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Chen bittet seine Mutter, ihn sterben zu lassen - damit rettet er ihr das Leben

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 25. Februar 2015
© jznews.com

Der kleine Chen weiß, dass er sterben muss. Er weiß auch, dass seine Mutter dringend eine neue Niere braucht, um zu überleben. Deshalb bittet Chen seine Mutter nicht nur, ihn sterben zu lassen, sondern auch, dass sie sich seine Niere transplantieren lässt.

Diese Geschichte lässt uns wirklich traurig und zugleich beeindruckt zurück. Als Chen gerade fünf Jahre alt ist, finden Ärzte einen Gehirntumor bei dem kleinen Jungen. Und als wäre dieses Schicksal nicht schon Bürde genug, erkrankt kurze Zeit später auch seine Mutter an schwerer Niereninsuffiziens. Fortan müssen beide unzählige Stunden im Krankenhaus verbringen.

Chens Situation verschlimmert​ sich trotz seines Kampfgeists zusehends. Er verliert sein Augenlicht, all seine Kraft und ist ans Bett gefesselt. Selbst das Reden fällt ihm schwer. Für eine Operation ist der kleine Junge bereits zu schwach. Ärzte bereiten seine Familie auf den nahenden Tod vor. Auch seiner Mutter geht es immer schlechter. Sie muss sich regelmäßigen Dialysen unterziehen - kann nur noch durch eine Spenderniere gerettet werden.

Als der kleine Chen merkt, dass sein Leben nicht mehr zu retten ist, mit seinem Tod aber seine Mutter gerettet werden könnte, steht seine Entscheidung fest: Chen möchte sterben und seine Niere spenden. Ein Schock für seine Mutter, denn ihr Überleben bedeutet gleichzeitig den Tod ihres geliebten Sohnes. Sie lehnt diesen Wunsch zu Beginn konsequent ab.

Doch Chen besteht auf seinen letzten Wunsch. "Ich möchte Mama retten. Ich möchte Mama beschützen", wird der Junge von jznews.com zitiert. Schließlich kann seine Mutter ihm diesen Wunsch nicht länger abschlagen und willigt ein, dass sie nach seinem Tod eine seiner Nieren annehmen wird. Am 2. April 2014 erliegt Chen schließlich seinem Gehirntumor.

Keine sechs Stunden nach seinem Tod entnehmen Ärzte Chen das lebensrettende Organ. Vor dem Eingriff erweisen ihm die Mediziner ihren Respekt und verbeugen sich vor ihm. "Ich werde auf meinen Körper aufpassen und von nun an mit der Niere meines Sohnes leben", sei alles, was Chens Mutter nach dem Eingriff geäußert habe.

​Doch nicht nur ihr Leben, auch das zweier weiterer Personen konnte der kleine Junge retten: Eine 21-jährige Frau bekam Chens rechte Niere und ein 27-jähriger Mann seine Leber. Auch diese beiden Transplantationen verliefen erfolgreich.​

Der Mut und die Kraft des kleinen siebenjährigen Chen beeindrucken uns zutiefst. Trotz seines jungen Alters ist er ein wahrer Held. Im Angesicht des Todes hat er an andere Menschen gedacht, andere Menschen gerettet. Wir verbeugen uns vor so viel Menschlichkeit.

von Anne Walkowiak