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Hochzeit

Von wegen langweilig! So wird eure kirchliche Trauung unfassbar romantisch

von Inga Back Veröffentlicht am 1. Februar 2019

Für viele ist die Trauung in der Kirche nach wie vor der eigentliche Akt der Eheschließung. Doch das Vorurteil kirchliche Hochzeiten seien langweilig, hält sich hartnäckig - weil das leider auch oft der Fall ist. Das muss aber gar nicht sein! Wir verraten euch, wie die kirchliche Trauung abläuft und wie ihr sie nach euren Vorstellungen gestalten könnt.

Die kirchliche Hochzeit ist heutzutage alles andere als eine Notwendigkeit. Die Paare, die sich für eine kirchliche Trauung entscheiden, tun dies also meist aus Überzeugung. Für Gläubige bedeutet sie, den Segen für die gemeinsame Bindung zu erhalten und sich nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch vor Gott zu dem gewählten Partner zu bekennen.

Aber auch für Menschen, die eigentlich nicht sehr gläubig sind, bedeutet die kirchliche Trauung, dass sie ihre gemeinsame Verbindung auf eine höhere Ebene heben. Die kirchliche Hochzeit hat also einen starken symbolischen Wert, auch wenn sie vor dem Gesetz nicht anerkannt wird und nur zusätzlich zur standesamtlichen Trauung ausgeführt werden kann. Hinzu kommt natürlich, dass das Ambiente und das Zeremonielle für viele Personen schöner und persönlicher ist als bei einer Trauung auf dem Standesamt.

Der Ablauf einer kirchlichen Hochzeit

1. Der Einzug: Zu Beginn der Zeremonie erfolgen der Einzug des Bräutigams und später auch der Braut. Meist erfolgt dazu das erste Lied der Trauung, traditionell ist dies der Hochzeitsmarsch, inzwischen gibt es jedoch viele Kirchen, in denen auch ein eigenes Lied gespielt werden kann. Beim Einzug der Braut erhebt sich die Hochzeitsgesellschaft.

2. Die Eröffnung: Zu Beginn der Messe oder des Gottestdienstes erfolgt die Begrüßung durch den Pfarrer, Priester oder Pastor. Im Anschluss finden das erste Gebet und auch das erste Lied statt. Bei der katholischen Trauung folgt zum Schluss auch das Tagesgebet.

3. Die Verkündigung/ Wortgottestdienst: Nun folgt in der Regel die Verlesung eines Bibeltextes. Oft hat dieser bereits Bezug zur Ehe und vielerorts kann sich das Hochzeitspaar auch bestimmte Geschichten oder Passagen wünschen. Hier wird oftmals ein weiteres Lied gesungen. Im Anschluss findet die zur Lesung passende Predigt statt.


4. Die Trauung: Jetzt folgt die eigentliche Trauung. Nach Absprache mit dem jeweiligen Priester oder Pfarrer ist dies der Moment, an dem persönliche Traubekenntnisse oder Eheversprechen gesprochen werden können. Danach erfolgt die Befragung des Hochzeitspaares, die Segnung der Ringe und schließlich der Höhepunkt einer jeden kirchlichen Hochzeit: das Ja-Wort und der Austausch der geweihten Ringe. Nach dem Ringtausch findet noch eine Segnung der Vermählten statt. Abschließend wird ein Segensgebet gesprochen und es folgt ein weiteres Lied. Auch hier sind persönliche Wünsche oft möglich.

5. Die Eucharistiefeier: Die Eucharistie oder das Abendmahl sind nicht zwingend Teil der kirchlichen Hochzeit. Die Entscheidung dafür oder dagegen trifft das Hochzeitspaar. Entscheiden sie sich dafür, gibt es eine Gabe von Hostien, also Oblaten, die symbolisch für die Wandlung von Brot und Wein stehen. Während der Vorbereitung für die Gabe läuft ein instrumentales Lied. Anschließend werden verschiedene Gebete gesprochen und es wird gesungen.

6. Die Sendung: Zum Abschluss der Trauung wird ein Schlusssegen ausgesprochen, oft werden auch Fürbitten gesprochen. Danach wird das vermählte Paar aus der Kirche entlassen.

7. Der Auszug: Ähnlich wie beim Einzug ziehen die Vermählten nun gemeinsam von Musik und dem Pastor begleitet aus der Kirche. Meist laufen auch die Blumenkinder und besonders nahestehende Gäste mit.

