MSCI World), kann das Risiko eindämmen.

Mehr über Fondssparen erfährst du hier.

  • Kapitallebens- und Rentenversicherung

Kapitallebens- und Rentenversicherungen wurden lange genutzt. Gegen Ende der Laufzeit bietet sie entweder eine größere Summe auf einmal oder eine monatliche Rente.

Da die Rendite enorm gesunken und der Abschluss teuer ist, ist von dieser Art der privaten Rentenvorsorge abzuraten. Aufgrund der langen Vertragsbindung rät die Verbraucherzentrale sogar, Lebensversicherung und Rentenvorsorge in jedem Fall zu trennen.

Wer bereits eine solche Versicherung hat, sollte aber durchhalten. Denn bei einem Abbruch kommt es zu Verlusten.

  • Banksparplan

Der Banksparplan hat den großen Nachteil, dass die Sparzinsen sehr niedrig, die Abschlusskosten aber sehr hoch sind. Deshalb gibt es auch nur noch wenige Anbieter dieser Form der privaten Rentenvorsorge.

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