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Umzug, Hochzeit, Todesfall: In diesen Fällen gibt's Sonderurlaub

von Tanja Koch Veröffentlicht am 29. Dezember 2018

Urlaub ist zum Erholen da. Doch was, wenn ein Umzug ansteht, ein Angehöriger stirbt oder das Kind erkrankt? In welchen Fällen sieht das Gesetz Sonderurlaub vor?

Früher oder später kommt jeder einmal in die Situation, wegen eines Todesfalls oder eines Umzugs freinehmen zu müssen. Zwar stehen jedem Arbeitnehmer eine gewisse Anzahl Urlaubstage zu. Doch die sind eigentlich dafür gedacht, sich von der Arbeit zu erholen. Bei Schicksalsschlägen, Umzügen und selbst bei schönen Anlässen wie der Hochzeit ist an Entspannung ganz und gar nicht zu denken.

Glücklicherweise gewährt das Gesetz in § 616 BGB die Möglichkeit auf vorübergehende bezahlte Freistellung - sofern der Mitarbeiter...

"...für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird."

Es gibt also die drei folgenden Voraussetzungen:

  • Die Dauer der Verhinderung ist nicht erheblich.
    ​Wie viele Tage als "nicht erheblich" gelten, hängt von verschiedenen Dingen ab - etwa dem Grund der Verhinderung oder wie lange du bereits im Unternehmen angestellt bist.

  • Der Grund liegt in der Person des Arbeitnehmers.
    Eine Naturkatastrophe, ein Stau oder ähnliches ist kein Fall für den Sonderurlaub - es sei denn, hierdurch wird einer der unten genannten Fälle verursacht.

  • Die Situation wurde nicht selbst verschuldet.
    Auf den ersten Blick erscheint dieses Kriterium in Zusammenhang mit den untenstehenden Fällen fragwürdig. Hast du dir allerdings am Arbeitsplatz etwas zu Schulden kommen lassen, sodass du in eine andere Stadt versetzt wirst, könnte der Sonderurlaub für den "Umzug aus dienstlichem Grund" an diesem Kriterium scheitern.

In diesen Fällen gibt es Sonderurlaub

Im Gesetz zum Sonderurlaub sind jedoch keine konkreten Fälle oder Anlässe notiert. Deshalb orientieren sich die meisten Arbeitgeber an denen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. Je nach Fall sind dort unterschiedlich viele Tage Sonderurlaub festgelegt:

  • ​Geburt des Kindes: 1 Arbeitstag
  • Tod des Ehegatten, eines Kindes oder Elternteils: 2 Arbeitstage
  • Umzug aus dienstlichem oder betrieblichem Grund an einen anderen Ort: 1 Arbeitstag
  • 25-, 40- und 50-jähriges Arbeitsjubiläum: 1 Arbeitstag
  • schwere Erkrankung:
    a) einer/eines Angehörigen, der im selben Haushalt lebt: 1 Arbeitstag pro Kalenderjahr
    b) eines Kindes unter 12. Jahren, sofern im laufenden Kalenderjahr nicht Krankengeld nach § 45 SGB V beantragt wurde: 4 Arbeitstage pro Kalenderjahr
    c) der Betreuungsperson eines Kindes unter acht Jahren (oder sofern es wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Gründe pflegebedürftig ist): 4 Arbeitstage pro Kalenderjahr
  • Ärztliche Behandlung, die während der Arbeitszeit erfolgen muss: nachgewiesene erforderliche Abwesenheitszeit

Sonderurlaub: Im Zweifel im Arbeitsvertrag nachschauen

Bist du dir unsicher, wie dein Arbeitgeber das Thema Sonderurlaub handhabt, kannst du einfach im Arbeits- oder Tarifvertrag nachschauen. Dort sollte stehen, wie viele Tage Erholungsurlaub und wie viele Tage Sonderurlaub es je nach Fall gibt.

Je nach dem, wie verständnisvoll der Vorgesetzte ist, kann er dich im Todesfall sogar bis zu zwei Wochen freistellen. Einige Unternehmen bestehen jedoch darauf, dass du deine regulären Urlaubstage nutzt. Im Notfall kannst du dich aber auch aufgrund der psychischen Überlastung krankschreiben lassen.

Sonderurlaub beantragen: Darauf musst du achten

Musst du aus einem der oben genannten Gründe freinehmen, benötigst du einen Nachweis. Um für die Hochzeit Sonderurlaub zu bekommen, musst du deinem Vorgesetzten ein Schreiben des Standesamtes vorlegen. Im Todesfall benötigst du die Kopie der Sterbeurkunde, im Krankheitsfall ein ärztliches Attest.

Der Arbeitgeber muss dem Sonderurlaub ausdrücklich zugestimmt haben. In den meisten Unternehmen beantragst du die Freistellung auf gleichem Wege wie den Erholungsurlaub.

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