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DAS sollten alle wissen, die Kontaktlinsen tragen

von Redaktion Veröffentlicht am 1. September 2018
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Kontaktlinsen sind eine sensationelle Erfindung. Statt der Sehschwäche mit klobigen Brillengestellen beizukommen, greift man einfach zur kleinen geschliffenen Linse und setzte sie sich unauffällig aufs Auge. Was es dabei zu beachten gilt, erfahrt ihr hier.

Allein in Deutschland tragen mehr als 3 Millionen Menschen Kontaktlinsen, weltweit sollen über 100 Millionen Menschen mit Sehschwäche auf die Linsen setzen. Bedenkt man, dass Kontaktlinsen erst seit wenigen Jahrzehnten industriell hergestellt und zu vertretbaren Preisen vertrieben werden, ist das eine gewaltige Zahl.

Für nahezu alle Varianten von Fehlsichtigkeit gibt es inzwischen Kontaktlinsen. Die meisten Linsen werden bei Kurzsichtigkeit eingesetzt, aber auch bei Weitsichtigkeit. Es gibt harte und weiche Kontaktlinsen, sowie torische Linsen für Veränderungen der Hornhaut. Zudem gibt es auch Kontaktlinsen gegen Alterssichtigkeit. Aus Jux kann man sich sogar farbige Kontaktlinsen einsetzen - zum Beispiel an Karneval.

Kontaktlinsen: Was macht sie so beliebt?

Die Idee, die Sehhilfe in Form von Haftschalen direkt aufs Auge zu bringen, liegt nahe. Kontaktlinsen rutschen nicht von der Nase, schränken das Sichtfeld nicht ein und erlauben dem seinem Träger, sich im gesamten modischen Spektrum der Sonnenbrillen zu bedienen. Und - wohl einer der wichtigsten Faktoren - viele Menschen mögen es einfach nicht eine Brille zu tragen.

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Kontaktlinsen: Was ist zu beachten?

Obwohl es für nahezu alle Lebenslagen die richtigen Linsen gibt, müssen bei der Verwendung von ihnen bestimmte Regeln beachtet werden. Das beginnt mit der Hygiene: das Einsetzen und Herausnehmen der Kontaktlinsen (bei den ersten Versuchen mitunter recht mühsam) darf nur mit sorgfältig gewaschenen Händen vorgenommen werden.

​Die Kontaktlinsen selbst sind absolut hygienisch zu behandeln. Bei längerer Tragedauer können sich bei unzulänglicher Reinigung Bakterien bilden, die unangenehme Augenentzündungen verursachen können.

Wer Kontaktlinsen trägt, merkt rasch, wie sehr er auf seine Tränenflüssigkeit angewiesen ist. Bei allzu trockener Luft oder bei zu langem Sitzen vor dem Computer-Bildschirm werden die Augen schnell trocken. Träger von Kontaktlinsen können mit Augentropfen (meist Kochsalzlösungen) Tränenflüssigkeit ersetzen und dabei auch Kleinstpartikel, die ins Auge geraten sind, herausspülen.

Wichtig bei Kontaktlinsen: Nicht zu lange tragen!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Haltbarkeit. Für Kontaktlinsen gilt eine maximale Tragedauer, die von Linse zu Linse variiert. Eine Kontaktlinse darf also nur über einen bestimmten Zeitraum hinweg benutzt werden. Haben die Kontaktlinsen das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, sollten sie nicht mehr eingesetzt werden. Entdeckst du an deiner Kontaktlinse einen Riss oder ähnliches, setze sie keinesfalls ins Auge ein, sondern entsorge sie.

Wie werden Kontaktlinsen richtig eingesetzt?

Mit der richtigen Technik und ein wenig Übung ist das Einsetzen von Kontaktlinsen gar nicht so schwer. Gerade Frauen haben es häufig etwas leichter dem natürlichen Schließreflex des Auges zu überwinden. Denn durch Erfahrungen mit Wimperntusche & Co. ist es Frau gewohnt, das Auge offen zu halten. Keine Sorge, mit ein wenig Übung kann jeder Mensch den Schließreflex überwinden.

Vor dem ersten Einsetzen, solltest du dir von deinem Optiker oder Augenarzt genau erklären lassen, worauf du achten musst. Es gibt beispielsweise auch Linsen, bei denen es entscheidend ist, wie sie eingesetzt werden. Einige von ihnen haben sogar eine Markierung, die in einer bestimmten Position stehen muss, damit du perfekt siehst.

Übrigens nennt man es eigentlich das "Aufsetzen" einer Kontaktlinse - im allgemeinen Sprachgebrauch wird jedoch der Begriff "Einsetzen" verwendet.

Kontaktlinsen richtig einsetzen: Darauf musst du achten

Das Einsetzen von harten und weichen Kontaktlinsen unterscheidet sich nur in einem Punkt: Die harten Linsen haben eine stabile Form und lassen sich nicht umstülpen. Hier findest du eine Anleitung, wie du deine Kontaktlinsen richtig einsetzt.

