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Zahnpflege: Elektrische Zahnbürste oder von Hand Zähne putzen - was ist besser?

Christina Cascino
von Christina Cascino Veröffentlicht am 20. April 2018
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Mehrmals täglich greifen wir zur Zahnbürste, um unsere Zähne von Essensresten, Plaque und anderen Verschmutzungen zu befreien. Die einen bevorzugen die Handzahnbürste, die anderen die elektrische Zahnbürste. Doch welche Putzmethode ist eigentlich besser?

Oszillierende E-Bürste, Schall- oder Ultraschallzahnbürsten - die Wahl der richtigen Zahnbürste ist heutzutage ähnlich kompliziert wie die Suche nach dem richtigen Smartphone. Doch ist Hightech auch wirklich besser? Oder tut es auch immer noch die gute alte Handzahnbürste?

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"Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen!" - das haben wir schon in frühen Kindesjahren gelernt. Doch das Zähneputzen unmittelbar nach dem Essen von bestimmten Lebensmitteln kann schaden. Der Grund: Verzehren wir stark saure Lebensmittel wird unser Zahnschmelz, Zahnbein und Wurzelelement von Säuren attackiert. Die Säuren lösen Mineralien wie Kalizum und Phosphat aus dem Zahnschmelz heraus, sodass die Schutzschicht geschwächt wird. Putzen wir nun die Zähne, reiben wir nur den aufgeweichten Zahnschmelz ab.

Die Vorteile der elektrischen Zahnbürste: schneller und einfacher

Immer mehr Menschen greifen zu elektrischen Zahnbürsten. Sie werden von Zahnärzten empfohlen und reinigen meist sorgfältiger und schonender als manuelle Handzahnbürsten. Ein großer Vorteil der elektrischen Modelle ist, dass das Gerät für uns den Großteil der Arbeit übernimmt - wir müssen lediglich dafür sorgen, dass die rotierende Bürste auch wirklich alle Zahnbereiche erfasst.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass elektrische Zahnbürsten die Zähne in der gleichen Zeit gründlicher putzen als Handzahnbürsten. Nach bereits drei Monaten verzeichneten die Studienteilnehmer weniger Bakterienbeläge auf den Zähnen sowie weniger Zahnfleischentzündungen.

Elektrische Zahnbürsten haben runde Köpfe, die halbkreisförmig hin- und herschwingen. Sie arbeiten meist mit sehr hohen Schwingungszahlen bis zu 40.000 Umdrehungen in der Minute. Zusätzlich pulsieren einige Modelle. Dadurch können Beläge auf den Zahnflächen und in den Zahnzwischenräumen einfacher und schneller entfernt werden als mit der Handzahnbürste. Frühere Annahme, dass elektrische Bürsten schlecht für das Zahnfleisch sind, sind falsch. Im Gegenteil: Auch für das Zahnfleisch und den Zahnschmelz sollen elektrische Bürsten deutlich schonender sein. Des Weiteren überzeugt die elektrische Bürste mit weiteren Besonderheiten. Ein innovatives Bürstensystem zum Beispiel machen durch Vibration auf zu festes Aufdrücken aufmerksam oder integrierte Timer, die zeigen, wann die empfohlene Reinigungszeit erreicht ist.

Rundkopf oder doch lieber mit Schall?

Grundsätzlich wird bei elektrischen Zahnbürsten zwischen oszillierenden Zahnbürsten und Schallzahnbürsten unterschieden. Erstere besitzen rotierende, oszillierende Rundkopfbürsten, die sich hin und her sowie kreisförmig bewegen. Im Schnitt werden rund 3000 Schwingungen pro Minute erreicht. Manche Modelle pulsieren zudem und klopfen leicht auf den Zahn, um Zahnbelag zu entfernen.

Schallzahnbürsten besitzen einen länglichen Borstenkopf - ähnlich einer klassischen Handzahnbürste. Die Borsten schwingen mit rund 40.000 Schwingungen pro Minute und sind damit recht schnell. Für die Vibration in der Bürste sorgt ein integrierter Chip, der Schall erzeugt. Die Vibration sorgt nicht nur für saubere Zähne, sondern versetzt zudem den Speichel in Zirkulation. Dadurch lässt sich der Plaque einfacher von den Zähnen entfernen.

Oder doch die gute alte Handzahnbürste?

Elektrische Zahnbürsten überzeugen im Vergleich zur Handbürste mit einem optimierten Reinigungsergebnis. Negativ ist dagegen der meist hohe Preis, die teils geringe Akkulaufzeit und die Lautstärke. Also doch die Handzahnbürste?

