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Food Porn: Wollt ihr uns veräppeln? Wie Instagram jetzt mit den 'Mager-Mädels' abrechnet!

von Redaktion Veröffentlicht am 24. Mai 2014

Sie lecken lustlos an der Pizza und knabbern halbherzig am Eis: Ein neuer Blog bringt die Wahrheit über #FoodPorn ans Licht.

Ein saftiges Stück Schokokuchen, ein Teller bunter Donuts oder ein doppelt belegter Burger mit extra viel Käse - da läuft uns schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen. Erst recht, wenn wir auch noch die appetitlichen Bilder präsentiert bekommen!

#FoodPorn heißt das Stichwort! Essen zu fotografieren und auf Instagram hochzuladen ist zu einem der seltsamsten, aber zugleich größten Internettrends der vergangenen Jahre geworden. Wo man nur hinschaut, wird man auf Blogs und in den sozialen Netzwerken mit Bildern von luxuriösen Speisen, liebevoll angerichteten Desserts und kalorienreichen Süßigkeiten bombardiert! Allen voran von erfolgreichen Models und angesagten Fashion-Bloggerinnen, die ihre Fans fast täglich mit neuem Fotomaterial versorgen.

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Doch auffällig ist: Viele der Damen, die ständig Food-Fotos posten, sind extrem dünn! Manch einer würde sogar behaupten: Sie sind untergewichtig. Wollen die uns wirklich weismachen, dass sie die Berge an Kalorien, die sie täglich per Foto posten, auch tatsächlich essen? Entweder haben all diese Ladys einen verdammt - verdammt! - guten Stoffwechsel oder ... wir werden hier gehörig verarscht!

Bitte einmal lächeln ... ähm, lecken!

Das Projekt 'You did not eat that' (deutsch: 'Das hast du nicht gegessen') nimmt nun genau diese verdächtigen Bloggerinnen aufs Korn, die uns täglich mit ihrer "Ich kann alles essen ohne dick zu werden"-Show im Internet nerven. Auf dem Instagram-Blog finden sich Fotos zahlreicher Mager-Mädels, die sich auf ihren Bildern wahre Kalorien-Battles liefern. Lasziv räkeln sie sich mit einem fettigen Burger am Strand, stapeln zuckrige Donuts meterhoch auf ihren dürren Beinchen oder lächeln verschmitzt hinter einer überdimensionalen Eiswaffel hervor.

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Mit seinen bissigen Kommentaren spricht uns der Blog wirklich aus der Seele! So steht da zum Beispiel: "Nichts passt besser zusammen, als eine Packung Kekse und ein Thigh Gap" oder "Wie toll, dass ich von Magnum dafür bezahlt werde, mit abwesendem Blick dieses Eis in die Kamera zu halten".

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Auch wenn die Bloggerinnen und Models uns weismachen wollen, dass sie all diese Kalorienbomben in sich hineinstopfen: Wir glauben ihnen kein Wort ... ähem, Bild! Denn erstens: Wer sein Essen wirklich genießt, der hat keine Zeit und keine Lust, währenddessen noch für Fotos zu posieren und sie im Internet zu posten. Und zweitens: Die Rechnung geht einfach nicht auf. Jeder Grundschüler weiß doch inzwischen: Wer mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt, der nimmt zu! Burger plus Donuts plus Cookies ergeben demnach eine Plauze und keine Size Zero!

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Der süße Schein trügt

Inzwischen hat sich auch die Frau zu Wort gemeldet, die hinter 'You did not eat that' steckt. Allerdings möchte sie anonym bleiben. Dem 'New York Magazine' erklärte sie, dass sie bereits seit zehn Jahren in der Mode- und Lifestyle-Branche arbeitet und die ganze Blogger-Szene inzwischen für absurd hält. "All diese Mädchen in ihren teuren Outfits - wahrscheinlich ausgeliehen oder geschenkt - stolzieren die Straße im West Village oder in Venedig entlang, kaufen sich irgendwelchen Süßkram in den Shops und posieren dann in ihren glitzernden Valentino-Stilettos!" Das Erdbeereis ist nicht zum Essen da, es wird zum Accessoire.

Doch die Reaktionen auf ihr Projekt sind durchwachsen. Während viele Lifestyle-Portale den neuen Blog als Revolution feiern, ist der Aufschrei in der Fashion- und Bloggerszene groß. Zahlreiche Frauen melden sich zu Wort und behaupten steif und fest, dass sie all das auch tatsächlich essen und ihre Figur trotzdem dank eines straffen Sportprogramms halten. Doch warum berichtet darüber niemand? Warum will uns die rosarote, glitzernde Bloggerwelt weismachen, alles wäre so wunderbar einfach? Warum spricht keiner von Schweiß, alle nur von Schokolade?

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Die Autorin von 'You did not eat that' weiß, worum es geht: Nur um den schönen Schein! Um das perfekte Foto auf Instagram. "Etwa vor einem Monat sah ich ein Dutzend Blogger an einem Tisch voller Desserts. Etwa fünf Minuten lang machten sie eifrig Fotos mit ihren Markensonnenbrillen neben den Macarons. Dann gingen sie einfach wieder und nichts wurde gegessen." Die Fotos tauchen später auf diversen Blogs auf und werden millionenfach angeklickt, geliked und kommentiert.

'You did not eat that' möchte nicht etwa schlanke Menschen verurteilen, sondern nur ein wenig Licht in die bittersüße Schattenwelt der Bloggerszene bringen. Uns aufzeigen, wie absurd das Internet tatsächlich ist, und wie wir uns von dieser 'schönen' Scheinwelt blenden lassen.

Das hat die Blogautorin geschafft! FoodPorn-Fotos werden wir von nun an wohl mit anderen Augen betrachten. Und wenn wir heute abend genüsslich unsere Packung Schokokekse verputzen, widmen wir sie all den armen Mädels da draußen, die ihr Essen immer nur fotografieren, anstatt es zu genießen. Versprochen!

PS: Beweisfotos gibts aber keine.

Gratulation an die "schlechtesten" FoodPorn-Bilder

Einmal lecken ist erlaubt! © instagram.com/youdidnoteatthat

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von Redaktion

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