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Erste Hilfe am Kind: Was alle Eltern wissen sollten

von Jane Schmitt Erstellt am 30. April 2020
Erste Hilfe am Kind: Was alle Eltern wissen sollten© Getty Images

Wenn Kindern etwas passiert, sind Eltern direkt in Alarmbereitschaft. Ist es nur ein kleines Wehwehchen oder ein echter Ernstfall? Und was ist im Notfall zu tun?

Kinder lieben es zu toben. Sieht man ihnen als Eltern zu, wie sie mit ihren Rollern und Rädern herumsausen und in Windeseile auf Klettergerüste und Bäume klettern, kann einem schon mal mulmig werden. In solchen Momenten haben wir unsere Kids gerne etwas genauer im Auge, denn eine Beule oder sogar eine ernstere Verletzung kommt schnell mal vor.

Jährlich müssen rund 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren nach Unfallverletzungen ärztlich behandelt werden. Vor allem im frühen Kindesalter passieren die meisten Unfällt zu Hause und nicht, wie man zunächst vielleicht vermuten könnte, im Straßenverkehr.

Und leider ist es ja so, dass mit den Kindern, das lernt man als Elternteil schon recht früh, nicht nur Freude und Verantwortung wachsen, sondern auch die Sorgen.

Mit der steigenden Mobilität der Kinder, vergrößert sich auch der Radius vermeintlicher Unfallorte. So kann etwas in Kita, Schule, dem Sportverein oder beim Spielen draußen passieren. Umso wichtiger ist es also für Eltern und alle anderen Menschen, die Umgang mit Kindern haben, zu wissen was im Notfall zu tun ist.

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Erste Hilfe am Kind: Was ist im Ernstfall zu tun?

Auch auf gofeminin: Erste Hilfe am Kind: Was alle Eltern wissen sollten
Bei Säuglingen Mund und Nase beatmen. © iStock

Gerade im Ernstfall sollte die Zeit bis der Rettungsdienst eintrifft nicht ungenutzt vergehen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. hat die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
So könnt ihr Kindern helfen:

  • Bewahrt Ruhe.
  • Überblick über die Gefahrensituation verschaffen.
  • Rettet das Kind aus der akuten Gefahrensituation.
  • Sichert die Gefahrenstelle ab, damit keine weiteren Unfälle geschehen - z.B. den Herd ausschalten oder die Sicherungen ausstellen.
  • Das Kind durch ruhiges Sprechen oder Streicheln beruhigen. Sprecht auch dann mit dem Kind, wenn ihr nicht sicher seid, ob es euch hören kann.
  • Untersucht das Kind zügig, aber ruhig auf Verletzungen.
  • ​Kontrolliert die Atmung. Prüft, ob die Atemwege frei sind.
    -> Am besten könnt ihr am Bauch erkennen, ob ein Kind atmet - dazu legt ihr eine Hand unterhalb der Rippen auf den Bauch. Hebt sich die Bauchdecke, atmet das Kind. Übt das am gesunden Kind.
  • Prüft, ob das Herz schlägt.
    -> Herzschlag bzw. Puls prüft man bei Säuglingen an der Innenseite des Oberarms oder in der Leiste. Übt das am gesunden Kind.​

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Bei Herz- und Atem-Stillstand immer sofort den Notarzt rufen: Notruf 112!

Im Idealfall haben die Eltern einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder absolviert und wissen, wie sie sich im Notfall verhalten müssen. Ein solcher Kurs kann Eltern eine gewisse Sicherheit geben, um im Notfall ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen. Spezielle Erste Hilfe-Kurse für Kinder werden zum Beispiel von den Johannitern, den Maltesern, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und anderen angeboten.

Aufgrund der aktuellen Beschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus dürfen Erste-Hilfe-Kurse nicht im normalen Rahmen stattfinden. Viele Anbieter haben angesetzte Kurse deshalb verschoben oder gar ganz abgesagt.

Vereinzelt gibt es aber aktuell die Möglichkeit, online an einem Webinar oder Erste-Hilfe-Kurs am Kind teilzunehmen. Beim Kinder-Notfalltraining und anderen privaten Anbietern kann man sich mit oder ohne Kind auch in Corona-Krisenzeiten auf den hoffentlich niemals eintretenden Ernstfall vorbereiten.

Viele Verletzungen, die nicht weiter bedenklich sind, lassen sich mit Aufmerksamkeit und Trösten schnell beheben. Wunden, die von selber aufhören zu bluten, müssen nicht zwingend mit einem Pflaster abgedeckt werden. Aber - auch nicht unwichtig - vielen Kindern hilft das Pflaster über den Schmerz hinweg.

Erste-Hilfe-Sets für Kinder kann man bei verschiedenen Anbietern online bestellen oder in der Apotheke kaufen.

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Oft aber ist schnelle Hilfe gefragt. Genau dann ist es wichtig, die passende Nummer schnell parat zu haben. Die international immer gültige Notrufnummer ist die 112 – wenn ihr dort anruft und den Notfall schildert, wird man euch weiterhelfen. Dennoch ist es hilfreich, ein paar spezielle Notrufnummern in seiner näheren Umgebung griffbereit zu haben.

Notrufnummern im Überblick:

Rettungsdienst oder Feuerwehr: 112
Polizei: 110

Bei Verdacht auf Vergiftung

BERLIN
Giftnotruf der Charité
Notruf: 030-19 240
www.giftnotruf.de
BONN
Informationszentrale gegen Vergiftungen
Notruf: 0228-19 240
http://www.gizbonn.de
ERFURT
Gemeinsames Giftinformationszentrum
der Länder Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Notruf: 0361-730 730
www.ggiz-erfurt.de
FREIBURG
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Vergiftungs-Informations-Zentrale
Notruf: 0761-19 240
www.giftberatung.de
GÖTTINGEN
Giftinformationszentrum-Nord der
Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen
und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)
Notruf: 0551-19 240
www.giz-nord.de
HOMBURG
Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Notruf: 06841-19 240
www.uniklinikum-saarland.de/giftzentrale
MAINZ
Giftinformationszentrum (GIZ)
der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen
Notruf: 06131-19 240
www.giftinfo.uni-mainz.de
MÜNCHEN
Giftnotruf München
Notruf: 089-19 240
www.toxinfo.med.tum.de
WIEN (A)
Vergiftungsinformationszentrale
Notruf: +43 (0) 1-406 4343
ZÜRICH (CH)
Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum,
Notruf: +41 (0) 1-251 5151

Bei weiteren Problemen und Krisen gibt es Rat bei der Telefonseelsorge: 0800-111 0 111 und 0800-111 0 222

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