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Schlagfertig werden: Wie du am besten auf blöde Kommentare reagierst

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 2. Juli 2019

Meist fallen einem die passenden Antworten für dreiste Menschen erst Stunden später ein. Ärgerlich. Das muss nicht sein! Doch wie werde ich eigentlich schlagfertig?

Wer kennt das nicht: Sei es der Kollege, der uns vor versammelter Mannschaft runtermacht, der aggressive Autofahrer, der uns wüst beschimpft oder der Vordrängler an der Kassenschlange. Meist gucken wir nur irritiert und schweigen. Und fühlen uns mies. Doch selbst wer kein rhetorisches Wunderwerk ist, sondern eher Typ Mauerblümchen, kann etwas ändern und sich für derartige Situationen wappnen.

Das zumindest sagt Trainerin, Moderatorin und Bestsellerautorin Nicole Staudinger. Sie leitet Schlagfertigkeitsseminare für Frauen und hat jetzt auch das passende Buch geschrieben. So will sie Frauen helfen "in jeder Situation wortgewandt und majestätisch zu reagieren."

Ihr Credo: "Schlagfertigkeit ist eine Lebenseinstellung. Kein rhetorische Fähigkeit." Und: "Nichts ist in Stein gemeißelt". Will heißen: Jeder von uns kann lernen, in blöden Situationen besser zu reagieren. Und zwar direkt - nicht erst Stunden später.

Hier ein paar wichtige Denkanstöße und Tipps für alle Frauen, denen es öfters mal die Sprache verschlägt. ​

Scheiter heiter

Wenn uns jemand völlig unerwartet angreift, kritisiert oder niedermacht, haben wir zwei Möglichkeiten: Schweigen oder etwas entgegnen. Schweigen ist eine schlechte Wahl. Und letztlich sollte sich jeder die Frage stellen: Was haben wir zu verlieren? Die Situation, in der man gerade steckt, ist eh schon unerfreulich. Viel schlechter können wir sie also kaum machen.

Warum also nicht mal etwas wagen und dem Angreifer eine passende Antwort an den Kopf werfen? Oder ihm zumindest glasklar zeigen: Du bist zu weit gegangen. ​Wenn das beim ersten Mal noch mit Stottern und roten Ohren einhergeht: Egal! Übung macht den Meister.

Das hier ist erst der Anfang deiner Schlagfertigkeits-Karriere. Wenn sich unser Gegenüber in Rage redet, reicht auch oft eine höfliche Nachfrage: "Sehe ich das richtig, dass sie mich gerade als dumme Kuh bezeichnen?" Oft reicht dann auch ein "Wow" oder ein "Das sehe ich anders" oder "Wie Sie meinen."

Buchtipp zum Thema: Nicole Staudinger: Schlagfertigkeitsqueen - In jeder Situation wortgewandt und majestätisch reagieren, Eden Books, 14,95 €, (jetzt hier direkt auf Amazon kaufen)

Auch die Schüchternen können kontern

Nicht nur die super redegewandte Powerfrau kann sich in schwierigen Situationen wehren. Auch ein stilles Mäuschen hat seine Stärken. Die muss es nur an sich selbst erkennen. Wer eher der stille Typ ist, muss bei Konflikten nicht zum Super-Rhetoriker werden und laut zurück brüllen.

​Manchmal reichen auch kleine Gesten und eine gezielt eingesetzte Mimik, um dem Gegenüber zu zeigen, dass er zu weit gegangen ist. Und um uns selbst das gute Gefühl zu geben, dass wir nicht klein beigegeben haben. Das gibt Selbstbewusstsein für das nächste Mal. Wer pikiert eine Augenbraue heben kann, ist hier klar im Vorteil. Dann muss man gar nicht mehr viel sagen. Zumal man mit manchen rumpolternden Menschen auch gar kein längeres Gespräch anfangen will.

Typisch weiblich

Leider suchen wir Frauen immer nach dem versteckten Sinn, versuchen Verständnis zu haben. Und nicht selten gehen wir noch weiter und suchen die Schuld bei uns selbst, wenn uns jemand angreift. "Hab ich etwas falsch gemacht?" oder "Hab ich den aggressiven Typen vielleicht unbewusst provoziert oder die zickige Kollegin in eine blöd Lage gebracht?"

Diese Fragen sollten wir uns nicht stellen. Uns sollte klar sein: Wenn uns jemand komplett blöd kommt und uns verbal attackiert, dann sollten wir auch langsam mal die weiße Fahne einrollen und adäquat reagieren.

​Wir müssen lernen, Dinge an uns abprallen zu lassen und nicht alles persönlich zu nehmen. Der Typ, der uns an der Supermarktkasse anbrüllt, obwohl er sich vorgedrängelt hat, hat nicht mit uns persönlich ein Problem. Er hat einen miesen Tag, ist aggressiv, hat womöglich Minderwertigkeitsprobleme - was auch immer er hat: Es ist nicht unser Problem.

Und deshalb sollten wir es auch nicht zu unserem machen. Spätestens ein "Es tut mir leid, wenn Sie schlechte Laune haben, aber die müssen Sie nicht an mir auslassen" geht fast immer.

Hier noch ein paar wichtige Lektionen der "Schlagfertigkeitsqueen", die wir beherzigen sollten:

  • Schutzschild hochziehen: Lass unpassende Bemerkungen an dir abprallen.

  • Schuhe, die uns nicht passen, ziehen wir nicht mehr an. Besser noch: Wir probieren sie auch gar nicht mehr an.

  • Fang an, dich selbst zu lieben. So, wie du bist, bist du perfekt.

  • Wer austeilen kann, ist gefährlich. Aber wer einstecken kann, ist unantastbar.

  • Wenn Kritik an dir gerechtfertigt ist, steh dazu, nimm sie an und entschuldige dich für dein Verhalten.

  • Humor heißt: Nicht nur über andere lachen, sondern auch über sich selbst.

Buchtipp:

Noch mehr von Nicole Staudinger gefällig? Dann empfehlen wir ihr Buch: "Stehaufqueen: Die Herausforderungen des Lebens elegant und majestätisch meistern". In diesem sehr persönlichen Buch macht sie ihren Leserinnen Mut, sich nie unterkriegen zu lassen und dem Leben mit Humor und Zuversicht zu begegnen - auch in schweren Zeiten (jetzt hier direkt auf Amazon ansehen).

von Fiona Rohde
 

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