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Hochzeit

Deshalb ist es WIRKLICH so stressig eine Hochzeit zu planen

von Inga Back Veröffentlicht am 7. Juli 2019

Die Hochzeitsplanung wird einem gerne mal als eine der schönsten und aufregendsten Zeiten im Leben verkauft. Umso mehr überrascht es dann, wenn diese Erfahrung so "toll" ist, dass man am liebsten durchbrennen möchte. Wir verraten euch, warum die Hochzeitsplanung eigentlich so anstrengend ist - und wie ihr es schafft, diese Zeit dennoch zu genießen.

Ich dachte eigentlich immer, dass ich jemand sein würde, dem die Hochzeitsplanung Spaß macht. Ich bin organisiert, habe ein Auge für Details und den Hang zum Perfektionismus. Ich habe mich schon lange bevor ich verlobt war, auf den Tag gefreut, an dem ich verlobt sein würde und meine Gästeliste steht schon, seitdem ich 12 bin. Außerdem wusste ich, dass unsere Familien keine großartigen Erwartungen an uns haben würden und uns bei der Planung unterstützen würden.

Ich bin also jedes Mal, wenn ich irgendwo gelesen oder gehört habe, wie stressig das Planen einer Hochzeit ist, einfach davon ausgegangen, dass das auf mich schon nicht zutreffen würde. Tja, weit gefehlt.

Ihr heiratet nicht nur für euch

Wenn man verlobt ist, merkt man sehr schnell, dass die Hochzeit gar nicht nur für einen selbst ist. Offiziell natürlich schon: Es ist euer Tag und alle freuen sich für euch und wollen, dass der Tag so wird, wie ihr ihn euch wünscht. Inoffiziell ist der Tag aber genauso bedeutsam für eure Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, beste Freunde, Großeltern, Tanten, Onkel usw. Die Liste ist ziemlich lang.

Jeder Einzelne auf dieser Liste hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie euer Tag aussehen soll. Sie wollen alle nur helfen und haben natürlich nur die besten Absichten, aber gerade die Leute, denen ihr nahesteht, gehen davon aus, dass sie euch so gut kennen, dass das, was sie selbst toll fänden, euch auch gefallen muss.

Die gut gemeinten Ratschläge

So wird schon mal der ein oder andere Vorschlag eingebracht, der eurem 12-jährigen Ich mit Sicherheit gefallen hätte, aber der 27-jährigen Version von euch überhaupt nicht mehr entspricht.
Wäre so weit auch kein Problem, aber lasst euch nicht täuschen: Es sind nicht bloß unverbindliche Vorschläge. Wenn ihr Vorschläge zurückweist, wird dies persönlich genommen.

Jede einzelne Idee kam schließlich von Herzen und sollte euch Freude bereiten. Hier bestimmt zu bleiben, aber trotzdem niemanden vor den Kopf zu stoßen, ist ein absoluter Balanceakt. Das verursacht (ihr ahnt es bereits): Stress.

Ihr könnt nicht alle glücklich machen

Man liest und hört überall den gleichen Rat: Es ist euer Tag, macht das, was ihr wollt. Dieser Rat ist aber nur dann umsetzbar, wenn man überhaupt keine Rücksicht auf die Gefühle anderer nimmt. Denn wir haben ja schon gelernt, dass es eben nicht nur der Tag des Brautpaares ist und somit gibt es noch eine ganze Reihe anderer Personen, deren Wünsche eben auch nicht ganz egal sind.

Wenn ihr ein Mensch seid, der harmoniebedürftig ist, zuerst an andere denkt und seine Mitmenschen glücklich machen möchte, dann wird das mit der Hochzeitsplanung sogar noch schwieriger.

Es gibt Verwandte, die gerne eingeladen worden wären, auch wenn man sich nicht ganz so nahe steht und es nur eine kleine Feier gibt. Die Eltern hätten gerne ihre eigenen besten Freunde dabei und dann haben beide Familien auch noch ihre eigenen Traditionen, die sie gerne auf der Hochzeit umsetzen würden - und manche dieser Traditionen schließen sich auch noch gegenseitig aus. Das Ende vom Lied ist, dass man es nicht jedem recht machen kann und sich damit erst einmal abfinden muss.

Es ist nicht die Party-Planung und die Deko, die stressen

Es wird so oft darüber gesprochen, wie viel Stress man beim Planen einer Hochzeit hat, aber es wird nahezu nie angesprochen, dass das gar nicht an der Gästeliste, den Save-the-Dates oder der Tischdeko liegt. Nein, auch die berühmt berüchtigte Schwiegermutter ist nicht schuld. Es geht vielmehr darum, dass eine Hochzeit ein Meilenstein im Leben ist, der einiges verändert - für das Hochzeitspaar, aber auch für ihre Familien und Freunde.

Alles verändert sich

Die eigene Familie verändert sich, man heiratet in eine neue Familie ein und alle Beteiligten müssen mit dieser Umstrukturierung erst einmal klarkommen. Zudem bedeutet eine Hochzeit gerade für die Familien, dass sie ein Stück weit loslassen müssen.

Natürlich gewinnen beide Seiten auch ein Familienmitglied dazu, aber die Angst vor dem Loslassen ist oft größer als die Freude über den Zugewinn. So kann es dann schon einmal passieren, dass die Gefühle verrückt spielen und Leute Dinge sagen oder tun, die ihnen normalerweise gar nicht entsprechen.

Zusätzlich zu den existierenden Familiendynamiken muss das Hochzeitspaar aber auch seine eigene Dynamik entwickeln und sich mit den neuen Rollen als Ehemann und Ehefrau erst einmal anfreunden. Selbst wenn man überglücklich darüber ist, ist dies ein bedeutender Schritt, der einen auch ein bisschen nervös machen kann.

Die Lösung: Schraubt an euren Erwartungen

Wenn man sich die Hochzeitsplanung im Vorfeld ausmalt, sieht man hübsche Pinterest-Boards mit saisonalen Blumen und Farbpaletten. Man denkt nicht unbedingt daran, dass es dabei um einen der transformativsten Momente unseres Lebens geht, der noch dazu alle Menschen betrifft, die wir lieben. Der Stress beim Planen einer Hochzeit entsteht oft gar nicht bei der Party-Planung, sondern bei dem emotionalen Wachstumsprozess, der drum herum passiert.

Es hilft also bereits ungemein, wenn man sich das einfach zwischendurch bewusst macht. Ein gewisser Prozentsatz an Ungewissheit, Nervosität und sogar ein Stückchen Wehmut über das, was man hinter sich lässt, ist normal und gehört eben auch dazu.

Dabei ist man auch gar nicht alleine, denn mindestens dem Partner, in der Regel aber auch den Leuten, die euch nahestehen, geht es genauso. Die Freude über das, was vor euch liegt, trübt es dennoch kein Stück. Im Gegenteil: Es kann euch sogar noch etwas näher zusammenbringen, wenn ihr diese Erfahrung gemeinsam macht.

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