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Smartphone & Bildschirm: Schädigt das Handy die Augen?

von Jane Schmitt Veröffentlicht am 11. Oktober 2019

Wir alle hängen ständig an unserem Smartphone – schädigt das unsere Augen oder nimmt die Handynutzung sogar Einfluss auf die Sehkraft?

Kennt ihr das auch? Noch im Bett werden die neuesten Meldungen der Sozialen Netzwerke auf dem Smartphone oder Tablet gecheckt. Danach liest man auf dem Weg zur Arbeit in Bus oder Bahn das Weg-Buch, ebenfalls auf dem Smartphone oder auf dem E-Reader. Kurz danach im Büro wird der Computer hochgefahren und man starrt gute vier Stunden bis zur Mittagspause wieder auf einen hell erleuchteten Bildschirm.

Stunden später, wieder Zuhause angekommen, freuen sich dann viele auf einen entspannten Feierabend und ein paar Episoden der Lieblingsserie und sitzen erneut vor einer Flimmerkiste. Manch einer geht vielleicht noch eine Runde joggen und sieht zumindest für eine Stunde nicht auf ein Display – das gilt natürlich nur für Läufer, die Draußen unterwegs sind. Wer sich in der Muckibude abrackert blickt auch dort meist auf einen Fernseher oder das mitgebrachte Smartphone.

Geht's euch ähnlich? Wenn ja, dann zählt ihr entweder zur sogenannten Generation "Y" oder ihr seid einfach nur so sehr technikaffin. Und dann werdet ihr euch vielleicht auch schon mal Gedanken darüber gemacht haben, ob das ständige Starren auf Bildschirm und Display folgenlos für eure Augen bleibt.

Bildung als Faktor für Kurzsichtigkeit

Unsere Gesellschaft starrt inzwischen täglich für mehrere Stunden auf irgendeine Art Bildschirm. Das bekommen vor allem unsere Augen zu spüren. Sie werden trocken und brennen, das Bild verschwimmt und die Augen schmerzen fast wie bei einem Muskelkater und meist drückt der ganze Kopf.

​Neben genetischen Faktoren ist auch der Bildungsgrad entscheidend, ob jemand eine Kurzsichtigkeit entwickelt oder nicht. Bei Personen mit einem hohen Bildungsgrad ist Kurzsichtigkeit häufig vertreten, das ergab eine Studie der Universität Mainz. ​

Kinderaugen werden geschädigt

In der nachfolgenden Generation wird die Kurzsichtigkeit weiter zunehmen, befürchten die Experten, weil Kinder heutzutage weniger Zeit im Freien verbringen und häufiger Zugang zu Bildung bekommen. Dadurch lesen sie mehr und haben mehr Kontakt zu Displays. Die hell erleuchteten Bildschirme strahlen zudem mit einem unnatürlich hohen kurzwelligen Blauanteil. Dies wiederum könne die Netzhaut schädigen, so Prof. Peter Heilig von der Universität Wien gegenüber dem WDR. Die Strahlen können "quasi einen Sonnenbrand verursachen, besonders in der Netzhaut-Mitte. Als Folge sind schwere Sehstörungen zu befürchten, bis zum Verlust der Lese-Fähigkeit." Die Universität Mainz empfiehlt pro Woche 15 Stunden Tageslicht und gleichzeitig maximal 30 Stunden Naharbeit.

​Das Hauptproblem bestehe darin, da sind sich sämtliche Experten einig, dass die Nähe zu den Objekten immer weiter abnimmt. "Während Normalsichtige Zeitungen, Zeitschriften und Bücher etwa 40 bis 50 Zentimeter vom Auge weg halten, liegt dieser Abstand bei Smartphones meist bei weniger als 30 Zentimetern", erklärt Prof. Focke Ziemssen, Augenarzt an der Universitätsklinik Tübingen, gegenüber dem Gesundheitsportal Onmeda.de.

Diese einfachen Tipps können schon helfen:

  • Mach mal Pause: Immer wieder Pausen einlegen und den Blick vom Bildschirm abwenden und mal in die Ferne schauen.

  • Abstand halten: Ein Mindestabstand von ca. 30 cm sollte beim Smartphone-Gebrauch nicht unterschritten werden, beim Lesen von Büchern 40 und am Computerbildschirm ca. 45 cm.

  • Wo ist die Lupe? Die Schrift sollte ausreichend groß gewählt werden, gerade auf kleinen Geräten wie einem Smartphone.

  • Hier helfen sogar Tränen: Sobald die Augen trocken werden, häufiger blinzeln oder Augentropfen verwenden.

  • Draußen sein macht froh: Tageslicht macht nicht nur glücklich, bei Kindern und Jugendlichen fördert es auch die Augengesundheit.

  • ​Licht an: Stark leuchtende Displays nicht in völlig abgedunkelten Räumen nutzen.

Weitere Informationen gibt es bei onmeda.de: Schadet das Smartphone Kinderaugen?

Quellen & Informationen:

Tipp: Unser Smartphone sollten wir übrigens regelmäßig reinigen, denn sämtliche Keime, die wir augenscheinlich beim Händewaschen loswerden können, hängen dann immernoch am Smartphone.

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