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Fair & gleichberechtigt: So solltet ihr Kindern Hausarbeit beibringen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 18. Mai 2019

Seien wir ehrlich: Niemand von uns macht gerne Hausarbeit. Und trotzdem muss die Arbeit erledigt werden. Warum es so wichtig ist, dass ihr eure Kinder, und vor allem die Jungs, an regelmäßige Aufgaben zu Hause gewöhnt, wollen wir euch verraten. Und wir sagen euch, wir ihr eure kleinen (männlichen) Faulpelze dazu bringt, Haushalts-Helden zu werden.

Jetzt mal ein Geständnis, von dem ich glaube, dass viele von euch es so unterschreiben könnten: Den Großteil der Hausarbeit mache ich, die Mama, bei uns zu Hause. Putzen, Wäsche waschen, saugen, einkaufen, Arztermine für die Kinder – alles organisiert von Mama. Stimmt's? Ach so, und arbeiten gehen wir Mamas auch.

Ja, mein Mann hilft zu Hause mit. Er übernimmt die eine oder andere Aufgabe. Aber das macht er nur, wenn ich ihn darum bitte. Alleine käme er Jahrzehnte lang nicht auf die Idee, zum Staubsauger zu greifen. Und warum ist das so?

Weil er es so gelernt hat, von zu Hause – und da muss ich meine eigene Schuld eingestehen – von mir. Denn oft ist es so, dass ich es schnell selber mache. Denn dann ist es so, wie ich es haben will und eben erledigt. Das ist aber der falsche Weg. Für mich und auch für meine Kinder. Denn wir leben ihnen vor, dass Mama zu Hause das Chaos managt – aber auch oft darüber meckert.

Schluss mit Meckereien

Aber auch bei der Hausarbeit geht es um Gleichberechtigung. Und wenn wir wollen, dass unsere Kinder – Jungs wie Mädchen – in allen Bereichen des Lebens gleichberechtigt behandelt werden, dann müssen wir auch in den eigenen vier Wänden vorleben, wie es besser geht. Wie alle zufriedener sind, wenn jeder seinen Teil beiträgt. Eben auch zur Hausarbeit. Und deshalb müssen wir unseren Kindern beibringen, dass Hausarbeit gerecht geteilt werden muss und eben nicht die Frau den Großteil der Arbeit übernimmt.

Damit eure Söhne und Töchter also von Anfang an lernen, dass Haushalt Mann und Frau angeht und gerecht geteilt werden muss, solltet ihr diese Dinge bei euch berücksichtigen.

1. Teilt Hausarbeit gerecht auf

Mit gutem Beispiel vorangehen, heißt hier die Devise. Lasst eure Kinder sehen, wie ihr euch den Haushalt gerecht teilt. Erstellt im Zweifel einen Plan aller wöchentlich zu erledigenden Aufgaben. Subjektiv betrachtet macht der andere nämlich immer weniger als man selbst.

Wichtig ist, dass sich alle an den Plan halten. Das gilt für die Papas genauso wie für die Mamas. Auch wenn das heißt, dass Papa es ganz anders macht als Mama und das Ergebnis vielleicht nicht ganz ihren Vorstellungen entspricht.

2. Macht nicht alles an einem Tag

Ich habe es früher gehasst, wenn meine Mutter am Samstag verkündete, dass heute wieder sauber gemacht und aufgeräumt wird. Zimmer aufräumen, saugen, Staubwischen – die Aussicht auf drei Stunden Putzen haben mir direkt die Lust verdorben.

Verteilt man die Aufgaben aber auf verschiedene Tage, muss man höchstens eine halbe Stunde am Tag investieren und trotzdem bricht nicht das große Chaos aus. Ganz im Gegenteil.

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3. Achtung bei Rollenklischees

Mama und Tochter kümmern sich um die Küche, Papa und Sohn um die Werkstatt. Nein, so sollte es nicht laufen. Jeder kann alles zu Hause machen. Papa näht Knöpfe an, der Sohn macht den Abwasch, die Tochter bringt den Müll raus, Mama geht einkaufen und alle helfen anschließend beim Verstauen der Lebensmittel. Es gibt im Haushalt keine klassischen Frauen- und Männerarbeiten.

Klar, wenn Papa besser Kochen kann als Mama und Spaß daran hat, dann darf er das gerne öfter übernehmen. Das heißt aber nicht, dass Mama deshalb mehr Spaß beim Badezimmer putzen hat und das deshalb öfter übernimmt.

4. Freizeit für alle

Achtet darauf, dass ihr fair und gerecht seid, wenn es um die Verteilung von Hausarbeiten geht, aber auch, wenn es um die Freizeit geht. Lebt euren Kindern vor, dass Notwendiges getan werden muss, dass man sich dabei aber nie selbst zurückstellen muss.

Das gilt vor allem für eure Töchter. Mädchen tendieren öfter dazu, ihre eigenen Interessen hinten anzustellen. Man könnte auch sagen, sie erledigen ihre Aufgaben gewissenhafter als Jungs und nehmen sich deshalb weniger Zeit für sich. Beschränkt gewisse Arbeiten deshalb auch zeitlich. Und macht nach erledigter Arbeit etwas Schönes zusammen.

5. Macht Dinge zusammen

Ausflüge macht man in der Familie schon zusammen. Aber habt ihr schon mal versucht, als Familie zusammen zu putzen? Das macht mit allen nämlich auch viel mehr Spaß. Dreht Musik auf, die alle mögen, fegt, wischt und räumt eine halbe Stunde lang durch die Wohnung. Ihr werdet alle begeistert sein, was ihr zusammen in so kurzer Zeit schaffen könnt.

Ihr solltet als Familie auch viel öfter zusammen kochen. Schließlich ist das auch ein Teil der Hausarbeit. Dabei bekommt jeder eine Aufgabe: vom Gemüse schneiden bis Sauce abbinden. Dann schmeckt das Familienessen auch gleich viel besser.

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