Viele Testergebnisse zeigen, dass Handzahnbürsten durchaus mit elektrische Zahnbürsten mithalten können. Wichtig ist hier, dass die Zahnbürsten abgerundetet Borsten besitzen, da diese an schwer zugängliche Stellen kommen und schonend zum Zahnfleisch sind. Die Borsten sollten möglichst mittelhart oder weich sein und aus Synthetik bestehen, um bakterielle Verunreinigungen zu vermeiden.

Im Test: Philips Sonicare DiamondClean

Bei der elektrischen Zahnbürste von Philips handelt es sich um eine Schallzahnbürste mit fünf verschiedenen Putzprogrammen für eine individuelle Reinigung. Das Programm "Clean" wird für die tägliche Reinigung genutzt, "Gum Care" ist speziell für die Zahnfleisch-Massage gedacht, gründlich gereinigt wird mit dem "Deep Clean"-Programm, während es besonders sanft mit "Sensitive" zugeht. Wer oberflächliche Verfärbungen auf den Zähnen entfernen möchte, nutzt einfach das spezielle "White"-Programm.

Die Zähne werden mit 62.000 Bürstenkopfbewegungen pro Minute geputzt. Die Hochgeschwindigkeitsbewegungen sorgen dafür, dass aus Zahnpasta und Speichel eine sauerstoffreiche, schäumende Flüssigkeit entsteht, die durch schwer erreichbare Zahnzwischenräume gepresst wird. Somit werden Zahnzwischenräume und der Bereich am Zahnfleischsaum besonders effektiv gereinigt.

Die Ausstattung:

Was direkt auffällt: Die Philips Sonicare Diamond Clean Schallzahnbürste kommt mit einer Menge Lademöglichkeiten daher. Neben einem Ladeglas gibt es des Weiteren ein USB-Kabel und ein Reiseladeetui für unterwegs.

Mega cool: Das Ladeglas! Das Glas wird einfach an die Steckdose angeschlossen und sobald man die Zahnbürste in das Glas stellt, beginnt der Ladevorgang. "Induktion" ist hier das Stichwort! Heißt: Der Akku wird ohne direkten Kontakt geladen, was die Bedienung besonders unkompliziert macht.

Philips liefert zudem eine weitere Möglichkeit für den Ladevorgang - was besonders auf Reisen super ist: Das USB Ladeetui. Auf Reisen wird die Zahnbürste einfach im Etui verstaut und mit dem beiliegenden Adapter an die Steckdose oder auch direkt beispielsweise an einen Laptop angeschlossen. Das Geniale dabei: Die Zahnbürste muss zum Laden nicht aus dem Etui genommen werden.

Die verschiedenen Funktionen:

Neben den fünf verschiedenen Putzprogrammen überzeugt vor allem der praktische 2-Minuten-Timer, der anzeigt, wann die von Zahnärzten empfohlene Putzdauer erreicht ist. Damit nicht zu einseitig geputzt wird, gibt es zudem die Möglichkeit, dass alle 30 Sekunden ein Signal ertönt.

Leider gibt es keine seperaten Wählschalter - die verschiedenen Programme werden über ein und dieselbe Taste eingestellt, die zudem als Ein-/Ausschalter fungiert. Das ist ein wenig unpraktisch, denn sobald man drückt, legt die Zahnbürste schon los und man muss sich erst durchdrücken bis man die gewünschte Einstellung gefunden hat. Heißt: Schaltet man die Zahnbürste schon an, bevor man sie im Mund hat, spritzt die Zahnpasta überall rum.

Das Putzergebnis:

Die Zähne fühlen sich nach dem Zähne putzen besonders glatt und weich an - und das nach allen fünf verschiedenen Putzprogrammen. Wer besonders empfindliche Zähne oder Zahnfleisch hat, sollte die Einstellunug "Sensitive" nutzen.

Dir richtige Putztechnik zählt

Entscheidender als die Zahnbürste an sich, ist vielmehr die richtige Putztechnik und der richtige Druck: Wer mit zu starkem Druck putzt, kann Schäden am Zahnfleisch verursachen. Grundsätzlich sollte man sich für die Zahnbürste entscheiden, mit der man sich am wohlsten fühlt und am besten klarkommt. Wer ganz genau wissen will, wo bei ihm die Schwachstellen liegen, sollte seinen Zahnarzt aufsuchen. Der kann mit einer Plaque-Färbetabelle herausfinden, wie es um die Putzleistung steht.

von Christina Cascino