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Gleichberechtigung? Von wegen! In diesen Ländern geht es Frauen wirklich schlecht

Kathrin Stangl
von Kathrin Stangl Veröffentlicht am 1. Februar 2018
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Zum Weltfrauentag sollten wir auch diejenigen nicht vergessen, denen es nicht so gut geht wie uns. In einigen Ländern Afrikas und in der arabischen Welt werden Frauen noch immer wie Menschen zweiter Klasse behandelt...

Jedes Jahr veröffentlicht das Weltwirtschaftsforum den Global Gender Report, einen Bericht, der die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den unterschiedlichen Ländern analysiert. Während es uns hier in Deutschland (Platz 12) schon sehr gut geht und wir die gleichen Rechte und Bildungschancen haben wie Männer, gibt es immer noch Länder, in denen Gleichberechtigung ein Fremdwort ist. Frauen gelten dort als Menschen zweiter Klasse, sind Opfer von Gewalt und Misshandlungen. Haben kein Recht auf Bildung oder dürfen ihr Haus nur verschleiert und in Begleitung ihres Ehemannes verlassen. Schrecklich, dass es so etwas im 21. Jahrhundert noch gibt!

Das sind die 10 Länder, in denen es Frauen am schlechtesten geht:

Jemen

Die Mode im Jemen sagt viel über die Rechte der Frauen aus: Auch wenn offiziell keine Vollverschleierung vorgeschrieben ist, traut sich kaum eine Frau ohne auf die Straße. Bis auf einen kleinen Schlitz für die Augen ist ihr ganzer Körper bedeckt, ihr Anblick ist nur dem Ehemann erlaubt. 62 % der Jemenitinnen sind Analphabetinnen. Genitalverstümmellungen stehen hier auf der Tagesordnung. In keinem anderen Land der Welt geht es Frauen so schlecht wie hier.

Pakistan

Die Situation für Frauen in Pakistan ist zweigeteilt. Diejenigen, die in liberalen, wohlhabenden Familien in der Stadt aufwachsen, genießen eine Schulausbildung, manche von ihnen können später sogar studieren und Karriere machen. Doch der Großteil der Bevölkerung Pakistans lebt auf dem Land, verarmt und tief verankert in Tradition und Religion. Hier zählt das Leben eines Mädchens sehr viel weniger als das eines Jungen. Ehrenmorde, mit denen Familienmitglieder danach trachten, die ihrer Meinung nach beschmutzte Ehre der Familie wiederherzustellen, gehören zum Alltag.

Tschad

Für Frauen im zentralafrikanischen Land Tschad gibt es kaum gesetzlich verankerte Rechte. Selbst zehnjährige Mädchen werden zwangsverheiratet. Außerdem leben Frauen dort in ständiger Angst: Amnesty International berichtet von regelmäßiger Gewalt und Vergewaltigungen - meist durch Soldaten der Armee.

Syrien

Frauenrechte und Syrien, das passte noch nie so richtig gut zusammen. Doch seit Ausbruch des Bürgerkrieges sind die Zustände noch um einiges schrecklicher geworden. Frauen werden willkürlich verhaftet, gefoltert und vergewaltigt. Mädchen, die mit ihrer Familie über die Grenze geflohen sind, werden dort zur Zwangsheirat mit Ausländern genötigt.

Mali

Das öffentliche Leben in Mali ist vor allem den Männern vorbehalten. Frauen bleiben zu Hause, kümmern sich um den Haushalt und die Kinder. Statt Mädchen in die Schule zu schicken, werden diese schon früh auf ihre Aufgaben als Hausfrau vorbereitet. Auch Beschneidungen und Zwangsehen sind in Mali keine Seltenheit.

Iran

Laut iranischem Gesetz ist die Frau dort weniger Wert als der Mann. Frauen müssen Schleier tragen, dürfen das Haus nicht ohne die Erlaubnis ihres Mannes verlassen. Außerdem sind sie dazu verpflichtet, ihrem Mann jeder Zeit für Sex zur Verfügung zu stehen. Seit Jahren kämpfen die Frauen im Iran für ein überarbeitetes Scheidungsrecht, gleiche Bildungschancen und ein Ende der Kopftuchpflicht - bisher erfolglos.

Elfenbeinküste

Genitalverstümmelungen bei Frauen ist eines der größten Probleme an der Elfenbeinküste. Gut 40 % aller Mädchen werden beschnitten, im Norden des Landes sind es sogar bis zu 85 %. 2012 räumte eine Gesetzesreform den Frauen mehr Rechte ein, seitdem sind die Eheleute - zumindest formal - gleichgestellt. Doch im Alltag sieht das ganz anders aus.

Libanon

Auch wenn Frauen im Libanon kein Kopftuch tragen müssen und sich nach außen kaum von modernen, westlichen Bürgerinnen unterscheiden: Die Regeln sind klar! Für Frauen gelten nicht die gleichen Bürgerrechte wie für Männer. Für sie hat die Familie immer an erster Stelle zu stehen, wodurch ihre Karrierechancen sehr viel geringer sind.

Jordanien

Ganz nach traditioneller Rollenverteilung heiraten Mädchen in Jordanien nach der Schulausbildung, werden Hausfrauen und versorgen die Kinder. Ihre Staatsbürgerschaft können jordanische Frauen jedoch nicht auf ihren Nachwuchs übertragen. Gerade einmal 16,2 % der Jordanierinnen sind berufstätig. Auch hier sind Ehrenmorde etwas völlig Normales, die Täter werden meist nur unzureichend strafrechtlich verfolgt.

Marokko

In Marokko sind Abtreibungen per Gesetz verboten und werden mit Gefängnis bestraft. Selbst nach einer Vergewaltigung muss die Frau das Kind austragen. Nur wenn das Leben der Mutter auf dem Spiel steht, darf eine Schwangerschaft in Einzelfällen beendet werden. Gewalt prägt das Leben vieler Marokkanerinnen. Mehr als ein Drittel wird regelmäßig Opfer von Gewalt - meistens sind es die Ehemänner, die zuschlagen.

Wirklich schlimme Zustände, die in manchen Ländern dieser Welt herrschen. Da können wir uns wirklich mehr als glücklich schätzen, in so einem sicheren und fairen Umfeld aufgewachsen zu sein.

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