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Selbstsicher im Job: 7 Experten-Tipps für schlagfertiges Auftreten

Tanja Koch
von Tanja Koch Veröffentlicht am 18. Januar 2019
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Wer sich im Job selbstsicher gibt, ist oft erfolgreicher. Bestseller-Autorin und Coach Nicole Staudinger gibt Tipps, wie auch du gegenüber Kollegen schlagfertig und selbstbewusst wirkst.

Von Meinungsverschiedenheiten bei einem Projekt bis zum beleidigenden Feedback durch den Chef oder Kollegen - wer im Job selbstsicher ist, hat es oft leichter. Schlagfertigen Menschen wird zum Beispiel mehr zugetraut, erklärt Autorin und Coach Nicole Staudinger.

Die gute Nachricht: Selbstsicheres und schlagfertiges Auftreten lässt sich erlernen, allerdings nicht von heute auf morgen. "Schlagfertig zu werden ist ein Prozess. Es hat viel damit zu tun, wie ich mit mir selber rede, wie ich zu mir selber bin"​, erklärt Staudinger.

Wer selbstsicherer werden möchte, sollte sich zudem klar machen: Everybody's Darling und Schlagfertigkeitsqueen sind nicht immer zu vereinbaren. Das Bedürfnis, es allen rechtzumachen, steht deinem Selbstbewusstsein also im Weg.

"Schlagfertigkeitsqueen" heißt auch Nicole Staudingers Buch, das mehrere Monate lang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Dort findest du Tipps zum Thema Selbstsicherheit im Job über diesen Artikel hinaus. Du kannst es hier bei Amazon bestellen.

Tipp 1: Hör' auf, dir jeden Schuh anzuziehen

Nicole Staudinger hatte bereits zigtausend Frauen in ihren Seminaren. Sie glaubt, dass geringe Selbstsicherheit schon eher ein Frauenproblem ist. "Männer verstehen die emotionale Ebene einer Aussage oft nicht und ziehen sich deshalb nicht jeden Schuh an", erklärt sie. Viele Frauen hingegen nehmen sich unsachliche Kritik im Job zu Herzen und suchen die Schuld oft bei sich.

"Da ich mit vier Männern zusammen wohne, kann ich aus Erfahrung sagen, dass Männer sich einfach von Natur aus geil finden", sagt Staudinger. "Sie stehen morgens auf, schauen in den Spiegel und denken: 'Läuft bei dir!' Also wenn ich morgens im Bad nackt vor der Dusche stehe - dass ich da mal 'Läuft bei dir!' dachte, das ist schon eine ganze Weile her..."

Das Selbstbild vieler Frauen sei einfach nicht so positiv. Und mit einem geringeren Selbstwertgefühl, sei es eben auch schwieriger schlagfertig zu sein. Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu mehr Schlagfertigkeit sei deshalb, sich selbst lieben zu lernen.

Tipp 2: Mach' dir klar, was Selbstoptimierung für die Wirtschaft bedeutet

Als Ursache des oben beschriebenen Problems sieht die Expertin das Frauenbild, das uns durch Werbung vorgelebt wird. "Wir sollten uns bewusst machen, dass vom Selbstoptimierungswahn der Frau auch die Weltwirtschaft abhängt", merkt Staudinger an.

Hätten Frauen ein ähnliches Selbstbild wie Männer, würden sie die unendlich vielen Produkte, die zum Beispiel Schönheit versprechen, nicht mehr kaufen. Die entsprechenden Unternehmen hätten dann ein echtes Problem. "Sich das klar zu machen, kann schon helfen, das Selbstwertgefühl zu steigern", sagt die Expertin.

Tipp 3: Fokussiere, was du gut kannst, und nicht, was du nicht kannst

Wer in den Spiegel schaut und sich nur auf die Makel konzentriert, prägt sich sein negatives Selbstbild immer weiter ein. Um sicherer aufzutreten und schlagfertiger zu werden, sollten Frauen genau das Gegenteil tun, erklärt die Schlagfertigkeits-Trainerin. Den Fokus verschieben - von Dingen, die ich nicht kann, auf Dinge, die ich gut kann.

