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Schockierende Bilder: Ein kleines Kind lebt im Drogensumpf

von Nadine Jungbluth Veröffentlicht am 25. März 2014

Wie weit darf Kunst gehen? Ein erschreckendes Fotoprojekt sorgt für Empörung im Internet!

Wie weit darf Kunst gehen? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man die folgenden Fotos sieht. Anfisa ist ein kleines Mädchen, das mit ihren Eltern, Pasha und Lilya, in Sankt Petersburg lebt. Doch Anfisa führt ein anderes Leben als die meisten Zweijährigen, denn ihre Eltern sind drogensüchtig.

In einer bewegenden Fotoreihe mit dem Namen 'Another Family' dokumentierte Fotografin Irina Popova (www.irinapopova.net) das Leben des kleinen Mädchens mit ihren stark drogen- und alkoholabhängigen Eltern. Die Fotos entstanden bereits 2008 und wurden anschließend in einer Ausstellung in Sankt Petersburg gezeigt und sogar für verschiedene Auszeichnungen nominiert.

Wie weit darf man für die Kunst gehen?

Doch als die Fotos sich anschließend im Internet verbreiteten, schlug Popova eine Welle der Empörung entgegen. Viele konnten nicht fassen, dass die Fotografin nicht eingegriffen hat, sondern die kleine Anfisa ihrem 'Elend' überlassen hat. Ihr wurde vorgeworfen, sie hätte die Situation ausgenutzt und wäre nur daran interessiert gewesen, skandalträchtige Bilder zu machen, statt an das Wohl des Kindes zu denken und einzugreifen.

Und tatsächlich: Wenn man sich die Fotos anschaut, möchte man am liebsten sofort aufspringen und der kleinen Anfisa helfen! Während ihre Eltern auf der Straße um Geld betteln, wilde Drogenpartys feiern und anschließend ihren Rausch ausschlafen, bleibt die Zweijährige meist sich selbst überlassen. In all dem Chaos und Dreck, zwischen Drogenbesteck und leeren Alkoholflaschen, lebt sie ein Leben, das man keinem Kind wünschen möchte.

Die Fotografin verteidigt sich

Doch Popova wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe, sie hätte die Situation ausgenutzt. Nur durch Zufall war sie nachts in Sankt Petersburg Lilya begegnet, die betrunken auf die Straße urinierte und einen Kinderwagen schob. Die Fotografin sprach sie an und beschloss, für zwei Wochen das Leben der jungen Familie zu begleiten und fotografisch zu dokumentieren.

"Vielleicht ist es seltsam, aber mein Ziel war es, die Möglichkeiten von Liebe am Rande unserer Gesellschaft aufzuzeigen", erklärt Irina Popova ihre Arbeit. "Ich hoffte ein besseres Verständnis zu schaffen, eine Brücke zu bauen zwischen den Menschen und zu zeigen, dass es nicht einfach ist, ein Kind großzuziehen."

Nach der Veröffentlichung der Fotos im Internet wurden die Behörden auf die Familie aufmerksam und stellten Untersuchungen an. Doch Anfisa durfte bei ihren Eltern bleiben. Inzwischen leben Pasha und Lilya getrennt. Beide kämpfen mit einer Therapie gegen ihre Sucht an. Die kleine Anfisa lebt bei ihrem Vater und seiner neuen Freundin und besucht inzwischen die Grundschule.

Die bewegenden Bilder des Fotoprojekts gibt es inzwischen auch als Buch 'Another Family' zu kaufen auf www.dossoc-store.com

von Nadine Jungbluth

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