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Mutter werden: Jetzt beginnen zwei neue Leben

Julia Windhövel
von Julia Windhövel Veröffentlicht am 17. Februar 2010
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Wenn eine Frau das erste Mal Mutter wird, ändert sich alles. Die meisten Mütter finden ihre neue Rolle wunderschön und unbeschreiblich. Und sind sich gleichzeitig darüber einig, dass es kräftezehrender ist, als sie gedacht hätten.

Eine gute Mutter
Natürlich will eine Mutter nur das Beste für das Kind. Doch woher soll sie wissen, was das Beste ist? Früher lebte die junge Familie in der Gemeinschaft der Verwandten oder noch früher in der gesamten Gemeinde. Erfahrungen konnten von Generation zu Generation weitergegeben und auch mit gelebt werden.

Heute steht die frisch gebackene Familie oft alleine da. Allzu oft nimmt eine junge Mutter gerade in den ersten Jahren also Ratgeber in Form von Büchern zur Hilfe, die statt als Inspiration dann aber leider als alleiniger Maßstab genommen werden. Dabei gibt es mit Sicherheit hundert richtige Wege, eine gute Mutter zu sein, und alle können zu einem glücklichen, zufriedenen Kind führen

Ratgeber, aber gezielt
Ob das Kind von der Mutter strenger oder freier erzogen wird, ob es immer zur gleichen Zeit im Bett sein muss, ob es Süßigkeiten bekommt oder nicht, ob man spontan spazieren gehen kann oder das Baby vorher schlafen muss - macht das später wirklich etwas aus? Würde es einem Kleinkind schaden, wenn es bei den Freunden eine Stunde später ins Bett ginge, wenn es gerade wundervoll mit dem anderen Kleinkind spielt? Oder würde ihm das, was es gerade an Freude und Spaß miterlebt, nicht mehr geben als ihm die zwei Stunden mangelnden Schlafs rauben? Eins ist sicher: Eine Mutter, die sich in sämtliche Kleinigkeiten verrennt, macht es sich und ihrem Kind unnötig schwer.

Mutter und mehr
Eine frisch gebackene Mutter sollte nicht vergessen, dass sie in ihrer neuen Mutterrolle die alten Rollen nicht verliert. Sie ist trotzdem immer noch Partnerin, Tochter, beste Freundin, Enkelin, Schwester, Kollegin, Chefin oder alles gleichzeitig. Um alle Rollen weiterhin aufrecht erhalten zu können, muss man sich bei jeder dieser Rollen auf das Wesentliche konzentrieren.

Natürlich werden die alten Rollen anstrengender, denn sie ändern sich. Plötzlich dreht sich jedes Treffen um das Kind, sei es mit der besten Freundin, den Kollegen oder den Großeltern. Und schon wird es schwierig. Denn nicht alle haben Lust, sich mit dem Kind zu befassen. Man muss sich schon was einfallen lassen, will man gleichzeitig das Kind zufriedenstellen, indem man sich mit ihm beschäftigt und den Besuch, indem man sich nicht mit dem Kind beschäftigt. Und sogar, die, die das Kind gerne um sich haben, haben höchstwahrscheinlich andere Vorstellungen von Erziehung, vom geeigneten Essen oder einfach nur davon, womit ein Kind spielen darf und womit nicht.

Der richtige Weg?
Im besten Fall freuen sich alle über das Kind, akzeptieren die Erziehung der Mutter und gehen mit dem Kind genauso um, wie es die Mutter auch tut. Aber ist das wirklich der beste Fall? Wäre es das Beste für das Kind, wenn alle genau die gleichen Regeln, die gleichen Ausnahmen, den gleichen Umgang mit ihm hätten, wie die Mutter? Ist es nicht viel sinnvoller, für sich selbst klarzustellen, was man für sein Kind will und was nicht, es aber bei der Schwiegermutter auch mal so sein zu lassen, wie sie es für richtig hält?

Das Wichtigste für ein Kind ist neben den Grundbedürfnissen wie Essen und Schlafen die Liebe. Nur, wer Zuneigung spürt, wer merkt, dass sich die Mutter oder der Vater in ihn hineinversetzen können, der kann diese Liebe später auch weitergeben. Und wenn man sich als Mutter eben dies immer wieder klarmacht, wird man von selbst den richtigen Weg für sich und sein Kind finden.

Zehn Tipps für ein weniger anstrengendes Mutter-Dasein:

  • Ein Ratgeber kann für jede Mutter eine gute Orientierungshilfe sein, vergessen Sie aber nie, auf Ihren eigenen Bauch zu hören.
  • Beobachten Sie das Kind und achten Sie auf die Bedürfnisse des Kindes.
  • Schaffen Sie sich bewusst Pausen von Ihrem Mutter-Dasein, in denen Sie sich bewusst etwas gönnen.
  • Spannen Sie Ihren Partner von Anfang an in alle Tätigkeiten mit dem Kind mit ein. Auch, wenn er der alleinige Geldverdiener ist, soll er wissen, was Sie zu Hause leisten.
  • Was das Kind am meisten von Ihnen als Mutter braucht, ist Liebe und Zuneigung: Geben Sie ihm diese.
  • Bilden Sie schon in der Schwangerschaft Netzwerke zu anderen Eltern. Trauen Sie sich zum Beispiel in der Stillgruppe zu fragen, wer im Anschluss noch was unternehmen will. Diese Kontakte können für die erste Zeit als Eltern sehr bedeutend sein.
  • Schaffen Sie sich und ihrem Partner Rituale ohne das Kind - zum Beispiel einen wöchentlichen Spaziergang zu zweit. Dabei können sehr wichtige Gespräche entstehen, die bei der Dauerbetreuung des Kindes sonst untergehen.
  • Akzeptieren Sie, dass andere anders mit Ihrem Kind umgehen. Gönnen Sie gerade den Großeltern auch, ihren Weg mit ihrem Enkel zu gehen und seien Sie nicht kleinlich.
  • Geben Sie ruhig zu, wenn es auch stressige Zeiten als Mutter gibt und reden Sie mit Freunden darüber.
  • Wenn Sie überfordert sind, scheuen Sie nicht den Weg zu Familienberatungsstellen. Diese können helfen, bevor es zu spät ist.

von Julia Windhövel

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