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Amerikanerin lobt die deutsche Erziehung! DAS machen wir richtig

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 28. März 2018
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Die Amerikanerin Sara Zaske lebte sechs Jahre lang mit Mann und 2 Kindern in Berlin. Sie war so angetan von der deutschen Erziehung, das sie darüber ein Buch geschrieben hat. Was genau sie so positiv fand, erzählen wir euch!

Da dürfen wir Eltern hier in Deutschland uns jetzt ruhig mal auf die Schulter klopfen. Denn wenn wir was können, dann ist es nach Aussage der Amerikanerin Sara Zaske, Kinder zu selbstständigen, frei denkenden und verantwortungsbewussten Erwachsenen zu erziehen.

Wir machen das scheinbar so gut, dass Zaske genau darüber in ihrem Buch 'Achtung Baby: An American Mom on the German Art of Raising Self-Reliant Children' (zu deutsch: Achtung Baby: Eine amerikanische Mutter über die Kunst der Deutschen, selbstständige Kinder zu erziehen') geschrieben hat. Und damit möchte sie andere amerikanische Mit-Eltern davon überzeugen, es ein bisschen mehr wie die deutschen Eltern zu machen. Aber was machen wir denn jetzt so anders?

Der typisch deutsche Pedant - von wegen!

Sara Zaske hatte das Bild vom typisch deutschen Pedanten im Kopf, bei dem alles seinen Platz und seine Ordnung hat und es wenig Platz für Spielraum geben würde. Und das auch in Sachen Erziehung. Doch was sie bei deutschen Eltern, Kindergärten und Schulen fand, war das komplette Gegenteil.

Deutsche Eltern und Erzieher lassen und geben Kindern Freiräume, die amerikanische Kinder aktuell nicht haben. Und das schon angefangen im Kindergarten. Denn wo die Autorin Arbeitsblätter, Lesestunden und erste Schreibübungen erwartet hatte, fand sie lediglich spielende Kinder. Und zwar spielten die Kinder wo sie wollten, wann sie wollten und mit wem sie wollten. Mit möglichst wenig Einfluss von Erziehern.

Kinder an die Macht

So viel Anarchie in einer staatlichen Einrichtung hatte Zaske nicht erwartet. Doch sie fand Gefallen daran, dass die Kinder bestimmen konnten. Nicht nur, was das Spielen angeht, sondern auch was das Lernen betraf. Projekte in ihrem Berliner Kindergarten wurden von den Kindern ausgesucht. Die Kinder durften gemeinsam entscheiden, ob sie sich über Wochen mit Dinosauriern, verschiedenen Ländern, Pflanzen oder Klapperschlangen befassen wollten.

Nicht nur die Mitsprache und Freiräume der Kinder im Kindergarten überraschten Zaske positiv. Auch das Verhalten von Eltern und Kindern in den Straßen, in Parks und auf Spielplätzen brachten sie zu Beginn zum Staunen und schien so fern von dem, was sie aus den USA gewohnt war.

Kinder spielten allein oder mit Freunden, aber ohne Aufsicht von Erwachsenen. Undenkbar in den USA, wie Zaske schreibt. Unbeaufsichtigte Kinder könnten da schnell einen Polizeieinsatz auslösen und die Eltern in ernstzunehmende Schwierigkeiten bringen.

Wer selbstständige Kinder will, muss sie auch selber machen lassen

Zaske verstand, dass Kinder, die selbstständig werden sollen, auch den Raum benötigen, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Alleine spielen im Kindergarten oder im Park, Probleme untereinander lösen, ohne dass ein Erwachsener jeden Schritt beäugt und bewertet oder gar eingreift.

Das Zusammenleben von Eltern und Kindern in Deutschland, so beschreibt es Zaske, findet auf Augenhöhe statt. Und genau das sei die Essenz der deutschen Erziehung. Kinder machen lassen, ihnen Freiräume geben, ihnen Dinge zutrauen und Vertrauen haben. ​"Es ist unglaublich toll zu sehen, wie viel Freiheiten deutsche Eltern ihren Kindern einräumen. Sie gehen oft alleine zur Grundschule, dürfen schon in jungen Jahren mit Schnitzmessern, Streichhölzern und Herdplatten umgehen."

Nur wer lernt, Dinge selbst zu machen, neue Wege alleine zu gehen und Risiken einzugehen, kann wachsen und über sich hinaus wachsen. Also, liebe Eltern, ihr macht das schon ganz schön super. Weiter so!

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