"Wenn Excel nicht so mein Ding ist, dann kann ich mich darin verbeißen und dafür schlecht fühlen. Ich kann aber auch einfach einen Kurs belegen, sofern ich Excel für meinen Job brauche. Oder ich überlasse Excel den anderen und freue mich darüber, dass ich zum Beispiel mit Word sehr gut umgehen kann", empfiehlt Staudinger.

Das Problem im Alltag: Wer sich, um beim Beispiel zu bleiben, zuerst mit Excel abmüht, ist danach vielleicht so frustriert, dass er den gesamten restlichen Tag unter seinen Fähigkeiten bleibt. Sinnvoller wäre, sich zuerst eine halbe Stunde mit Word zu beschäftigen. "​Mit der positiven Einstellung, die ich da gewinne, setze ich mich an Excel", sagt Staudinger.

Als einer der Gründe für unseren Fokus auf negative Dinge sieht sie das Bildungssystem. Es vermittele uns, dass wir alles können müssen. "Es wäre besser, Schüler in ihren Stärken zu stärken und ihnen zu helfen, ihre Schwächen zu akzeptieren", sagt Staudinger.

Tipp 4: Höre auf, dich über verpasste Chancen zu ärgern

Wer nicht besonders schlagfertig ist, hat vermutlich schon oft die Ochs-vorm-Berg-Situation erlebt, wie sie Nicole Staudinger nennt. "Ich stehe da und müsste etwas Schlagfertiges sagen, aber mir fällt nichts ein. Ich reagiere einfach gar nicht. Ich habe drei Sekunden Zeit, um zu antworten. Anschließend ist die Situation zu Ende", erklärt sie.

Was viele dann vergessen: Sie haben in der Hand, wie es ihnen ab Sekunde vier damit geht. Anstatt sich fertig zu machen, weil ihnen nichts eingefallen ist, sollen sie besser denken: "Heute habe ich nicht so gut reagiert, aber gut, dann vielleicht morgen." Ansonsten besteht die Gefahr, aufgrund des hohen Drucks beim nächsten Mal wieder nicht schlagfertig zu sein.

Zudem sei es den Ärger und Groll einfach nicht wert. "Ich kenne Frauen, die ärgern sich seit 20 Jahren darüber, dass ihnen in einer Situation nichts eingefallen ist. Wer kann es uns wert sein, so viel unserer Zeit zu vergeuden?", fragt sich Staudinger, die im Alter von 32 Jahren die Diagnose Brustkrebs erhielt. Heute ist sie geheilt.

Tipp 5: Was du sagst, ist fast egal

Oft hemmt der Gedanke, nichts kluges Antworten zu können. Doch die Expertin weiß: "90 Prozent unserer Kommunikation läuft auf nonverbaler Ebene. Was wir sagen, ist weniger wichtig, als wie wir es sagen."

Schlagfertigkeit müsse also von innen heraus kommen: "Was ich sage, kann inhaltlich noch so schlagfertig sein. Wenn ich es mit gesenktem Oberkörper und krummen Beinen sage, ist es trotzdem wirkungslos."

Mehr über das Thema erfährst du im Buch "Körpersprache für Frauen" von Cornelia Topf.

Tipp 6: Lerne, über dich selbst zu lachen

Wer schlagfertiger sein möchte und über sich lachen kann, sollte das nutzen. Wer es nicht kann, sollte es lernen. Denn in der konkreten Situation ist diese Fähigkeit sehr hilfreich.

"Wenn meine Kollegin mich darauf hinweist, wie schlecht ich heute aussehe, kann ich einfach antworten: 'Tja, du hättest mich mal erst heute früh sehen sollen!'", schlägt die Expertin vor.

Tipp 7: Nutze Notfalltechniken

Bis die Schlagfertigkeits-Attitude verinnerlicht ist, kann es sich lohnen, Notfalltechniken parat zu haben. Das sind Standardantworten, die immer passen, wenn einem spontan nichts einfällt.

Nicole Staudinger empfiehlt: "Ich kann zum Beispiel Zwei-Silben-Antworten nutzen, beispielsweise 'Ach, was?', 'Sieh an' oder 'Potzblitz'." Diese Ausrufe passen immer und retten vor der Ochs-vorm-Berg-Situation.

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