  • Stell dich vor einen Spiegel, idealerweise im Badezimmer.

  • Verschließ den Abfluss des Waschbeckens, damit deine Linse nicht im Abfluss verloren geht.

  • Wasch dir vorher gründlich die Hände mit Wasser und Seife. Trockne die Hände mit einem Tuch ab, das möglichst wenig fusselt.

  • Nimm die Linse mit einem Finger aus dem Behälter. Achte darauf, dass du die Linse nur mit der Fingerkuppe und nicht mit dem Nagel berührst.

  • Setze die Linse vorsichtig mit der richtigen Wölbung auf deine Fingerkuppe des Zeigefingers. Rechtes Auge, rechter Zeigefinger und linkes Auge, linker Zeigefinger.

  • Ziehe mit dem Mittelfinger der linken Hand das Oberlid des linken Auges nach oben. Der Mittelfinger der rechten Hand zieht das Unterlied nach unten.

  • Führe den Zeigefinger mit der Linse langsam zum geöffneten Auge bis die Linse das Auge berührt.
  • Bewege das Auge ein wenig in verschiedene Richtungen.

  • ​Lasse die Augenlider erst los, wenn die Linse sitzt. Dann lass langsam los und blinzle vorsichtig.

  • Streiche leicht mit dem Finger über das geschlossene Augenlid, damit die Linse richtig sitzt und Luftbläschen verschwinden.

Wichtig: Treten diesen Fehler auf, musst du die Linse erneut reinigen und von vorne beginnen:

  • Die Linse klappt auf dem Finger zusammen.

  • Die Linse landet auf dem Weiß des Auges.

Nach dem Einsetzen: Überprüfe, ob die Kontaktlinse richtig sitzt

Nach dem richtigen Einsetzen solltest du die Kontaktlinse auf dem Auge nicht mehr spüren. Hast du auch mehrere Sekunden nach dem Einsetzten das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, solltest du die Linse wieder entfernen. Prüfe dann, ob die Linse richtig herum ist. Das erkennst du an ihrer Form.

​Falls die Kontaktlinse falsch herum sein sollte, stülpe sie vorsichtig um, reinige sie und versuche es erneut. Auch Verschmutzung wie Wimpern oder Fusseln auf der Linse können stören. Auch hier gilt: Entnehme die Linse reinige diese mit Kochsalzlösung oder All-in-One-Reinigungslösung und versuche es erneut. Es kann ebenso vorkommen, dass du leichte Defekte (Einrisse oder Knickstellen) findest. Nutz diese Linse dann nicht weiter, da es zu Schäden am Auge führen kann, sondern entsorge sie und nimm eine neue.

Weiche Kontaktlinsen entfernen:

  • Wie auch beim Einsetzen, solltest du dir vor dem Entfernen der Kontaktlinse die Hände gründlich waschen.

  • Verschließe den Abfluss des Waschbeckens, damit deine Linse nicht im Abfluss verloren geht.

  • Beginne mit dem rechten Auge: Ziehe mit dem rechten Mittelfinger das untere Augenlid nach unten. Halte mit dem Mittelfinger der anderen Hand das Oberlid fest.

  • ​Schiebe mit den Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger die Kontaktlinse vorsichtig zusammen. Durch die Luft, die jetzt zwischen Auge und Linse gelangt, löst du die Haftung und kannst die Linse entnehmen.

  • Gib die Linse mit der entsprechenden Reinigungslösung in den Kontaktlinsenbehälter. Sind deine Linsen unterschiedlich, achte darauf sie in den richtigen Behälter zu geben, diese haben eine Rechts-Links-Kennzeichnung auf dem Deckel.

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Tipp bei langen Fingernägeln:

  • Halte das Auge wie gewohnt auf. Forme mit Zeige- und Mittelfinger ein V.
  • Mit den Fingerkuppen schiebst du die Linse vorsichtig zusammen und kannst auch so die Kontaktlinse entnehmen.
  • ​Falls du damit nicht zurechtkommst, erkundige die bei deinem Optiker nach einer Kontaktlinsenhilfe.

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Harte Kontaktlinsen rausnehmen:

Gerade für harte Kontaktlinsen gehören diese Einsetzhilfen zur Grundaustattung. Eine Kontaktlinsenhilfe, auch Sauger genannt, verhindert, dass die Kontaktlinse beim Einsetzen oder Entnehmen verrutscht. Auch Verletzungen des Auges durch zu lange oder spitze Fingernägel kann so vorgebeugt werden.

  • Auch wenn du eine Kontaktlinsenhilfe verwendest, solltest du dir zuerst die Hände waschen.

  • Feuchte den Kontaktlinsensauger an und halte dein Auge wie beim Einsetzen offen.

  • Ziehe mit dem Mittelfinger von einer Hand das Oberlid des Auges nach oben und nimm den Sauger zwischen Daumen und Zeigefinger der anderen Hand.

  • ​Drücke den Sauger zusammen und setze ihn mittig auf die Kontaktlinse auf. Verringere den Druck auf den Sauger und ziehe ganz leicht daran. Dann sollte sich die Linse ganz leicht vom Auge lösen.

