Home / Fit & Gesund / Gesundheit

Fencheltee: Wie wirkt das Gemüse als Heilpflanze?

von Jane Schmitt Erstellt am 19.04.21 um 17:00
Fencheltee: Wie wirkt das Gemüse als Heilpflanze? © GettyImages

Fenchel ist vielseitig einsetzbar. Als schmackhaftes Gemüse, als Gewürz in der Küche oder auch als Heilpflanze, die besonders gut gegen Bauchschmerzen hilft. Dabei wirkt Fencheltee sogar sanft genug, um Babys zu behandeln.

Fenchel ist seit jeher eine beliebte Heilpflanze. Bereits in der Antike wurde die Pflanze zur Heilung von Augenleiden verwendet. Der Fenchel ist damit vermutlich eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Die Fenchelpflanze und ihre Samen enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Bitterstoffe und ätherische Öle.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Gewürzfenchel, dessen Samen für Fencheltee oder als Gewürz verwendet werden, und Knollenfenchel, der als Gemüse auf dem Teller landet. Außerdem wird noch zwischen bitterem und süßem Fenchel unterschieden.

Besonders häufig wird Fencheltee gegen Verdauungsbeschwerden empfohlen. Ein Fenchel-Aufguss aktiviert den Verdauungstrakt und wirkt auch gegen Blähungen und Bauchkrämpfe.

Im Video: Schon gewusst? Werdende Mütter können nicht nach Lust und Laune Tee trinken. Ein Beispiel: Pfefferminztee und was Schwangere beachten sollten

Video von Aischa Butt

Gegen welche Beschwerden wirkt Fencheltee am besten?

Als Heilmittel wird Fenchel ganz häufig als das Allheilmittel bei Bauchschmerzen oder Verdauungsbeschwerden angepriesen. Doch gibt es weitere typische Anwendungsgebiete für Fenchel wie beispielsweise bei Erkältungen.

Fencheltee wirkt lindernd bei allerlei Verdauungsbeschwerden wie Magen-Darm-Beschwerden, leichte Krämpfe, aber auch Blähungen und Blähbauch sowie Völlegefühl. Schwangeren wird Fencheltee gegen Sodbrennen empfohlen.

Des Weiteren kann Fencheltee und auch Fenchelöl (äußerlich angewandt) krampflösend bei Menstruationsschmerzen wirken. Zusätzlich wirkt Fencheltee schleimlösend und vor allem in Kombination mit Honig wohltuend bei Erkältungen mit Husten. Kinder bekommen gerne Fenchelhonig zur Linderung solcher Beschwerden.

Hildegard von Bingen verwendete Fenchel wohl auch, um damit die Lebensgeister zu wecken und somit Niedergeschlagenheit und Depression entgegenzuwirken. Im Mittelalter wurden Fenchel, der damals als magisch galt, am Johannistag an die Türen gehängt, um böse Geister für das Jahr fernzuhalten.

Nicht übertreiben: Fencheltee als Stilltee

Für stillende Mütter ist Fencheltee besonders interessant zur Unterstützung bei der Bildung von Muttermilch. Denn Fencheltee zählt neben Anis-, Brennnessel- und Kümmeltee zu den sogenannten Stilltees, welche die Milchproduktion anregen. Da die Wirkstoffe dann über die Muttermilch an den Säugling weitergegeben werden, darf die Mutter nicht zu viel davon trinken, da der wirksame Fenchel in geringen Dosen zwar gegen Krämpfe und typische Babykoliken helfen kann, zu viel des Guten kann sie aber verstärken. Mehr als drei Tassen pro Tag sind in der Regel nicht ratsam. Mütter sollten sich daher von ihrer Hebamme oder mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt beraten lassen. Mitunter wird Fencheltee in verdünnter Form auch für Babys empfohlen, dann aber nur ein Teelöffel vor der Mahlzeit.

Lesetipp: Tee in der Schwangerschaft: Welche Sorten sind erlaubt?

Wie wirkt Fencheltee?

Die Stoffe im Fenchel wirken krampflösend, entzündungshemmend, verdauungsfördernd und schleimlösend. Deshalb wird Fencheltee gegen viele Beschwerden angewendet.

Fenchel enthält verschiedene Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, die ihn so wirksam zur Linderung von Beschwerden machen. Vor allem in den Fenchelsamen ist das ätherische Öl enthalten, das besonders schleimlösend wirkt und gegen Völlegefühl hilft.
Dieses setzt sich zusammen aus:
- Anethol (circa 80%): wirkt antibakteriell, antimykotisch; süßlicher-anisartiger Geschmack
- Fenchon: wirkt krampflösend; schmeckt bitter

Neben dem heilenden Öl sind noch weitere Stoffe enthalten wie Flavonoide, Antioxidantien und östrogen-ähnlichem Stoff Estragol. Des Weiteren ist Fenchel als Gemüse (Blatt und Knolle) reich an Ballaststoffen, Vitamin C, Vitamin A und Carotin. In der Kräutermedizin werden vor allem Wurzeln, Früchte bzw. Samen und Blütenköpfe verwendet.

Lesetipp: Blähungen beim Baby: SOS-Hilfe gegen Bauchweh

Fencheltee selbst zubereiten

Wer selbst einen Fencheltee zubereiten möchte, sollte sich an die üblichen Mengenangaben auf der Packung oder der Empfehlung von Arzt oder Apotheker halten. Auch anerkannte Ratgeber wie "Das große Lexikon der Heilpflanzen" von Andrew Chevallier (hier bei Amazon*) liefern Anwendungshinweise. So empfiehlt Chevallier als Rezept zur Anwendung von Fencheltee gegen Verdauungsstörungen:
1 gehäuften Teelöffel Fenchelsamen mit 750 ml kochendem Wasser aufbrühen. Über den Tag verteilt trinken.

Hier könnt ihr Fenchelsamen in Bio-Qualität via Amazon bestellen.*

Wer Fenchelöl als Heilmittel verwenden möchte, muss darauf achten es nicht unverdünnt aufzutragen. Außerdem sollte man sich zunächst mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin absprechen, da es gerade mit hormonhaltigen Medikamenten (Hormonersatztherapie oder die Pille) zu Wechselwirkungen kommen kann, warnt das Gesundheitsportal Onmeda.de. Auch wer zu Allergien neige und überempfindlich auf Doldenblütler wie Anis, Dill, Kümmel, Sellerie oder Koriander reagiert, sollte die Finger von Fenchel lassen.

Quellen:

NEWS
LETTERS
News, Tipps und Trends... wir haben viele spannende Themen für dich!

Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich der Information und ersetzt keine Diagnose vom Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, wendet euch an euren Arzt oder Apotheker.

* Affiliate-Link

Das könnte dir auch gefallen