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Die größten Erziehungsirrtümer: Hättest du's gewusst?

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 9. Juni 2018
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Essen macht groß und stark, Fernsehen macht dumm - hast du solche Sätze auch schon mal benutzt? Tatsächlich steckt in den wenigsten von ihnen Wahrheit. Hättest du all das gewusst?

Gute Freunde, Bekannte, Bücher, TV-Sendungen - überall bekommen wir vermeintlich hilfreiche Ratschläge zum Thema Kindererziehung. Doch was stimmt und was stimmt nicht? Es gibt jede Menge Erziehungsirrtümer, die hartnäckig die Runde und Eltern sowie Kindern das Leben schwer machen.

Kleine Kinder, kleine Sorgen ...

... große Kinder, große Sorgen - ist ein beliebter Spruch von Eltern. Vor allem von denen, deren Kinder gerade in der Pubertät stecken. Tatsächlich aber machen sich Eltern kleiner Kinder viel viel mehr Sorgen, vor allem um das Wohlergehen des Nachwuchses. Denn sind wir mal ehrlich, je kleiner die Kinder sind, desto abhängiger sind sie von uns Eltern.

Schon Säuglinge spüren, wenn sie allein gelassen werden und fangen an zu weinen. Die Aufgabe der Eltern ist es, ihnen diese Angst zu nehmen. Deshalb verbringen wir so viel Zeit mit dem Baby und lassen es nur kurze Zeit allein. Nur weil das Kind lernt, dass es bei Mama und Papa sicher ist, kann es in den folgenden Jahren ohne Angst die Welt erkunden.

Und genau da beginnt für viele Eltern die große Zeit des Sorgens. Verletzt sich mein Kind beim Spielen? Kommt es in der Schule gut mit? Üben seine Freunde einen schlechten Einfluss auf mein Kind aus? Auch wenn es schwer fällt, liebe Eltern, nehmt euch und eure Sorgen zurück und lasst euer Kind kleine Fehler machen. Nur so wird es selbstständig und ist dem Alltag gewachsen.

Je älter die Kinder werden, desto weniger brauchen sie uns als Eltern, auch wenn die Erziehung natürlich noch lange nicht aufhört.

Essen macht groß und stark

Wir alle wollen unseren Kindern von klein auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung beibringen. Und dabei greifen wir auch gerne mal zu Sprüchen wie, "Essen macht groß und stark", oder " Schön aufessen, sonst wird das Wetter schlecht", damit die Kleinen beispielsweise ihr Gemüse aufessen. Dabei bewirkt das leider manchmal das genaue Gegenteil.

Denn dumm sind unsere Kinder ganz und gar nicht und wenn sie erst mal dahinter kommen, dass das Wetter in keinerlei Abhängigkeit zu ihrem aufgegessenen oder nicht aufgegessenen Teller steht, ja dann gucken Eltern aber komisch. Dann bleibt das Gemüse nämlich liegen.

Damit Kinder aber trotzdem lernen, dass Essen wichtig ist und gesund und lecker sein kann, sollten wir sie in den ganzen Prozess mit einbinden. Nehmt sie mit zum Einkauf, erklärt ihnen, woher all die Lebensmittel kommen, sucht gemeinsam Dinge aus, die allen schmecken und bereitet sie gemeinsam zu. Selbst gemachtes Essen schmeckt nämlich immer noch am besten. Und dann macht es garantiert auch groß und stark.

Fernsehen macht dumm

Keine Ahnung, wie viel Fernsehen ihr früher geschaut habt, aber ich dürfte eigentlich nicht hier sitzen und überhaupt nicht in der Lage sein, diesen Artikel zu schreiben, wenn diese Aussage zutreffen würde. Denn Fernsehen per se macht natürlich nicht dumm. Viel mehr ist entscheidend, was und wie lange Kinder fernsehen.

Statt eines generellen Verbots, zu dem Eltern heute gerne neigen, solltest du dir Zeit nehmen und gemeinsam mit deinem Kind fernsehen. Sucht gemeinsam eine altersgerechte Sendung aus und legt feste Zeiten fest. Es gibt zudem nicht nur sinnlose Animations- und Zeichentrickserien, sondern sehr wohl Sendungen, die den Kindern auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln. Fernsehen kann also sogar ein bisschen schlauer machen.

