Home / Living / [OLD] Gesprächsstoff / Skurril und brillant: Sean Penn in seinem neuen Film 'Cheyenne'

© Delphi
Living

Skurril und brillant: Sean Penn in seinem neuen Film 'Cheyenne'

von Julia Windhövel Veröffentlicht am 14. November 2011

Fast exakt 20 Jahre sind vergangen, seitdem Cheyenne (Sean Penn) alles stehen und liegen ließ und sich von der Außenwelt zurückzog. Raus aus seinem Leben auf der Höhe von Ruhm, Reichtum und Erfolg mit seiner Rockband 'Cheyenne and the Fellows'. Einen Grund hat er den Menschen, den Fans, den Medien nie genannt. Er ist einfach vom Erdboden verschwunden. Seither lebt er das Leben eines Einsiedlers in seiner Villa in Dublin, immer sachte schwankend zwischen gepflegter Langeweile und nagender Depression.

Cheyenne ist mittlerweile 50 Jahre alt, aber er sieht immer noch so aus wie damals, als er im Rampenlicht stand - ein Goth, durch und durch. Er hat es sich eingerichtet in seiner Existenz des fortgeschrittenen Nichtstuns.

Meistens wirkt Cheyenne ungerührt von seiner Umwelt und seinem eigenen Leben, das er unfähig zu leben wäre, würde es seine Frau Jane (Frances McDormand) nicht geben. Cheyennes engste Vertraute indes ist ein 16-jähriges Mädchen, Mary (Eve Hewson), ebenfalls ein Goth. Mary hat es nicht leicht im Leben: ihr älterer Bruder ist vor längerer Zeit spurlos verschwunden, niemand hat je wieder etwas von ihm gehört. Seit dem Verschwinden ihres Bruders will Marys Familie nichts mehr mit ihr zu tun haben.

Cheyenne und Jane sind eine Art Ersatzfamilie für den unglücklichen Teenager, auch wenn manchmal nicht ganz klar ist, wer eigentlich auf wen aufpasst. Als Cheyenne schließlich erfährt, dass sein Vater in New York im Sterben liegt, gibt ihm das den Impuls, etwas zu unternehmen. Obwohl er seit Jahren keinerlei Kontakt mehr zu dem Mann hatte, der wenig mehr als ein Fremder für ihn ist, beschließt er, nach New York zu reisen.

Da beginnt das Abenteuer seines Lebens. Cheyenne muss raus in die Welt. Mit seinem bizarren Look, nur einen Trollykoffer und die CD einer Band Namens 'The Pieces Of Shit' als Gepäck bei sich, schafft er es schließlich zur Adresse seines Vaters. Dieser lebt in einer jüdischen Nachbarschaft; Cheyenne wird von seinem jüngeren Cousin Richard, einem orthodoxen Juden, empfangen. Doch er kommt zu spät. Der Vater ist bereits gestorben.

Als Cheyenne seinen toten Vater betrachtet, fällt eine Tätowierung am Handgelenk auf - eine Abfolge von Zahlen. Im Haus seines Vaters findet er die Tagebücher des alten Mannes. Er beginnt darin zu lesen. So erfährt er, dass sein Vater sein ganzes Leben einem Ziel untergeordnet hatte: Er wollte den Mann finden, der ihn im Konzentrationslager demütigte: Aloise Lange.

Cheyenne fasst den Entschluss, die Suche seines Vaters fortzusetzen und Alois Lange zu finden. Er beschafft sich ein Auto und fährt los ...

Sehen Sie hier den Trailer zu 'Cheyenne':

von Julia Windhövel