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Steuern nach der Hochzeit – Nullsummenspiel oder Gewinn?

von der Redaktion Veröffentlicht am 17. November 2008
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Wenn man manch ein Paar nach der Hochzeit fragt, wieso es geheiratet hat, bekommt man manchmal die scherzhafte Antwort „Wegen der Steuern!“. Mal abgesehen davon, dass das im Normalfall als Scherz gemeint ist: Was ist dran an den angeblichen Steuervorteilen, die sich für Verheiratete ergeben? Kann man wirklich einiges sparen, wenn man verheiratet ist? Und was muss beachtet werden, wenn man als Ehepaar gemeinsam steuerlich veranlagt wird?


Was sich nach der Hochzeit ändert

Als unverheirateter Single ohne Kinder wird man hinsichtlich der Lohnsteuer in die Steuerklasse 1 eingeordnet. Nach der Hochzeit werden die Partner gemeinsam veranlagt und haben die Wahl, ob sie sich beide in die Lohnsteuerklasse 4 eintragen lassen wollen oder ob sie sich dafür entscheiden, dass ein Partner in die Lohnsteuerklasse 3 und der andere in die Lohnsteuerklasse 5 eingetragen wird.

2x4 oder 1x3 plus 1x5: Das kleine Einmaleins der Steuer

Was ändert sich steuerlich nach der Hochzeit konkret? Welche Variante soll man wählen? In der Regel sollten Ehepaare, die ein ähnlich hohes Einkommen aufweisen, beide in die Lohnsteuerklasse 4 eingetragen werden. Ist der Fall allerdings so gelagert, dass einer der Partner deutlich mehr verdient als der Andere, kann es günstig sein, sich für die Kombination von Lohnsteuerklasse 3 und 5 zu entscheiden. Der Hintergrund hierfür ist, dass in der Lohnsteuerklasse 5 im Gegensatz zur Lohnsteuerklasse 3 vom ersten Euro an Steuern fällig werden. Im Gegenzug bleibt allerdings viel mehr vom Gehalt bei dem Partner über, der in der Lohnsteuerklasse 3 eingetragen ist. Ergo sollte derjenige, der weniger verdient die Lohnsteuerklasse 5 wählen und der, der mehr verdient, die Lohnsteuerklasse 3. Auf diese Weise kann gegenüber der 4/4-Variante ein Plus herauskommen.

Voraussetzung für diese Lösung ist natürlich, dass die Ehepartner tatsächlich gemeinsame Kasse machen. Ansonsten ist derjenige, der die Steuerklasse 5 abbekommen hat, im Nachteil: Er zahlt schließlich nun viel mehr Steuern als zuvor, während der andere reichlich Steuern sparen kann.

Bei der Entscheidung, welche Steuer-Variante nach der Hochzeit im individuellen Fall die Günstigere ist, helfen Steuerberater zuverlässig weiter. Eine erste Orientierung können aber auch spezielle Rechner bieten, die meist kostenlos im Internet verfügbar sind.

Hochzeit wegen der Steuern vorverlegen?

In manchen Fällen, wenn eine Hochzeit ohnehin geplant ist, kann es sinnvoll sein, diese vorzuziehen und noch im selben Jahr stattfinden zu lassen. Die neue Einteilung der Steuerklassen kann dann nämlich für das ganze Jahr, in dem die Hochzeit stattgefunden hat, in Anspruch genommen werden. Hier kann man unter Umständen Steuern sparen - zum Beispiel dann, wenn ein Partner sehr viel verdient hat, der andere Partner hingegen Verluste einstecken musste. Eine solche Vorverlegung der Hochzeit auf das alte Steuerjahr sollte allerdings gut durchgerechnet werden - am besten mit Hilfe eines Steuerberaters.

Eine andere Frage ist natürlich, ob man die Hochzeit dann noch so genießen kann - zum einen könnte ein gewisser Zeitdruck aufkommen, zum anderen ist es schließlich auch nicht gerade romantisch, wenn man den Hochzeitstermin aufgrund der Steuer errechnet hat. Den Einen oder Anderen mag allerdings die Steuerrückzahlung wieder versöhnlich stimmen.

Steuer-Check

Wie deutlich wurde, ist die Steuerwelt nicht ganz einfach zu durchschauen. Im Falle einer Hochzeit sollte man sich in puncto Steuern also umfassend informieren, damit man nicht unnötigerweise zu hohe Steuerzahlungen leistet. Daher sollte jeder, der auf Nummer sicher gehen will, den Steuerberater seines Vertrauens konsultieren. Und eines steht ohnehin fest: Geheiratet wird immer noch aus Liebe und nicht wegen so etwas unromantischem wie Steuern.


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von der Redaktion