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12 wichtige Regeln für Kinder im Umgang mit Hunden

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 26. November 2019

Egal, wie groß Hunde sind, für Kinder sind Vierbeiner knuddelige Spielkameraden, die es umgehend zu streicheln und umarmen gilt. Das kann jedoch gefährlich werden für Kinder. Deshalb sollte jedes Kind wissen, wie man einem Hund richtig begegnet.

Die meisten Kinder sind ganz vernarrt in Tiere. Für sie sind sie fleischgewordene Plüschtiere, die sie am liebsten in den Arm nehmen und ausgiebig knuddeln wollen. Während kleine Tiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Mäuse das oft noch über sich ergehen lassen und ohnehin nicht so wehrhaft sind, können größere Tiere wie Katzen oder Hunde schon ein bisschen rabiater werden.

Vor allem Hunde können, wenn sie sich bedrängt fühlen, gefährlich für Kinder werden und im schlimmsten Fall sogar beißen. Es ist also für Hund, Halter und Kinder wichtig, sich an gewisse Regeln im Umgang mit einander zu halten. Welche das genau sind, wollen wir erklären.

VIDEO – Treuer Hundeblick: Darum können wir den Vierbeinern nicht widerstehen

1. Jeder Hund ist anders

Kinder sollten lernen, dass, auch wenn sich Hunde ähnlich sehen, sie in ihrem Wesen doch völlig anders sein können. Einige Hunde sind ganz neugierig und aufgeschlossen, andere sind super ängstlich und schüchtern. Begegnet man also einem Hund, den man noch nicht kennt, sollte man Abstand halten. Denn man weiß nie, wie der Hund auf Fremde reagiert.

2. Hol dir immer die Erlaubnis des Hundebesitzers

Niemand will einfach so von einer fremden Person angefasst werden, dass gilt für Mensch und Tier gleichermaßen. Deshalb sollten Kinder wissen, dass sie immer erst beim Besitzer des Hundes nachfragen sollten, bevor sie diesen streicheln, um sich selbst, aber auch den Hund zu schützen.

3. Starr einem Hund nicht in die Augen

Begegnen sich zwei Hunde, die sich noch nicht kennen, kann man beobachten, wie sie sich anstarren. Dabei loten beide aus, wer der Stärkere ist. Schaut ein Hund weg, ist die Situation geklärt. Die beiden haben sich so über ihre Rangfolge verständigt. Gibt keiner der beiden nach, würden zwei Hunde ihre Rangfolge durch einen Kampf klären.

Bis zu einer bestimmten Körpergröße begegnen sich Kinder und Hunde sprichwörtlich auf Augenhöhe: Starrt nun ein Kind dem Hund fest in die Augen, kann er dieses Starren auch als Drohung auffassen. So wie unter Artgenossen üblich, wird der Hund versuchen, die Rangfolge zu klären. Notfalls eben auch mit vollem Körpereinsatz.

4. Lauf nicht vor einem Hund weg

Wir Menschen haben so etwas wie einen Fluchtinstinkt. Macht uns etwas Angst, dann laufen wir weg. Vor allem Kinder reagieren so, wenn sie Angst haben. Hunde widerum haben einen angeborenen Jagdinstinkt. Das bedeutet, wenn etwas vor ihnen wegläuft, laufen sie hinterher.

Man sollte Kindern also beibringen, dass sie nicht panisch weglaufen, wenn ein Hund auf sie zukommt, sondern stattdessen ruhig davon gehen oder stehen bleiben. Denn zum einen ist der Hund immer schneller als das Kind, auf der anderen Seite animiert das Weglaufen ihn noch mehr zum Hinterherjagen.
Kinder sollten also stehen bleiben, die Arme neben dem Körper hängen lassen, den Hund nicht anfassen und ihm auch nicht direkt in die Augen sehen. In der Regel verlieren Hunde so schnell das Interesse.

Die meisten Hundebsitzer rufen ihre Hunde zurück und leinen sie an, wenn Kinder in der Nähe sind. Aber gerade an ausgewiesenen Stellen, an denen Hunde frei laufen dürfen, besteht die Gefahr eines ungewollten Kontakts. Sind Kinder sensibilisiert für den Umgang mit Hunden, besteht in der Regel keine Gefahr.

5. Zieh einem Hund nie am Schwanz

Der Schwanz eines Hundes ist nicht nur sehr empfindlich, sondern für ihn auch ein Hilfsmittel, sich mitzuteilen. Hunde mögen es absolut nicht, am Schwanz festgehalten zu werden. Deshalb sollte ein Kind nie am Schwanz eines Hundes ziehen.

