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Gender Sleep Gap: Warum Frauen weniger schlafen als Männer

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Gender Sleep Gap: Was steckt dahinter?

Wir verraten euch, warum Frauen oft schlechter schlafen als Männer.

Gender Pay Gap, Gender Care Gap – diese Begriffe kennen die meisten von uns. Doch was ist eigentlich die Gender Sleep Gap?

Inhaltsverzeichnis

Schlaf ist extrem wichtig für unsere Gesundheit – das wissen wir nicht erst seit gestern. Trotzdem kämpft laut einer Befragung beinahe die Hälfte der deutschen Bevölkerung mit Schlafproblemen. Insbesondere Frauen sind davon betroffen.

Warum Frauen im Vergleich zu Männern häufiger schlecht schlafen, untersuchen aktuell Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Und die Wissenschaft hat für ihre Forschungen auch schon einen Begriff: „Gender Sleep Gap“.

Was ist die Gender Sleep Gap?

Die Gender Sleep Gap bezeichnet die Kluft zwischen den Geschlechtern, wenn es um die Schlafdauer und auch Schlafqualität geht. Denn im unmittelbaren Vergleich schlafen Frauen deutlich schlechter und weniger als Männer. Laut einer Studie aus Großbritannien schlafen Frauen im Durchschnitt sogar drei Stunden weniger als Männern.

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Was sind die Gründe für die Gender Sleep Gap?

Warum Frauen weniger guten und erholsamen Schlaf bekommen, hängt von vielen Faktoren ab. Es gibt viele individuelle Dinge und Lebensumstände, die einem im wahrsten Sinne den Schlaf rauben können. Diese Gründe sind laut Studien Teil des Problems:

1. Hormonelle Faktoren

Egal ob Schwangerschaft, Menstruation oder Menopause – Hormone spielen auch beim Schlaf eine entscheidende Rolle. In der ersten Zyklusphase schläft es sich beispielsweise ziemlich gut. Nach dem Eisprung steigen die Progesteron-Werte an und die Östrogenwerte fallen ab. Viele Frauen berichten, dass sie in dieser Zeit vermehrt Probleme beim Einschlafen haben und generell schlechter schlafen.

2. Lebensstil & Lebensumstände

Auch vor dem Schlaf macht das Patriarchat keinen Halt: Denn nach wie vor übernehmen Frauen die meiste Care-Arbeit und müssen sich im Alltag beispielsweise mit Kinderarztterminen, Haushaltsaufgaben und Pflege von Angehörigen herumschlagen. Das kann Stress begünstigen, der wiederum den Schlaf negativ beeinflusst. Stichwort: Gender Care Gap und Mental Load.

Aber auch andere Faktoren, wie zum Beispiel Nikotin und Alkohol, ein ungesundes Essverhalten oder eine hohe Bildschirmzeit beeinflussen Schlafdauer und -qualität negativ. Wer sich außerdem zu wenig bewegt, erhöht das Risiko für schlechten Schlaf.

3. Psychologische Faktoren

Auch die mentale Gesundheit spielt beim Thema Schlafqualität eine entscheidende Rolle. Laut des AXA Gesundheitsreports aus dem Jahr 2024 leidet knapp ein Drittel aller Frauen in Deutschland unter Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Zwangsneurosen oder anderen psychischen Erkrankungen.

Frauen sind laut dem Report auch gestresster als Männer. Besonders junge Frauen im Alter von 18 bis 34 Jahre gaben an, aktuell mental erkrankt zu sein. Und so beginnt eine Art Teufelskreis: Denn wer schlecht schläft, kann damit seine mentale Gesundheit aufs Spiel setzen. Gleichzeitig fällt es vielen Betroffenen von psychischen Erkrankungen schwer, ein- oder durchzuschlafen.

4. Medizinische Faktoren

Weiter können auch medizinische Faktoren einen Einfluss auf die Schlafqualität und Schlafdauer haben. Dazu zählen zum Beispiel Fibromyalgie oder das Restless-Legs-Syndrom, wovon Frauen im Durchschnitt häufiger betroffen sind.

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Was können Frauen gegen Schlafstörungen tun?

Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte zu aller erst identifizieren, woher die Schlafprobleme kommen könnten. Je nachdem, welcher Faktor dafür verantwortlich ist, kann man das Problem angehen und nach Lösungen suchen. Diese Tipps können bei akuten Schlafstörungen helfen, die nicht länger als zwei Wochen andauern:

  • Versuche, immer zur selben Zeit ins Bett zu gehen und zur selben Zeit aufzustehen. So kann dein Körper sich an die Routine gewöhnen.
  • Dunkel dein Schlafzimmer richtig ab und minimiere Geräusche von außerhalb.
  • Verzichte mindestens vier Stunden vor dem zu Bett gehen auf koffeinhaltigen Getränke. Auch auf Alkohol und Nikotin sollte weitestgehend verzichtet werden.
  • Verzichte zudem auf einen Mittagsschlaf und gehe nur dann zu Bett, wenn du wirklich müde bist.

Neben diesen Tipps können auch noch einige weitere Angebote helfen. Beispielsweise diese hier:

  • Entspannungsmethoden: Egal ob Meditation, Yoga oder Achtsamkeitstraining. Mit bewusster Atmung und Präsenz kann man seinen Körper und seinen Geist trainieren. Einige setzen zudem auf progressive Muskelentspannung.
  • Natürliche Schlafmittel: Baldrian, Passionsblume oder auch Lavendel machen schläfrig und können zur Entspannung beitragen. Diese natürlichen Schlafmittel gibt es in Form von Tees, Ölen zum Einreiben oder auch als Kissen. Hier findest du zum Beispiel ein Lavendel-Kissen, dass du neben dein Schlafkissen legen kannst (hier bei Amazon bestellen*).
  • Digitale Angebote: Viele Betroffene von Schlafstörungen können gut zu Podcasts einschlafen. Aber auch Meditation-Apps oder Brown-Noise, können müde machen und dabei helfen, schneller einzuschlafen.

Wer aufgrund von psychischen Erkrankungen kaum Schlaf bekommt, sollte eine Therapie in Erwägung ziehen. Hier kann die Therapeutin bzw. der Therapeut Lösungsansätze entwickeln und am Kern des Problems ansetzen.

Wenn die Schlafstörungen allerdings über einen längeren Zeitraum anhalten und den Alltag beeinträchtigen, ist es wichtig, sich ärztlich abzusichern. Häufig können ernsthafte Krankheiten ausgeschlossen werden. Dennoch sollten dauerhafte Schlafstörungen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Passt auf euch auf und nehmt Symptome ernst, die euch unwohl fühlen lassen!

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