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Filmstart 'Noah': Emma Watson glaubt an eine höhere Macht

von Julia Windhövel Veröffentlicht am 3. April 2014

Wir haben die Schauspielerin in Berlin zum Interview getroffen ...

Höhere Mächte scheinen Emma Watson zu liegen. Im Jahr 2000 meldete sie ihr damaliger Theaterlehrer für das Casting zu 'Harry Potter' an - und das bis dahin völlig unbekannte zehnjährige Mädchen ergatterte die Rolle der Hermine Granger. Fortan verbrachte sie ihre komplette Jugend als hochbegabte Zauberschülerin und wurde weltweit bekannt.

Jetzt spielt die mittlerweile 23-Jährige zum ersten Mal in einem Film von Kult-Regisseur Daren Aronofsky ('Black Swan', 'The Wrestler', 'Requiem for a Dream') mit. An der Seite von Russell Crowe ist sie in 'Noah' (Filmstart: 3. April) als dessen Adoptivtochter Ila zu sehen. In der Verfilmung der biblischen Geschichte der Arche Noah baut sie mit ihrer Familie und auf Gottes Geheiß ein Schiff, das sie, sowie von allen Tieren dieser Welt jeweils ein Paar, vor der Sintflut retten soll. Im Interview in Berlin spricht sie über ihre Erfahrungen mit höheren Mächten, über Ängste und darüber, was Liebe für sie bedeutet.

gofeminin.de: Während der Dreharbeiten zu 'Noah' tobte Hurrikan Sandy über New York. Wie hat sich das angefühlt?
Emma Watson: Das war echt surreal! Wir drehen einen Film über ein gigantisches Unwetter, eine Flut, die alles Leben auf der Erde vernichtet, und dann bricht ein Hurrikan über uns herein. Das war eine sehr atmosphärische Stimmung damals.

Was haben Sie gemacht, während um Sie herum der Hurrikan wütete?
Emma Watson: Ich war damals in einem Teil von New York, der nicht betroffen war, da habe ich mich total nutzlos gefühlt. Also habe ich bei 'Citymeals on wheels' mitgeholfen, das ist eine Nonprofit-Organisation, die sich darum kümmert, dass ältere New Yorker Essen und Gesellschaft haben.

Was haben Sie aus den Stunden des Hurrikans für sich mitgenommen?
Emma Watson: Ich habe gelernt, dass, so schrecklich so ein Naturereignis, eine Katastrophe auch ist, es die Menschen aber wirklich zusammenbringt und an einem Strang ziehen lässt. Das war sehr schön!

Hatten Sie denn gar keine Angst?
Emma Watson: Nein, irgendwie nicht. Ich erinnere mich allerdings noch an ein Erdbeben in Mexiko, das ich erlebt habe. Das habe ich als sehr beunruhigend und angsteinflößend empfunden.

Was genau hat Ihnen da Angst gemacht?
Emma Watson: Das Problem ist, glaube ich, dass wir Menschen immer meinen, die Kontrolle über unser Leben und unser Schicksal zu haben. Und dann passiert so etwas und man realisiert, dass man in Wirklichkeit nur Teil eines großen Ganzen ist.

Sind Sie eigentlich gläubig?
Emma Watson: Ich folge keiner bestimmten Glaubenslehre und würde mich eher als Universalisten bezeichnen. Damit meine ich, dass ich weder gläubige Katholikin oder Protestantin noch sonst etwas bin, aber daran glaube, dass es eine höhere Macht gibt.

Emma Watson als Ila in 'Noah' © Paramount Pictures

Waren Sie überrascht, als man Ihnen eine Rolle in 'Noah' angeboten hat?
Emma Watson: Ja, am Anfang schon! Ich konnte mir erst auch gar nicht so recht vorstellen, wie das aussehen soll. Aber als ich das Drehbuch gelesen hatte, war ich überzeugt. Im Prinzip ist das ja nichts anderes als eine Überlebensgeschichte, es geht um das Fortbestehen der Menschheit.

Das klingt ja in der Tat nach einem sehr universellen Stoff. Was sagen Sie denn dazu, dass 'Noah' von arabischen Zensoren bisher in Katar, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain verboten wurde und nicht gezeigt werden darf?
Emma Watson: Dass dieser Film Menschen zu starken Reaktionen treiben würde, war unvermeidlich und überrascht mich nicht. Ich denke, das sollten alle guten Filme und jede Art von Kunst tun, denn das bedeutet, dass sich die Leute wirklich mit dem Stoff auseinandersetzen und diskutieren. Das finde ich sehr wichtig!

Und warum sollte die Geschichte von Noah und seiner Arche heute noch erzählt werden?
Emma Watson: Weil sie so etwas Universelles hat, ich finde das sehr interessant! Ich habe gehört, dass Leute, die den Film gesehen haben, im Anschluss Fragen wie "Was ist eigentlich unsere Aufgabe auf der Erde, was ist der Sinn unseres Lebens?" oder "Glauben wir wirklich an eine höhere Macht?" diskutiert haben. Das ist wichtig und ich finde es toll, wenn ein Blockbuster solche Diskussionen hervorbringt!

Was ist denn Ihrer Meinung nach der Sinn des Lebens?
Emma Watson: Puh, das ist wirklich eine sehr persönliche und schwer zu beantwortende Frage. Das wird wahrscheinlich jeder anders sehen. Aber ich denke, dass es sehr wichtig ist zu verstehen, dass wir alle nur Teil eines größeren Ganzen sind.

In 'Noah' spielen Sie Ila, eine junge Frau, deren Leben für das Fortbestehen und die Zukunft der Menschheit von größter Bedeutung ist. Wie stellen Sie sich Ihre eigene Zukunft, sagen wir mal in 15 Jahren, vor?
Emma Watson: Ich hoffe, ich mache dann noch Filme, habe eine Familie und werde noch viel mehr von der Welt gesehen haben. Und ich hoffe, dass ich glücklich und noch immer neugierig sein werde.

Liebe spielt in 'Noah' eine sehr zentrale Rolle. Die Liebe zwischen Noah und seiner Frau, väterliche Liebe, Liebe und Hass zwischen den Geschwistern ... Liebe erscheint hier fast wie eine Naturgewalt, ohne die niemand kann. Wie sehen Sie das?
Emma Watson: Genau das ist einer meiner Lieblingsaspekte an dem Film. Menschen können eine Zeit lang ohne Essen überleben, aber Liebe brauchen wir alle, um unser Leben mit all den schwierigen Situationen zu meistern.

von Julia Windhövel

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