Computer sind gefährlich

Okay, okay, in den meisten Köpfen sind Computer das schon lange nicht mehr, aber trotzdem hält sich bei vielen Eltern der Glaube, dass die Kinder nicht zu früh am Computer sitzen sollten. Tatsächlich aber zählt auch hier, wie und wann man Kinder an das Medium Computer heranführt. Die Kinder einfach vor einen PC oder Laptop setzen und machen lassen ist definitiv die falsche Devise. Aber wenn Eltern und Kinder gemeinsam das Internet entdecken, wenn Eltern ihren Kindern zeigen, wie und wo sie Dinge finden können, die sie interessieren und wenn sie ihnen außerdem erklären, welche Gefahren im Internet lauern, dann ist der Computer absolut keine Gefahr.

Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass Kinder erst groß werden müssen, um mit einem Computer zu arbeiten. Das Gegenteil ist der Fall. Je eher Kinder den verantwortungsvollen Umgang mit einem Computer und dem Internet lernen, desto besser. Spätestens in der Schule sind die Kleinen nämlich damit konfrontiert, wenn sie Hausaufgaben nachsehen, Lesepunkte sammeln oder für Vorträge recherchieren. Und wenn sie dann bereits wissen, wie das alles funktioniert, macht das Lernen gleich viel mehr Spaß.

Erziehung ist eine ernste Angelegenheit

Erziehung mag zwar ein ernstes Anliegen sein, aber muss sie deswegen nur eine ernste Angelegenheit sein? Wir sagen 'Nein', denn Kinder brauchen Humor. Und zwar jede Menge davon. Denn Humor ist ein wesentlicher Bestandteil der emotionalen Intelligenz, die Kinder entwickeln können. Humor ist mit Zuversicht und Optimismus verknüpft, zwei Sachen, die ein Kind braucht, um glücklich aufzuwachsen.

Also, liebe Eltern, lacht mit euren Kindern und seid albern. Und auch wenn ihr eurem Kind Vorschriften macht oder Regeln aufstellt, bezieht es mit ein. Sprecht gemeinsam darüber, warum du möchtest, dass es bestimmte Sachen macht, oder warum andere Dinge vielleicht verboten sind. Nur wenn dein Kind deinen Standpunkt versteht, wird es sich nach deinen Forderungen richten.

Am Ende zählt die Leistung

Kinder messen sich gern mit sich selbst und mit anderen Kindern. Für sie ist es ein großes Erfolgserlebnis, wenn sie als Erster bei einem Rennen am Ziel ankommen oder die beste Klassenarbeit geschrieben haben. Erfolg bedeutet für sie Glück. Von daher ist Leistung ohne Frage wichtig.

Doch Leistung allein ist nicht alles. Spätestens in der Schule lernen Kinder, dass sie nicht immer die Besten sein können. Übt deswegen keinen Druck auf euer Kind aus und treibt es zu Höchstleistungen an. Tröstet es, wenn es mal weniger Erfolg hat, und helft ihm, wenn es mal nicht mehr weiter weiß. Nur so kann euer Kind lernen, dass trotz viel Mühe und Aufwand das Ergebnis nicht immer das beste sein muss. Stolz sein kann man aber trotzdem auf sich.

Die Mutter als beste Freundin

Die Eltern-Kind-Beziehung ist die nachhaltigste und intensivste Beziehung, die Menschen eingehen. Natürlich wäre es da schön, wenn sie wie eine echte, tiefe Freundschaft wäre. Doch mal ehrlich: Möchten wir wirklich die beste Freundin unserer Kinder sein? In der Theorie natürlich schon, schließlich würden wir uns dann alles anvertrauen, wüssten bestens über den Anderen Bescheid.

In der Praxis ist es jedoch so, dass sich an der Tatsache, dass du die Mutter bist, nichts ändern lässt. Beste Freundinnen zu sein, setzt eine Gleichstellung voraus. Als Elternteil ist es jedoch deine Aufgabe, dein Kind zu beschützen, ihm eine Vorbildfunktion zu sein, es zu leiten. Deshalb, so wichtig ein gutes Eltern-Kind-Verhältnis ist, zeig deinem Kind, dass du letzten Endes das Sagen hast.

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