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Expertin erklärt: Diese Versicherungen brauchst du wirklich

Tanja Koch
von Tanja Koch Veröffentlicht am 14. Februar 2019
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Gegen welche Schäden solltest du dich absichern und welche Angebote sind überflüssig? Wir haben gecheckt, welche Versicherungen Frauen WIRKLICH brauchen.

Während viele Menschen noch nicht einmal über die wichtigsten Versicherungen verfügen, bombardieren uns Anbieter mit immer neuen Konzepten. Verschiedenste Haftpflichtversicherungen, Zahnzusatzversicherungen, Versicherungen für Fahrräder oder Uhren.

Doch wie behält man den Durchblick, welche Versicherung man wirklich braucht, und worauf achtet man auf der Suche nach einem guten Angebot? Wir haben mit Elke Weidenbach, Referentin für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale NRW, gesprochen und ihren Rat für euch zusammengefasst.

Welche Versicherungen gibt es?

Versicherungen lassen sich in drei Gruppen einteilen: Haftpflichtversicherungen, Sachversicherungen und Personenversicherungen.

​Bei der Haftpflichtversicherung geht es um vom Versicherten verursachte Schäden an fremdem Eigentum oder der Gesundheit anderer. Bei Sachversicherungen geht es um Schäden an konkreten Gegenständen oder Eigentum des Versicherten. Bei Personenversicherungen geht es um die Gesundheit und Arbeitskraft des Versicherten.

Welche Haftpflichtversicherung braucht man wirklich?

Die private Haftpflichtversicherung braucht man unbedingt. Jeder, der nicht über Eltern oder Partner mitversichert ist, sollte eine abschließen. "Denn beispielsweise ein unfallbedingter Personenschaden kann sehr teuer werden", erklärt die Versicherungsexpertin Elke Weidenbach.

Die KFZ-Haftpflichtversicherung ist ebenfalls wichtig, für Fahrzeughalter aber ohnehin verpflichtend. Die Anmeldung des Fahrzeugs ist nur möglich, wenn die Versicherung nachgewiesen wird.

Alle weiteren Haftpflichtversicherungen seien situationsbedingt, aber trotzdem sehr wichtig - etwa die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung. "Läuft ein Heizöltank im Keller aus und verunreinigt das Grundwasser, können die Kosten in der Größenordnung von Hunderten, Tausenden oder sogar Millionen Euro liegen", sagt Weidenbach. Das gilt aber eben nur für Haus- oder Wohnungsbesitzer, die mit Öl heizen.

Ähnliches gilt für die Haftpflichtversicherung für Selbstständige. Sie greift bei Schäden durch die eigene Tätigkeit. Wer angestellt ist, benötigt diese Versicherung nicht.

"Was an den Haftpflichtversicherungen praktisch ist: Es ist eine kleine Rechtsschutzversicherung inbegriffen", sagt Weidenbach. Denn der Anbieter wehrt unberechtigte Ansprüche ab.

Welche Sachversicherungen braucht man wirklich?

Zu den Sachversicherungen zählt zum Beispiel die Hausratsversicherung. "Ob ich eine Hausratsversicherung brauche, hängt davon ab, wie wertvoll die Sachen in meiner Wohnung sind", erklärt Weidenbach. Und davon, ob man studiert oder sich in der Ausbildung befindet. Denn dann ist man oft noch über die Eltern mitversichert.

Die Wohngebäudeversicherungen braucht man, wenn man Eigentümer einer Immobilie ist. "Die finanzierenden Banken wollen in der Regel, dass zumindest Feuerversicherungsschutz in diesem Rahmen besteht", sagt Weidenbach.

Man solle aber bedenken, dass Elementarschäden oft nicht mitversichert sind. Eine entsprechende (Zusatz-)Versicherung greift auch bei zum Beispiel Überschwemmungen und Schneedruck.

Die Rechtsschutzversicherung ist ebenfalls relativ bekannt. Sie gehört nicht unbedingt zu den wichtigsten Versicherungen. Wer in seiner individuellen Situation häufig Rechtsstreitigkeiten hat oder sie befürchtet, kann eine abschließen. Den vollen Versicherungsumfang erhält man aber oft erst nach sechs Monaten.

Versicherungen für Gegenstände wie Fahrräder oder Reisegepäck kann man sich jedoch sparen. Denn häufig stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Und die Kosten für Schäden sind meist auch ohne Versicherung tragbar.

Welche Personenversicherungen braucht man wirklich?

Bei den Personenversicherungen gibt es zum Beispiel die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Unfallversicherung. "Die Berufsunfähigkeitsversicherung greift, wenn der Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu 50 % ausgeübt werden kann", erklärt Weidenbach. "Als Ersatz für das ausfallende Gehalt erhält man jeden Monat eine Rente von zum Beispiel 1.000 oder 1.500 Euro."

Die Unfallversicherung hingegen zahlt meist eine einmalige Kapitalzahlung von zum Beispiel 500.000 Euro. "Die Höhe dieser Kapitalzahlung richtet sich nach dem Grad der erlittenen Invalidität. Je höher der Invaliditätsgrad ist, desto höher ist die Invaliditätsleistung", erklärt die Expertin.

Da die Unfallversicherung zudem nur bei Unfällen greift, die Berufsunfähigkeitsversicherung aber bei Krankheit und Unfall, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sehr viel wichtiger. "Für Hausfrauen oder Hausmänner, denen eine Berufsunfähigkeit zu teuer ist, kann ein solcher Schutz aber sinnvoll sein", sagt Weidenbach.

​Auch bei Menschen, die ein risikoreiches Hobby haben, lohnt sich die Unfallversicherung - sofern sie ein akzeptables Angebot bekommen. "Von der Kapitalzahlung lässt sich zum Beispiel bei einer Querschnittslähmung der Umzug in eine barrierefreie Wohnung finanzieren."

Eine Risikolebensversicherung ist lediglich sinnvoll, wenn andere Personen von mir finanziell abhängig sind. Diese bekommen im Todesfall der Versicherten eine Rente.

Die Inlands-Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht. Bei Auslandsreisen sollte man auch eine Auslandskrankenversicherung abschließen. "Denn beispielsweise der Rücktransport aus dem Ausland muss zusätzlich versichert werden", sagt Weidenbach. Außerhalb Europas übernimmt die deutsche Krankenversicherung gar keine Leistungen.

Außerdem gibt es noch Angebote wie Zahnzusatzversicherungen, die zur Krankenversicherung gehören. Hier sollte jeder entscheiden, ob bei der individuellen Situation eine solche Versicherung sinnvoll ist.

Woran erkenne ich ein gutes Angebot?

"Es gibt kaum Versicherer, bei denen alle Leistungen und Beiträge sehr gut sind", gibt die Expertin zu bedenken. Bei der Risikolebensversicherung seien die Inhalte sehr ähnlich, sodass man auch nach den Kosten entscheiden kann. ​Bei anderen Versicherungen hingegen ist nötig, die Bedingungen zu vergleichen. Dabei hilft auch die Verbraucherzentrale. "Wir arbeiten zum Beispiel auch mit einer speziellen Vergleichssoftware."

Maßstab für den passenden Leistungsumfang und die Versicherungssumme sollte ein großer anzunehmenden Unfall sein, der einem persönlich passieren kann. ​Generell gelte: Teure Angebote sind nicht immer die besten. Eine Laufzeit über ein Jahr mit automatischer Verlängerung ist besser, als wenn man erst nach drei Jahren kündigen kann. Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen haben aber immer ein vertraglich vereinbartes Ablaufdatum, zum Beispiel das voraussichtliche Renteneintrittsalter.

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