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Schwarze Zahnpasta im Test: Macht sie die Zähne wirklich weißer?

von Jane Schmitt Veröffentlicht am 26. April 2019

Um schwarze Zahnpasta gibt es einen regelrechten Beauty-Hype. Dank Aktivkohle sollen die Zähne damit strahlend weiß werden. Kann das funktionieren? Stiftung Warentest hat überprüft, was schwarze Zahnpasta wirklich kann.

Aktivkohle taucht gerade überall auf, in sozialen Netzwerken wird man quasi überschwemmt mit schwarzen Lebensmitteln, Getränken sowie Hautpflege- und Haarprodukten. Auch sieht man immer wieder Bilder von Menschen, die sich ihre Zähne mit schwarzer Zahnpasta putzen. Denn angeblich soll das die Zähne weißer machen.

Ist das nur einer dieser Trends oder ist etwas Wahres dran an der Aktivkohle in Zahnpasta? Macht die schwarze Zahnpasta die Zähne wirklich weißer? Und kann man so eine Zahnpaste mit Kohletabletten auch selbst machen?

Schwarze Zahnpasta im Test: Weißere Zähne nach dem Putzen?

Die Stiftung Warentest hat 2019 mehrere Zahnpasten getestet. Darunter auch zweimal schwarze Zahnpasta: Dontodent Black Shine von dm (1,27 Euro für 100 ml) und die Happybrush Super Black Zahnpasta (3,95 Euro).

Die Tester stellten fest, dass die schwarzen Zahnpasten tatsächlich gegen Verfärbungen wirken. Darüber hinaus enthalten beide schwarze Zahnpasten neben der farbgebenden Aktivkohle auch Fluorid und schützen somit vor Karies. Insgesamt hat Stiftung Warentest beide Produkte mit "gut" bewertet.

Hier gibt es den gesamten Zahnpasta-Test 2019 zum Nachlesen.

So wirkt Aktivkohle in schwarzer Zahnpasta

Aktivkohle ist, wie der Name vermuten lässt, schwarz und besteht aus Kohlenstoff. Anders als das Kohlebrikett zum Grillen wird die Aktivkohle im Labor auf molekularer Ebene so bearbeitet, dass aus ihr eine Art Schwamm wird. Bereits seit vielen Jahren wird Aktivkohle in Filtern zum Beispiel für Trinkwasser und in Belüftungsanlagen verwendet. Auch in der Medizin ist Aktivkohle ein probates Mittel. Hier wird es bei akuten Vergiftungen eingesetzt, um die Giftstoffe zu binden.

Es scheint gar nicht so abwegig, wenn also Aktivkohle, die eben andere Stoffe absorbieren kann, auch in Kosmetika zum Einsatz kommt. Hier sollen sich dann Schmutzpartikel an die Aktivkohle binden und somit die Haut, das Haar und sogar die Zähne schön sauber machen. Eindeutig belegt wurde das bisher nicht. Das kritisiert auch das Verbrauchermagazin Öko-Test in einem Test zu schwarzer Kosmetik 2016.

Schwarze Zahnpasta: Nur ein fauler Trick?

Allerdings stellt sich die Frage, ist tatsächlich Aktivkohle in dem Produkt enthalten oder nur 'normale' Kohlepartikel zum schwarz Färben? Eine weitere Frage, auf die wir keine eindeutige Antwort finden konnten. Bindet die Aktivkohle nicht auch alle anderen Inhaltsstoffe, die in Zahncremes oder anderen Kosmetika enthalten sind, an sich?

Öko-Test wandte sich mit dieser Frage vor rund zwei Jahren an die Prof. Carolina Ganß. "Aktivkohle ist ja relativ reaktiv – ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht mit den vielen Inhaltsstoffen einer Zahncreme reagiert", antwortete die Zahnmedizinerin. Es bleibt also unklar, ob das Schwamm-Prinzip auch dann noch wirkt, wenn die Aktivkohle möglicherweise schon mit anderen Stoffen angereichert ist.

Einen Schmirgel-Effekt, der Verfärbungen der Zähne lindert, kann auch auf die Aktivkohle zurückgeführt werden, allerdings enthalten auch andere besser bewertete Zahnpasten, die nicht extra mit Kohle schwarz gefärbt wurden, ebenfalls solche abrasiven Inhaltstsoffe.

Andere Weißmacher-Zahncremes enthalten beispielsweise den Farb­stoff Blue Covarine, welcher gelben Verfärbungen optisch entgegenwirkt. Die Zahncreme mit Weißeffekt von Perlweiss 'Schönheits Zahnweiss' hat Stiftung Warentest mit "sehr gut" bewertet (hier bei Amazon kaufen).

Tipp: Schwarze Zahnpaste selber machen?

Hausmittel gegen Zahnverfärbungen findet man zuhauf im Internet, die wenigsten sind tatsächlich gesund für den Mund. Neben Kurkuma-Kokosöl-Pasten wird häufig auch Aktivkohle angepriesen. Dafür soll man die schwarzen Tabletten zu Pulver mahlen und mit dem Pulver die Zähne putzen.

Der bereits erwähnte Abrasive-Effekt, also Schmirgel-Effekt, kann Verfärbungen entgegenwirken. Allerdings wirkt so eine selbstgemachte schwarze Paste nicht gegen Karies. Um für eine gesunde Mundhygiene zu sorgen, müsste auch eine selbstgemachte schwarze Zahncreme deutlich mehr Inhaltsstoffe zugesetzt werden. Sicherer und kostengünstiger ist dann tatsächlich eine Zahnpaste, egal ob schwarz, weiß oder grün-rot-blau-gestreift, aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke.

Die gut bewertete Happybrush Super Black Zahnpasta ist übrigens vegan, hier kannst du sie bei Amazon bestellen. Die ebenfalls gut bewertete Dontodent Black Shine von dm gibt es direkt im Drogeriemarkt.

Weißere Zähne bekommen: Das raten Zahnärzte

Ein professionelle Zahnreinigung sollte ein Mal pro Jahr im Kalender stehen. Danach sehen die Zähne ebenfalls heller aus und vor allem ist diese ein ganz wichtiger Teil der Zahnpflege für eine gute Zahngesundheit. Informiere dich bei deiner Krankenkasse, ob ein Teil der Kosten übernommen wird. Im Normalfall muss man als Kassenpatient mit Kosten zwischen 60 und 80 Euro rechnen, bei Privatpatienten können es auch mehr als 200 Euro sein.

Manchmal können Zahnverfärbungen auch durch die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika entstehen. Was du außerdem bei der Anwendung von Antibiotika wissen solltest, erfährst du im Video.

Weitere Informationen rund um Zahnverfärbungen und Aktivkohle findest du beim Gesundheitsportal onmeda.de.

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