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5 Gründe, weshalb Gute-Nacht-Geschichten eure Kinder fördern

von Jane Schmitt Veröffentlicht am 8. September 2019
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Ohne Gute-Nacht-Geschichte ins Bett? Besser nicht! Denn das gemeinsame Lesen hat viele Vorteile.

Seid doch mal ehrlich: Als Kind gab es doch nichts Schöneres, als die Gute-Nacht-Geschichte, oder? Die Geschichten haben Mama oder Papa (manchmal sogar beide gleichzeitig) einfach am besten vorgelesen. Außerdem gab es dann immer eine extra Kuscheleinheit. Klar, zur Not musste es auch mal ohne Gute-Nacht-Geschichte gehen - dafür gab es dann aber zumindest ein Hörspiel.

Sobald wir selbst Kinder haben, erinnern wir uns an genau diese Momente aus unserer Kindheit und machen uns darüber Gedanken. Als Kinder haben wir die Motive unserer Eltern selbstverständlich nicht hinterfragt. Nun, wo wir selbst Eltern sind, tun wir es. Wir setzen uns damit auseinander, welche positiven Auswirkungen das Vorlesen und eben diese Gute-Nacht-Geschichten auf unsere eigenen Kinder haben und wie wir ihre Entwicklung fördern können.

Falls ihr es nicht wusstet: Vorlesen ist ungemein wichtig. Um die Aufmerksamkeit dafür zu steigern, wurde 2004 der bundesweite Vorlesetag eingeführt. Seither wird das Vorlesefest von der Stiftung Lesen, 'DIE ZEIT' und Deutsche Bahn Stiftung unterstützt und seit einigen Jahren werden auch Studien mit wechselnden Themen zum Vorleseverhalten in Deutschland durchgeführt.

Auch wir wollen eine Lanze für die gute, alte Gute-Nacht-Geschichte brechen. Denn es gibt sehr viel Gründe, seinen Kindern vorzulesen:

1. Gemeinsame Zeit genießen

Der Tag neigt sich dem Ende zu und die Schlafenszeit steht an. In der entspannten Atmosphäre des Schlafzimmers kann durch das Erzählen einer Gute-Nacht-Geschichte die Eltern-Kind-Bindung weiter gestärkt werden. Die Kinder bekommen dann die volle elterliche Aufmerksamkeit, die im teils recht stressigen Familienalltag manchmal zu kurz kommt. In dieser Zeit können vor allem sehr aktive Kinder ein wenig abschalten und sich entspannen. Es kann gekuschelt werden und die Nähe kann den Kleinen das gute und auch wichtige Gefühl der Geborgenheit geben, die sie beruhigt und gut schlafen lässt.

Ihr solltet deshalb nicht unbedingt super spanndende Geschichten lesen, wie 'Die Abenteuer des Tom Sawyer' oder 'Die unendliche Geschichte'. Sucht für die ruhigen Abendstunden auch ruhige Geschichten. Sammelbänder sind da super geeignet, wie beispielsweise "Die besten Pixi Gutenacht-Geschichten: 77 kleine Vorlesegeschichten", die du hier direkt bei Amazon bestellen kannst.

2. Sprache und Wortschatz fördern

Eure Kinder können durch das Erzählen oder Vorlesen (oder später gemeinsame Lesen) einer Gute-Nacht-Geschichte stark profitieren. Studien haben ergeben, dass dabei Wortschatz und Sprachvermögen gefördert werden. Das gilt vor allem für das Kleinkindalter, denn in dieser Zeit entwickelt sich das Gehirn am stärksten. Kinder, denen schon früh Geschichten erzählt werden, haben meist ein größeres Vokabular als Kinder, die keine Geschichten hören. Dadurch können sich Erstere meist schon früher mit einem größeren Wortschatz verständigen. Auch Aussprache und Betonung der Silben wird früher erlernt.

Gerade kleiner Kinder lieben Geschichten in Reimform. Sehr zu empfehlen ist die Geschichte "Der kleine Fuchs hört einen Mucks" (hier direkt bei Amzon bestellen).

3. Kreativität und Fantasie werden gefördert

Geschichten aller Art entführen unsere Kinder, und auch Erwachsene, in die Welt der Fantasie. Auf der Reise durch fremde Welten werden überaus kreative Bilder erschaffen und die Vorstellungskraft wird gefördert. Zusätzlich werden auch logisches Denken und das Erinnerungsvermögen gefördert.

