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Schulschließung wegen Corona: Was Eltern jetzt wissen müssen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 13. März 2020
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In allen 16 Bundesländern sind Schulen und Kitas geschlossen. Was bedeuten die Schulschließungen für arbeitende Eltern? Wir klären auf!

Alle 16 Bundesländer haben sich dazu entschieden, Schulen und Kindergärten zu schließen. Ein drastischer Schritt, wurden Einrichtungen bis vor einer Woche (Stand: 20.03.2020) nur geschlossen, wenn es Verdachtsfälle oder gar bestätigte Infektionen gab. Warum die Bundesregierung zögerte, war verständlich, denn Schul- und Kita-Schließungen sind vor allem für Arbeitnehmer ein großes Problem. Denn wer betreut die Kinder, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind?

Muss das Kind zu Hause von einem Elternteil betreut werden, ergeben sich automatisch mehrere Fragen: Wie lange dürfen Eltern mit ihren Kindern zu Hause bleiben? Werden sie von ihrem Job freigestellt? Müssen sie Urlaub nehmen, wenn sie nicht von zu Hause aus arbeiten können?

Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer entscheidet, ob eine Schule oder Kita geschlossen wird?

16 Bundesländer, 16 Regelungen, denn Schulthemen sind in Deutschland Ländersache. Schulen selbst haben nicht die Möglichkeit, diese Entscheidung im Alleingang zu treffen. In der letzten Woche (Stand 20.03.2020) entschieden sich alle Landesregierungen dazu, diese Einrichtungen zu schließen.

Ob Schulen und Kitas in einer Stadt, Region, einem ganzen Bundesland oder sogar deutschlandweit geschlossen werden, hängt davon ab, wie Virologen des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Gefahrensituation einschätzen. Die Landesregierungen haben daraus folgend entschieden, die Schulen in ihren Bundesländern zu schließen.

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Habe ich ein Recht auf Homeoffice?

Arbeitnehmer haben kein Recht auf Homeoffice. Das ist nicht gesetzlich geregelt und wird individuell in Firmen gehandhabt. Wer die Möglichkeit hat, von zu Hause aus zu arbeiten, sollte das so schnell wie möglich mit seinem Vorgesetzen klären. Schließlich liegt es auch im Interesse der Firma, einen Mitarbeiter lieber im Homeoffice als gar nicht beschäftigen zu können.

Das RKI allerdings empfiehlt "Maßnahmen zur Kontaktreduzierung in Gebieten, in denen vermehrt Fälle bekannt wurden" zu ergreifen. So wird Unternehmen und Betrieben, bei denen Heimarbeit möglich ist, geraten, ihren Arbeitnehmern die Arbeit aus dem Homeoffice zu ermöglichen und fördern.

Was passiert, wenn ich kein Homeoffice machen kann?

Generell gilt: Ist das eigene Kind krank und muss zuhause gepflegt werden, haben Mutter und Vater das Recht, der Arbeit je 10 Arbeitstage fern zu bleiben. Alleinerziehenden stehen 20 Krankheitstage zu. Der Arbeitgeber hat das Recht, sich einen Beleg darüber geben zu lassen.

Ist das eigene Kind gesund, muss aber zu Hause betreut werden, weil Kindergarten oder Schule geschlossen sind, darf ein Elternteil zu Hause bleiben, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Das ist dem Arbeitgeber umgehend mitzuteilen. Oft wird das über Überstundenabbau, Homeoffice oder unbezahlten Urlaub geregelt.

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Können Großeltern die Kinder betreuen?

Das aktuelle Virus Covid-19 ist vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, einem geschwächten Immunsystem und generell bei der Altersgruppe der über 60-Jährigen gefährlich. Die meisten schweren Verläufe einer Infektion betrafen bisher diese Gruppen.

Laut WHO war der Verlauf von Covid-19 bei infizierten Kindern bisher überwiegend mild, zum Teil zeigten Kinder gar keine Symptome. Das birgt die Gefahr, dass Kinder unwissend den Virus in sich tragen und so mit zu ihren Großeltern nehmen.

In einem Interview mit 'Spiegel' rät Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité, Kinder bis September oder Oktober nicht mehr von den Großeltern betreuen zu lassen.

Im Video: Diese Personengruppen sind besonders gefährdet

Video von Onmeda backoffice

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Kann ich mich bei einer Schulschließung mit anderen Eltern zusammentun, um mein Kind betreuen zu lassen?

Die Idee ist nahliegend, allerding widerspricht sie dem Grund einer Schulschließung. Schulen und Kitas werden geschlossen, um die Ausbreitung von Corona zu verlangsamen. Denn nur da, wo viele Menschen aufeinander treffen, hat das Virus die Möglichkeit, sich auszubreiten.

Besser ist es, sein Kind selbst zu Hause zu betreuen, zu seinem und dem eigenen Schutz vor dem Virus.

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Video von Justin Amaral
von Anne Walkowiak