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'Save the date'-Karten: Warum dieser Trend völlig unnötig ist

Inga Back
von Inga Back Veröffentlicht am 22. Februar 2019
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Wenn man mitten in der Hochzeitsplanung steckt oder gerade erst damit anfängt, ploppt das Thema 'Save the date'-Karten ziemlich schnell auf. Ich verrate euch, warum das meiner Meinung nach einer der unnötigsten Hochzeitstrends überhaupt ist.

Ich habe es selbst erlebt: Man ist frisch verlobt und freut sich darauf, bei Pinterest nach Herzenslust Inspirationen für die eigene Hochzeit zu sammeln. Was man dabei nicht merkt: Wie schnell man sich in einen wahren Planungswahnsinn hineinziehen lässt.

Plötzlich braucht man unbedingt Geschenkboxen, mit denen man seinen Brautjungfern einen "Antrag" macht, einzeln abgepackte Taschentücher für Freudentränen der Gäste in der Kirche und natürlich auch ganz individuell gestaltete 'Save the date'-Karten. Man hinterfragt diese Dinge nicht einmal, sondern schließt sie automatisch in seine Hochzeitsplanung mit ein.

Nachdem ich also ein paar Stunden mit der "Hochzeitsrecherche" verbracht habe, habe ich mich selbst dabei erwischt, wie ich bei Etsy 'Save the date'-Karten ausgewählt habe. Schließlich braucht man die doch auf jeden Fall... oder?

Nein, braucht man nicht! Und ich verrate euch auch, warum.

Was sind 'Save the date'-Karten?

'Save the date'-Karten sind nichts anderes als Mini-Einladungen. In der Regel steht auf diesen das Datum der Hochzeit zusammen mit einem Foto des frisch-verlobten Paares und deren Namen. Aber natürlich sind wie in allen Hochzeitsdingen auch hier der Kreativität (und dem Budget) keine Grenzen gesetzt. Von Herzchen-Konfetti bis zur Foto-Lovestory ist alles möglich.

​'Save the date'-Karten lassen eure Gäste also wissen, dass sie zur Hochzeit eingeladen sind und wann diese sein wird. So können sie sich den Tag bereits im Kalender vermerken und freihalten.
Es gibt jedoch auch eine andere Möglichkeit seinen Gästen das Datum der Hochzeit mitzuteilen: die Einladung. Man schickt sie in der Regel etwa 6 bis 8 Monate vor der Hochzeit raus. Also eigentlich genügend Zeit, damit die Gäste sich den Tag freihalten können.

Früher (und damit meine ich: bis vor wenigen Jahren) war es absolut normal, dass man nur Einladungen verschickt hat - ohne vorherige Ankündigung durch 'Save the date'-Karten. Das hat jahrzehntelang funktioniert und ist meiner Meinung nach auch heute noch vollkommen ausreichend. Es gibt jedoch noch weitere Gründe, die gegen 'Save the date'-Karten sprechen.

Save-the-date-Karten verursachen extra Kosten

'Save the date'-Karten sind ein weiterer Kostenpunkt bei der Hochzeitsplanung. Viele gestalten sie online, dann kosten sie je nach Aufwand, Papierart und Menge zwischen 80 Cent pro Stück und 5 Euro.

Angesagte Polaroid-Fotos als 'Save the date' (zum Beispiel von Tadaaz) kosten bei 100 Gästen schon um die 100 Euro. Wenn man jetzt auch noch die Kosten für ein Foto-Shooting für das perfekte Foto als frisch Verlobte dazurechnet, kommt man schnell auf mehrere hundert Euro.

Natürlich braucht man kein extra Verlobungs-Shooting und natürlich gibt es auch günstigere 'Save the date'-Karten. Die Frage, die sich mir hier stellt, ist eher: Lohnt es sich überhaupt Geld für Save-the-dates auszugeben? Wenn man bedenkt, dass die meisten Gäste die Karten einfach wegwerfen werden, ist die Antwort für mich ein ganz klares Nein.

'Save the dates' belasten auch die Umwelt zusätzlich

Millionen Bäume werden jedes Jahr abgeholzt, um Papeterie zu produzieren. Dabei belastet auch das Produktionsverfahren selbst die Umwelt. Wenn ihr auf die 'Save the date'-Einladungen verzichtet, tragt ihr also einen kleinen Teil dazu bei, um euren Papierverbrauch zu senken.

Da immer mehr Hochzeitspaare darauf achten, ihre Hochzeit möglichst umweltfreundlich zu gestalten, wundert es mich, dass noch immer so viele Save-the-dates versendet werden. Wir verzichten auf Plastikstrohhalme, wir verschenken Topfpflanzen, warum sparen wir dann nicht auch etwas Papier?

Ihr müsst euch früh auf eine Gästeliste einigen

Ein ganz egoistischer und bequemer Grund, um auf 'Save the date'-Karten zu verzichten: Ihr müsstet euch fast ein Jahr vor eurer Hochzeit, oder zumindest mehr als ein halbes Jahr im Voraus, bereits auf eine Gästeliste festlegen.

Wenn ihr jemandem erst einmal eine 'Save the date'-Karte geschickt habt, also quasi darum gebeten habt, dass diese Person sich den Tag für euch freihält, dann müsst ihr denjenigen auch wirklich einladen. Jemandem keine Einladung zu schicken, der eine Save-the-date erhalten hat, wäre ein absolutes No-go.

Da man sich in der Regel aber erst auf eine Gästeliste einigen kann, wenn man bereits eine Location gebucht hat, setzt ihr euch selbst frühzeitig unnötigem Stress aus. Lasst ihr die Save-the-dates weg, könnt ihr euch auch mit der Location und der Gästeliste mehr Zeit lassen.

Ein Plädoyer gegen die 'Save the date'-Karte

Ich sage ganz klar: Bereiten wir diesem Hochzeitswahnsinn wieder ein Ende. Es geht an diesem Tag schließlich nicht um die bis ins Detail perfekt geplante Party, sondern um die Liebe zwischen zwei Menschen, die beschlossen haben, dass sie ihr Leben miteinander teilen möchten. Um diese Liebe zu zelebrieren, braucht man keine Küchenmagnete, auf denen das Hochzeitsdatum steht.

Unsere Umwelt wird es uns danken und auch unser Stresslevel, wenn wir uns dem Zwang, die perfekte Hochzeit zu planen, widersetzen und einfach auf ein paar unnötige Details verzichten.

Und wenn ihr doch unbedingt ein 'Save the date' wollt: Dann macht es doch einfach digital!

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