Kirchliche Hochzeit persönlich gestalten

Kirchliche Hochzeiten werden im Vergleich zu standesamtlichen Trauungen häufig als romantischer wahrgenommen, da es hier einen großen Gestaltungsfreiraum gibt. Viele Kleinigkeiten machen eine kirchliche Hochzeit erst zu dem, was sie ist.

Kirchliche Hochzeit persönlich gestalten: Der Trauspruch


Besonders wichtig ist hierbei der Trauspruch. Das Paar wählt eine Passage aus der Bibel aus, die quasi als Motto über der Ehe stehen soll. Auch ist es oft möglich mit dem Pfarrer zu vereinbaren, dass man zusätzlich ein selbst verfasstes Liebesbekenntnis vorträgt.

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Manche Paare entscheiden sich auch dazu, ein eigenes Kirchenheft zu entwerfen. Auch dieses steht unter dem Motto des Trauspruchs und beinhaltet neben dem Ablauf und den Texten zu den gespielten Liedern oft auch persönliche Anmerkungen und sogar die Fürbitten.

Kirchliche Hochzeit persönlich gestalten: Die Deko

Nicht fehlen darf natürlich auch die Dekoration: Hierbei ist mit dem Pfarrer abzusprechen, welcher Schmuck in welcher Form an und in der Kirche angebracht werden darf und was nach der Trauung mit der Deko geschehen soll. Meist lassen sich Blumendekorationen auf und nebem dem Altar anbringen, zusätzlich werden weitere Blumendekorationen an den Bankreihen im Gang befestigt.

Mit Vorsicht zu genießen, sind Luftballons oder ähnliches, da diese der Würde des Ortes nicht gerecht werden. Somit erlauben die meisten Kirchen solche Dekorationen maximal außerhalb der Kirche.

Tipp: Klärt auch ab, wann die Deko angebracht und wieder abgebaut werden muss. Hier gibt es mitunter strenge Vorgaben.

Kirchliche Hochzeit persönlich gestalten: Die Musik

Ein weiterer wichtiger Punkt: die Musik. In den meisten Kirchen kann man heutzutage auch persönliche Liederwünsche äußern. Dies gilt es jedoch vorher abzuklären, da nicht alle Kirchen Musik vom Band abspielen. Außerdem hängt dies auch oftmals vom Pastor ab. Dieser kann bestimmte Lieder auch ablehnen, wenn sie seiner Meinung nach der Würde des Ortes nicht gerecht werden.

Eine andere Möglichkeit ist auch eine Band oder ein Sänger bei der Trauung. Dieser spielt dann live die Lieder, die sich das Brautpaar wünscht. Auch dies sollte jedoch mit dem Pastor abgesprochen werden.

Kirchliche Hochzeit in einer anderen Gemeinde

Wer etwas Besonderes will und sich beispielsweise eine schönere Kirche in einer anderen Gemeinde wünscht, kann sich innerhalb Deutschlands natürlich auch an einem anderen Ort als der Heimatgemeinde trauen lassen. Dies klappt sogar ohne einen übermäßig hohen bürokratischen Aufwand.

Als evangelisches Paar braucht man dazu lediglich eine so genannte Dimissoriale und als katholisches Paar eine Traulizenz vom Heimatgemeindepfarrer. Diese müssen dem Geistlichen, der die Trauung schließlich durchführen soll, vorgelegt werden.

Mögliche Probleme mit einer kirchlichen Trauung

Nicht immer ist eine kirchliche Hochzeit möglich, die Religionszugehörigkeit spielt hier eine wichtige Rolle: In der Regel sollten beide Partner zumindest einer christlichen Religion angehören. Keine großen Probleme gibt es, wenn ein katholischer und ein evangelischer Partner heiraten wollen.

Auch kann es entscheidend sein, ob man bereits einmal verheiratet war – schließlich werden Ehen im Christentum als unauflöslich angesehen. Die Katholiken tun sich hiermit besonders schwer, sodass man als Katholik davon ausgehen kann, dass man sehr wahrscheinlich nur einmal eine kirchliche, katholische Hochzeit erleben kann. Wenn die erste Ehe allerdings nur vor dem Standesamt geschlossen wurde, stehen die Chancen besser: Dann ist der Katholik nämlich nicht seiner Formpflicht nachgekommen.

In der evangelischen Kirche ist unter Umständen auch ohne eine solche Formfehlerreglung eine zweite kirchliche Hochzeit möglich. Es gilt allerdings immer, dass hierbei einige Formalitäten zu erledigen sind und das Gespräch mit dem zuständigen Pfarrer gesucht werden sollte, der über alle Möglichkeiten aufklärt.

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von Inga Back
 

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