6. Überlass die Erziehung des Hundes den Erwachsenen

Hunde sind Rudeltiere, die in einer bestimmten Rangordnung leben. Die Starken geben den Ton an und die Schwächeren müssen folgen. Das ist auch in einer Familie mit Hund so. Und der Vierbeiner versteht sehr gut, dass Kinder auch schwächer sind als Erwachsene, weil sie bestimmten 'Befehlen' der Erwachsenen Folge leisten müssen. Für den Hund ist ein Kind, auch innerhalb der Familie, deshalb oft schwächer als er selbst.

Maßregelt ein Kind nun einen Hund, dann nimmt er das nicht ernst, fühlt sich in einem ungünstigen Fall sogar davon bedroht und wehrt sich. Damit es nicht dazu kommt, sollten Kinder lernen, dass die Erziehung des Hundes auch in die Hände der Erwachsenen fällt.

7. Spiel nicht alleine mit einem Hund

Kinder unter 12 Jahren sollten nicht alleine mit einem Hund gelassen werden. Das gilt auch für das gemeinsame Spiel. Denn schnell kann aus dem Spiel Ernst werden. Es sollte deshalb immer ein Erwachsener dabei sein, der im Notfall eingreifen kann.

8. Störe einen Hund nicht beim Fressen

Eine der ersten Regeln, die Kinder im Umgang mit einem (eigenen) Hund lernen sollten ist, dass man einen Hund niemals beim Fressen stören sollte oder sogar versuchen, ihm etwas wegzunehmen. Denn ein Hund wird sein Fressen, also seine Beute, immer verteidigen. Kommt man ihm zu nahe, wird der Hund mit Knurren und vielleicht sogar Beißen reagieren.

Lebt ein Hund in einem Haushalt mit Kindern, sollte er die Möglichkeit haben, in Ruhe zu fressen. Das kann man ihm in einem extra Raum ermöglichen, der für die Kinder in diesem Moment verboten ist.

9. Halte Abstand zu den Zähnen

Vor allem im Spiel mit einem Hund kann es schnell passieren, dass dieser ohne böse Absicht statt nach dem Spielzeug nach der Hand oder dem Arm schnappt. Das kann ganz schön weh tun. Kinder sollten deshalb vorsichtig mit Hunden spielen und das 'Zurückholen' des Spielzeugs lieber den Erwachsenen überlassen. Schnappt der Hund tatsächlich mal nach dem Kind, sollte das auf jeden Fall laut 'Aua' rufen (egal, ob es wirklich wehtut oder nicht). Ein erzogener Hund sollte dann sofort loslassen.

10. Bleib ruhig

Kommt es doch mal vor, dass der Hund nach dem Bein oder Hose oder anderem schnappt, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Es kann viele Gründe geben, weshalb ein Hund so reagiert. Das kann im Spiel passieren, aus Angst oder als Beweis von Stärke. Wichtig ist, dass das Kind dann still hält und nicht wild zerrt. Denn je stärker man zerrt, desto stärker wird der Hund zubeißen und versuchen, zu halten, was er im Maul hat.

Hält man jedoch still, wird der Hund loslassen. Denn dann verliert er das Interesse daran.

11. Misch dich nicht in Hundestreits ein

Von außen kann es ziemlich gefährlich aussehen, wenn zwei Hunde miteinander raufen. Und das kann es auch für ein Kind werden, wenn es in einem solchen Fall versucht, die streitenden Hunde zu trennen und den eigenen Hund so vermeindlich zu retten. Im Streit ist der Hund einzig auf seinen Gegner fixiert. Er schnappt dann nach allem, was ihm vor das Maul kommt.

Kinder sollten nie streitende Hunde trennen und IMMER einen Erwachsenen zu Hilfe ziehen. Im Idealfall natürlich die Besitzer der streitenden Hunde.

12. Behandle Hunde wie gute Freunde

Gerade Kinder müssen im Umgang mit Haustieren anfangs viel lernen. Ein respektvoller Umgang mit anderen Lebewesen ist auch für die Entwicklung der Kinder besonders wichtig. Ein Hund, wie auch jedes andere Haustier, sollte immer wie ein guter Freund behandelt werden. Außerdem sollten Kinder lernen die Signale und Körpersprache des Hundes richtig zu deuten.

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) bietet extra für Kinder einen schönen Leitfaden an, mit dem spielerisch die Verhaltensregeln für Kinder im Umgang mit Hunden erlernt werden kann.

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