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Kontaktlinsen: Die Qual der Wahl

Der heutige Kontaktlinsen-Markt ist riesig, es gibt eine große Vielfalt verschiedenster Kontaktlinsen, und auch die Fortschritte, die gemacht werden, um den Tragekomfort zu erhöhen, sind nach wie vor beachtlich.

Wie unterscheiden sich "weiche" und "harte" Kontaktlinsen?

"Weich" sind Kontaktlinsen inzwischen im Grunde alle. Wenn von "harten" Kontaktlinsen die Rede ist, sind formstabile Kontaktlinsen aus einem speziellen Kunststoff gemeint: Sie zeichnen sich durch eine mehrjährige Haltbarkeit aus und können auch bei Unregelmäßigkeiten der Hornhaut eingesetzt werden.

Harte Kontaktlinsen werden vom Augenarzt oder Optiker individuell angepasst. Die Eingewöhnungsphase mit harten Kontaktlinsen ist etwas länger, da sich die stabile Linse zunächst wie ein Fremdkörper anfühlt. Wie der Name schon sagt, behalten die formstabilen Kontaktlinsen auch außerhalb des Auges ihre Form bei. Außerdem sind harte deutlich kleiner als weiche Linsen.

Achtung: Wer gerne Schwimmen geht, sollte keine harten Kontaktlinsen verwenden, denn die harten Linsen haften nicht im Wasser und gehen verloren.

Weiche Kontaktlinsen gelten als verträglicher als harte Kontaktlinsen. Die Eingewöhnungszeit ist für den Träger kürzer, allerdings wird empfohlen, diese Kontaktlinsen öfter zu wechseln. Weiche Kontaktlinsen sind anfälliger für Verunreinigungen, auch deshalb müssen sie nach einer kürzeren Tragezeit durch neue Linsen ersetzt werden.

Welche Kontaktlinsenarten gibt es außerdem?

Eine spannende Entwicklung ist die der OK-Kontaktlinse (Orthokeratologie-Kontaktlinsen), auch Nacht-Linsen genannt. Diese Kontaktlinsen werden über Nacht für mindestens acht Stunden getragen. Dabei bearbeiten sie quasi im Schlaf die Hornhaut, sodass tagsüber weder Kontaktlinsen noch andere Sehhilfen benötigt werden. Dieser Effekt hält bis zu 16 Stunden lang an. Diese Methode ist jedoch nur für Menschen geeignet, deren Kurzsichtigkeit bei maximal -4,5 Dioptrien liegt und bei einer Hornhautverkrümmung bis zu -1,5 Dioptrien.

Die Anwendung der Ok-Linsen ist nicht ganz unproblematisch, daher sollte ihre Nutzung gründlich überlegt sein. Wer beispielsweise Auto fährt, muss damit rechnen anfangs einige Wochen fahruntüchtig zu sein. Außerdem muss die korrekte Anwendung schriftlich nachgewiesen werden können. Dies gelingt nur über die enge Zusammenarbeit und Kontrolle mit einem Augenarzt oder Optiker.

Was sind VT-Kontaktlinsen?

Außerdem gibt es die VT-Linsen (VT = verlängertes Tragen). Diese Kontaktlinsen können wegen ihrer hohen Sauerstoffdurchlässigkeit ohne nächtliche Unterbrechung mehrere Wochen durchgehend getragen werden. Da es mitunter zu Komplikationen kommt, sollte unbedingt ein Augenarzt zu Rate gezogen werden und das Für und Wider der VT-Linse genau abgewogen werden.

Für Allergiker, die die Reinigungssubstanzen für Kontaktlinsen nicht vertragen, gibt es Tageslinsen, die als Einweg-Linsen funktionieren und nur für einen Tag verwendet werden.

Inzwischen kann man mit Hilfe von Kontaktlinsen auch seine Augenfarbe verändern, in diesem Fall haben die Linsen einen rein kosmetischen Zweck.

Wie oft sollten Kontaktlinsen überprüft werden?

Trägst du Kontaktlinsen, solltest du einmal jährlich zum Check zu Optiker oder Augenarzt gehen. Unabhängig davon, ob du Beschwerden hast oder nicht. So kann sicher gestellt werden, dass gesundheitliche Risiken gering gehalten werden und beispielsweise deine Hornhaut ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Natürlich können sich auch deine Sehwerte noch verändern, daher ist das eine prima Gelegenheit um zu überprüfen, ob deine Kontaktlinsen noch immer mit deinen Werten übereinstimmen.

Brille statt Kontaktlinsen bei Erkältung und Grippe

Leidest du an einer Erkältung oder Grippe, dann wirkt sich das auf den ganzen Körper aus, so auch auf die Augen. Häufig kommt es dann zu Augenreizungen, die zu trockenen, roten oder tränenden Augen führen. Um die gereizten Augen zu entlasten und das Risiko einer Infektion zu verringern, solltest du in dieser Zeit keine Kontaktlinsen tragen und stattdessen auf deine Brille zurückgreifen.

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