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Der letzte Vorhang ist gefallen: Deutschland trauert um Jopie Heesters

von Julia Windhövel Veröffentlicht am 24. Dezember 2011

Als Johannes Heesters Ende November wegen eines Schwächeanfalls ins Krankenhaus eingeliefert wurde, fürchteten seine Fans schon das Schlimmste. Doch 'Jopie' versprach, dass er seinen 108. Geburtstag unbedingt noch erleben wollte. Und er hat sein Versprechen gehalten.

Gemeinsam mit seiner Familie konnte er am 5. Dezember auf seinen Ehrentag anstoßen. Doch nach 90 Jahren auf der Bühne, einem Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde und mit sage und schreibe 108 Jahren auf der Lebensuhr war Schluss: Johannes 'Jopie' Heesters ist am 24.12.2011 im Kreise seiner Lieben gestorben.

Heesters, dessen eigentlicher und vollständiger Name Johan Marius Nicolaas Heesters lautete, war nicht nur mit einem sehr langen, sondern auch mit einem sehr bewegten Leben bedacht worden. Bereits mit 16 Jahren fasste er den Entschluss, Schauspieler zu werden. In dem Stummfilm 'Cirque Hollondais' spielte 'Jopie' seine erste Nebenrolle. 1932 übernahm er seine erste Rolle als Sänger, die ihm in der Folge Auftritte in zahlreichen Operetten verschaftte.

Den Spitznamen 'Jopie' verdankt Heesters übrigens seinem Berliner Publikum. In Berlin trat Heesters auch zum ersten Mal in seiner späteren Paraderolle des Grafen Danilo auf (in 'Die lustige Witwe'), die er 35 Jahre lang immer weiter ausbaute. In späteren Jahren sah sich Heesters Vorwürfen ausgesetzt, er habe mit den Nationalsozialisten sympathisiert. Allerdings war er nie Mitglied der NSDAP.

Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1985, mit der er zwei Töchter hatte, heiratete Heesters 1992 die Schauspielerin Simone Rethel, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte.

Im Laufe seiner langen Karriere gewann Heesters zehn Mal den Bambi. 2008 stand er für eine Folge der ZDF-Serie 'Wege zum Glück' vor der Kamera, zuletzt auch für einen Kurzfilm mit dem Titel 'Ten'.

von Julia Windhövel