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Coach verrät: DAS sind die besten Antworten auf fiese Fragen im Job-Interview

von Tanja Koch Veröffentlicht am 18. Oktober 2018
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Das Schlimmste an Bewerbungsgesprächen ist die Angst vor gemeinen Fragen. Wir haben einen Bewerbungscoach nach den schwierigsten Gesprächsthemen gefragt und wie du mit ihnen umgehen solltest.

Das Problem an Bewerbungsgesprächen: Du kannst noch so gut für eine Stelle geeignet sein, wenn du dich nicht richtig auf das Gespräch vorbereitest, wird es trotzdem schwierig. Besonders gilt das für fiese Fangfragen. Deshalb solltest du dir schon vor dem Termin gute Antworten überlegen.

Bewerbungscoach Jürgen Zech von make-it-better in Köln hat uns verraten, welche gemeinen Fragen besonders häufig vorkommen und mit welcher Antwort du den Personaler überzeugst.

1. Sie haben ziemlich lange studiert...

​Wenn du ein paar Semester länger studiert hast, als in der Regelstudienzeit vorgesehen, gibt es dafür sicher Gründe, die du nennen kannst. Hast du das Studienfach gewechselt? Wenn ja, warum? Hast du ein Auslandssemester eingelegt, nebenher viel gearbeitet oder dich sozial engagiert? Auch ein Familienmitglied zu pflegen oder sich um das eigene Kind zu kümmern sind akzeptable Gründe. Chronische Antriebslosigkeit hingegen solltest du definitiv nicht aufzählen.

Der Bewerbungsexperte empfiehlt, gar nicht auf die Gründe einzugehen, sondern so zu antworten:
"Ich sehe das anders, die durchschnittliche Studiendauer in meinem Fach beträgt 7,4 Semester (unbedingt vorher nachschauen!). Mit meiner Studiendauer liege ich statistisch gesehen in der Spitzengruppe."

2. Haben Sie keine Auslandserfahrung vorzuweisen?

Wenn der Personaler diese Frage stellt, bedeutet das, die fehlende Auslandserfahrung ist kein Ausschlusskriterium - sonst würdest du ihm nämlich nicht gegenüber sitzen. Trotzdem musst du ihm erklären, dass du selbst der Konkurrentin mit Ausbildungsstation in Paris in nichts nachstehst. Interkulturelle Kompetenz kannst du auch auf Individualreisen erlangt und Wirtschaftsenglisch in einem VHS-Kurs erlernt haben.

Der Experte rät, im Bewerbungsgespräch für einen Bürojob folgendermaßen zu antworten:
"​Für mich stellt sich die Frage, was Sie mit dieser Frage bezwecken? Es geht doch sicher darum mit Kollegen aus einem internationalen Umfeld auf Englisch zu kommunizieren. Das mache ich im Rahmen meiner Berufstätigkeit Tag für Tag sehr erfolgreich."

3. Nennen Sie drei Stärken und drei Schwächen.

Bei dieser Frage geht es darum, über sich selbst nachzudenken. Auf drei Dinge solltest du achten: Nenne keine Schwäche, die deine Eignung für den Job stark einschränken würde. Nenne nie mehr Schwächen als Stärken. Und zeige, dass du an dir arbeitest.

Laut Jürgen Zech sollte deine Antwort folgendermaßen aufgebaut sein:
"Also eine Schwäche von mir ist die Ungeduld, ich kenne mich und arbeite an mir. Dadurch bin ich geduldiger mit mir und den Kollegen geworden."

4. Warum haben Sie so ein schlechtes Abitur?

Wenn ein Personaler im Bewerbungsgespräch diese Frage stellt, möchte er sehen, ob du mit Kritik umgehen kannst. Wie bei der vorigen Frage, solltest du dich positiv eingestellt und engagiert zeigen. Welche anderen Kenntnisse oder Qualifikationen hast du vorzuweisen? Was hast du in der Zwischenzeit gelernt? Hast du das fehlende Wissen durch Weiterbildung nachgeholt und das Leistungstief vielleicht schon lange hinter dir gelassen?

Der Bewerbungscoach empfiehlt, im Vorstellungsgespräch um einen Job im Einzelhandel etwa so zu antworten:
​"Ist denn die Abiturnote für den Job wichtig? Oder ist nicht eher meine Erfahrung im Verkauf viel wichtiger?"

5. Wie gehen Sie mit Konflikten mit Kollegen um?

Mit dieser Frage möchte der Arbeitgeber prüfen, ob du mit schwierigen Situationen professionell umgehen kannst. Wichtige Eigenschaften sind Konfliktfähigkeit, soziale Kompetenz, Offenheit und Kompromissbereitschaft. Wenn du dich auf dieses Gesprächsthema vorbereitest, kannst du auch über eine konkrete Situation nachdenken - womöglich kommt nämlich anschließend die Frage nach einem Beispiel.

Der Bewerbungsexperte empfiehlt eine kurze und knappe Antwort:
"​Mir ist es wichtig, Konfliktpunkte direkt und sachlich mit den Kollegen anzusprechen."

6. Warum möchten Sie den Job wechseln? Haben Sie Ihre Ziele im bisherigen Job nicht erreicht?

Diese Frage wird in Bewerbungsgesprächen häufig gestellt. Leider lädt sie dazu ein, sich über den aktuellen Arbeitgeber zu beschweren. In einem Vorstellungsgespräch solltest du aber genau das vermeiden. Deine Antwort sollte also positiv ausfallen und deine Motivation für den neuen Job ausdrücken.

Jürgen Zech rät zu folgender Antwort:
"Nach meiner Meinung ist genau das Gegenteil der Fall. Ich habe alle mir selbst gesetzten Ziel erreicht. Da es in meiner Firma nun keine neuen Herausforderungen mehr gibt, habe ich mich bei Ihnen beworben."

7. Welchen Teil Ihrer bisherigen Arbeit mögen Sie nicht?

Auch hier solltest du aufpassen, nicht schlecht über derzeitige Kollegen, Vorgesetzte und Aufgaben zu sprechen. Ansonsten wird sich der Personaler fragen, wie loyal du gegenüber dem neuen Unternehmen wärst. Versuche deinem Gegenüber zu erklären, dass du deinen Job insgesamt gerne gemacht hast und Motivation für die neue Stelle mitbringst - auch, wenn du ab und an undankbare Aufgaben haben wirst.

Der Bewerbungscoach würde auf diese Frage im Bewerbungsgespräch um einen Job im Verkauf folgendermaßen antworten:
"Sie wissen doch selbst, Arbeiten ist wie Essen, das meiste ist genießbar, doch manches schmeckt einem besser als das andere. Wenn Sie mich fragen würden, welche Arbeit mir bei Ihnen am besten gefallen würde, würde ich sagen: Die Kunden zu beraten."

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von Tanja Koch