Und wer regt die Fantasie von Klein und Groß besser an als Pipi Langstrumpf. Ihre Geschichten haben uns schon als Kinder begeistert und sie werden auch eure Kinder begeistern. Pipis Geschichten könnt ihr ganz einfach hier bei Amazon bestellen.

4. Vorlesen bildet

Kinder können schon früh ungemein viel Wissen aufnehmen. Durch das Lesen können die Kleinen Themen und Wörter kennenlernen, die ihre Neugier und Wissbegier wecken. Zusätzlich entwickeln sich Kinder, denen häufig vorgelesen wird, später zu richtigen Leseratten - denen man dann teilweise die Bücher wieder abnehmen muss, damit sie überhaupt mal einschlafen. Bücher bedeuten Wissen und sind der Schlüssel für Bildung und Kommunikation. Beim Vorlesen haben Kinder zudem die Gelegenheit, mit den Vorlesern zu interagieren und das Gehörte zu hinterfragen, anders als beim Hörspiel oder gar Fernsehen.

Richtig viel Wissen in einer schönen und zum Teil (nicht zu) spannenden Geschichte findet man zum Beispiel in Lucy und Steven Hawkings Buch "Der geheime Schlüssel zum Universum" (hier bei Amazon bestellen), bei der auch Mama und Papa noch was lernen können.

5. Sozialverhalten unterstützen

Viele Kindergeschichten haben den Effekt, dass Kinder lernen sich in verschiedene Rollen einzufühlen. Dabei werden auch Konfliktsituationen aus dem Alltag dargestellt und erklärt. Damit werden dem Kind Möglichkeiten aufgezeigt, wie es damit umgehen kann – sei es nun der Streit mit einem Spielkameraden oder die Eifersüchteleien unter Geschwistern.

Geschichten, in denen Kinder erkennen, dass Anderssein überhaupt nichts schlimmes ist und das auch aus scheinbar schlimmen Dingen Gutes entstehen kann, sind gut für ihr Selbstwertgefühl, klären auf und schaffen Raum zum Träumen. Wir empfehlen deshalb das Buch "Stories for Kids Who Dare to be Different" (hier bei Amazon bestellen).

"Kopf-Geschichte": Auch die Kreativität der Eltern ist gefragt

Nicht nur die Kinder profitieren in vielerlei Hinsicht von Gute-Nacht-Geschichten. Auch für die Eltern können vor allem selbst ausgedachte Geschichten eine echte Herausforderung sein. Abgesehen von der Nähe, werden während dieser Zeit auch sehr schöne Erinnerungen geschaffen, die euren Kindern lange im Gedächtnis bleiben.

​Wer einmal eine richtig gute "Kopf-Geschichte" erzählt hat, muss sich immer neue ausdenken und kann seinen Kindern nicht mehr mit ganz "normalen" Geschichten aus Büchern kommen. Dabei wird auch die Kreativität der Eltern gefördert. Mitunter ist es sogar vorgekommen, dass der Erzähler selbst auf wundersame Weise schneller ins Reich der Träume reiste, als der Sprössling - was später zu einer dieser ganz wunderbaren und lustigen Kindheitserinnerungen wird (Danke Papa!).

Hörspiele und -bücher fördern Kinder ebenfalls

Manchmal klappt es einfach nicht mit der Gute-Nacht-Geschichte. Das ist jedoch kein Grund sie gänzlich ausfallen zu lassen. Alternativ gibt es schließlich auch kindgerechte Hörspiele und Hörbücher. Eine EMNID-Umfrage im Auftrag von Audible hat ergeben, dass inzwischen 83 Prozent der Kinder in Deutschland mit Hörspielen aufwachsen. 53 Prozent hören mindestens einmal pro Woche Geschichten, bei Drei- bis Achtjährigen sind es 66 Prozent. Die Eltern schätzen dabei vor allem die Förderung von Kreativität und Sprachentwicklung. Außerdem können Hörbücher auch tagsüber eine tolle Beschäftigung für die Kinder sein.

Die beliebtesten Hörspiel und -buchtitel sind übrigens: 'Bibi Blocksberg', 'Das Sams', 'Pu der Bär', 'Der kleine Drache Kokosnuss' und 'Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer'.

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