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Sicher Fahrrad fahren: So schützt du dein Kind im Straßenverkehr

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 11. Juli 2019

Kinder haben Riesenspaß am Fahrradfahren, vergessen dabei aber oft, dass es auch andere Verkehrsteilnehmer gibt. Was dein Kind unbedingt wissen muss, wo es in welchem Alter mit dem Fahrrad fahren darf und worauf Eltern sonst noch achten sollten, verraten wir euch hier.

Fahrrad fahren können wie die Großen, das ist für Kinder ein großer Schritt. Doch mit diesem Schritt der Selbstständigkeit kommen ganz neue Aufgaben und auch Gefahren auf Kinder zu. Eltern sollten deshalb viel und so früh wie möglich mit ihren Kindern üben, wie man sich richtig im Straßenverkehr verhält.

Aber auch die richtige Kleidung ist wichtig, wenn Kinder auf ihrem Fahrrad aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Genauso ist ein Fahrradhelm unerlässlich (hier kannst du süße und praktische Fahrradhelme bei Amazon shoppen), auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gibt.

Wie du dein Kind an das sichere Fahrradfahren heranführst, welche Regeln Groß und Klein im Straßenverkehr unbedingt kennen müssen und wie du für besonders viel Schutz sorgen kannst, wollen wir klären.

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Wo darf mein Kind in welchem Alter fahrradfahren?

Es herrscht allerhand Halbwissen, wenn es darum geht, wer in welchem Alter mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren darf und wer mit dem Fahrrad auf der Straße fahren muss. Deshalb einmal schwarz auf weiß:

  • Kinder unter 8 Jahren müssen auf dem Gehweg fahren.
  • Kinder unter 8 Jahren dürfen einen Radweg benutzen, wenn dieser baulich von der Fahrbahn getrennt ist (eine eingezeichnete Fahrradspur neben der Autospur zählt nicht dazu).
  • Kinder unter 8 Jahren dürfen von einer Aufsichtsperson mit eigenem Fahrrad auf dem Gehweg begleitet werden (wenn die Aufsichtsperson mindestens 16 Jahre alt ist).
  • Kinder bis 10 Jahre dürfen auf dem Gehweg fahren, selbst wenn es einen Fahrradweg gibt.

Wo müssen Kinder ab 11 Jahren Fahrrad fahren?

Kinder ab elf Jahren und auch Erwachsene müssen den Radweg in Fahrtrichtung benutzen, wenn es eine entsprechende Beschilderung gibt (rundes Schild: weißes Fahrrad auf blauem Hintergund). Nur wenn dieser blockiert oder anderweitig behindert ist, verfällt diese Pflicht. Radwege, die keine Beschilderung haben, dürfen benutzt werden.

Ist es nicht anders ausgeschildert, müssen Fahrradwege immer in Fahrtrichtung genutzt werden. Wer den Radweg in der nicht zugelassenen Richtung benutzt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro.

Übrigens: Auch Radfahrer können Punkte in Flensburg bekommen. Eine Übersicht zu Bußgeldern und Punkten für Fahrradfahrer findet ihr in diesem Online-Ratgeber des ADAC zum Fahrradfahren.

Kinder im Straßenverkehr

Kinder haben eine andere Wahrnehmung als Erwachsene und das kann ihnen im Straßenverkehr zum Verhängnis werden. Zum einen lassen sie sich viel schneller von Kleinigkeiten ablenken. Zum anderen können sie, bis sie circa neun Jahre alt sind, Geschwindigkeiten und Entfernungen nicht richtig abschätzen.

Auch ihr Gehör ist nicht so geschult wie das eines Erwachsenen. Sprich: Kinder unter neun Jahren sind im Straßenverkehr unbedingt noch auf Hilfe angewiesen.

Aber auch nach ihrem neunten Geburtstag muss man das Fahrradfahren im Straßenverkehr üben. Das passiert zum Teil in der Schule (viele Dritt- und Viertklässler machen in der Schule eine Fahrradprüfung), muss aber auch zu Hause und mit den Eltern immer wiederholt werden.

Kinder müssen die Regeln im Straßenverkehr kennen, aber auch auf besondere Gefahrensituationen hingewiesen werden.

Fahrradfahr-Regeln, die JEDER kennen muss

Beim Fahrradfahren mit Kindern ist es besonders wichtig, dass sich die Eltern vorbildlich verhalten. Ein, "ausnahmsweise machen wir das mal so" sollte es im Straßenverkehr nie geben. Die wichtigsten Regeln beim Fahrradfahren für Kinder und Erwachsene:

  • Wer auf dem Gehweg fährt: Vor einer Straßenüberquerung (egal ob Ampel oder Zebrastreifen) wird angehalten, abgestiegen und das Rad auf die andere Seite geschoben.
  • Niemals rasen. Die Geschwindigkeit dem eigenen Können anpassen.
  • Besonders vorsichtig an Haltestellen vorbei fahren, weil Fußgänger plötzlich auf dem Geh- oder Fahrradweg erscheinen können.
  • Immer beide Hände an den Lenker.
  • Abbiegen durch Handzeichen anzeigen.
  • Ausreichend Abstand zum Vordermann halten, um rechtzeitig und sicher reagieren zu können.
  • Durch Klingeln rechtzeitig auf sich aufmerksam machen.

Noch mehr Regeln, Informationen und Tipps zum Fahrradfahren findest du im Online-Ratgeber des ADAC.

Noch mehr Sicherheit beim Fahrradfahren für Kinder

Es gibt Situationen, da mag man als Fahrradfahrer theoretisch im Recht sein und beispielsweise Vorfahrt an einer Kreuzung haben, dass hilft einem aber herzlich wenig, wenn der rechts abbiegende LKW einen nicht sehen kann. Deshalb gilt es, dass Eltern ihre Kinder über diese Gefahren aufklären. Am besten gibt man ihnen deshalb auch die folgenden Regeln an die Hand:

  • Verzichte lieber einmal zu viel auf die Vorfahrt, wenn du an eine Kreuzung kommst oder bereits da stehst und ein Auto, Transporter oder LKW rechts abbiegen will. Abwarten und erst mal schauen, heißt die Devise, auch wenn die Ampel auf Grün springt.
  • Halte Abstand zu LKWs und biege nie gemeinsam mit ihnen ab. Durch die Länge des LKWs wird dieser die Spur selten halten und auch die Kurve eng nehmen.
  • Halte Abstand zu Stadtbahnen und deren Spuren.
  • Achtung bei Ausfahrten, die Rad- und Gehwege kreuzen. Ein abgesenkter Bordstein oder eine Unterbrechung des Radweg-Musters ist ein eindeutiger Hinweis auf eine Ein- und Ausfahrt.

Beim Straßenverkehr geht es immer darum, selbst aufmerksam zu sein, aber auch darum, auf sich aufmerksam zu machen und von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden. Achtet also darauf, dass euer Kind helle Kleidung trägt, wenn es mit dem Rad unterwegs ist. Auch eine Warnweste (hier bei Amazon bestellen), zusätzliche Reflektoren oder ein Licht am Fahrradhelm erhöhen die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit. Auch am Tag.

Ausstattung des Fahrrads: Was ist Pflicht?

Nicht nur das Kennen von Regeln und Verhaltensweisen im Straßenverkehr sorgt für mehr Sicherheit unserer Kinder beim Fahrradfahren, sondern auch die Ausstattung des Fahrrads. Deshalb gibt es gewisse Dinge, die sind Pflicht. Das muss jedes Fahrrad haben, das am Straßenverkehr teilnimmt:

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