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Stärken und Schwächen: 85 gute Beispiele fürs Jobinterview

von Tanja Koch Veröffentlicht am 9. April 2019
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Stärken und schwächen im Vorstellungsgespräch zu nennen, ist gar nicht so leicht. In dieser PDF-Liste findest du viele Beispiele.

Die Frage nach den Stärken und Schwächen ist inzwischen ein Klassiker unter den Fragen im Vorstellungsgespräch. Sich darauf vorzubereiten ist wichtig, denn wenn man nervös ist, kann es schon mal schwierig sein etwas Kluges zu antworten.

Wir haben eine Liste für dich erstellt mit verschiedenen Beispielen für Stärken und Schwächen, die du im Vorstellungsgespräch nennen kannst. Du findest sie weiter unten im Artikel sowie als PDF-Liste.

Zudem geben wir dir Tipps, wie du deine Antwort charmant verpackst und ein paar Formulierungen, mit denen Personaler die klassische Frage nach den Stärken und Schwächen tarnen.

Stärken und Schwächen nennen: So punktest du im Vorstellungsgespräch

1. Stärken

Die Frage nach den Stärken fällt vielen Menschen leichter als die Frage nach den Schwächen. Dennoch solltest du abwägen, welche deiner Stärken besonders gut zur Stelle passen, auf die du dich bewirbst. Wir haben hier ein paar Beispiele für dich zusammengestellt:

Kenntnisse und Fähigkeiten:

- sprachliche Fähigkeiten
- rechnerische Fähigkeiten / Umgang mit Zahlen
- technische Kenntnisse, technisches Verständnis
- organisatorische Fähigkeiten
- analytisches Denkvermögen
- räumliches Vorstellungsvermögen
- gutes Gedächtnis
- hohe Konzentrationsfähigkeit
- logisches Denken
- rhetorische Fähigkeiten
- frei vor Gruppen sprechen
- komplexe Inhalte strukturieren und anschaulich gestalten
- Aussagen auf den Punkt bringen
- Führungsstärke
- Kommunikationsfähigkeit
- Durchsetzungsfähigkeit
- Kreativität
- viele Erfahrungen mit Programm X

Arbeitsweise:

- strukturierte Arbeitsweise
- lösungsorientiertes Denken
- Selbstständigkeit
- viel Eigeninitiative
- sorgfältiges Arbeiten
- Kostenbewusstsein
- Umweltbewusstsein
- zielorientiertes Arbeiten
- Effektivität
- Effizienz
- Teamfähigkeit
- Hilfsbereitschaft

Einstellung und Persönlichkeit:

- Loyalität
- Verantwortungsbewusstsein
- Pflichtbewusstsein
- Zuverlässigkeit
- Disziplin
- Einsatzbereitschaft
- Belastbarkeit
- Ausdauer
- Flexibilität
- Spontaneität
- Meinungsstärke
- Selbstbewusstsein
- Reflexion
- Ehrlichkeit
- Kritikfähigkeit
- Ruhe
- Gelassenheit
- Geduld
- Entscheidungsfreude
- Humor
- Neugier
- Empathie
- Rücksicht
- Diplomatie

2. Schwächen

Darüber, wie du die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch beantworten sollst, gibt es verschiedene Annahmen. Lange galten humorvolle Schwächen als gute Antwort, zum Beispiel: "Ich esse zu gern Schokolade." Auch übertriebene Einhaltung von Stärken (z.B. zu viel arbeiten, überpünktlich sein) ist eine oft empfohlene Antwort.

Allerdings gilt inzwischen: Zeig dich authentisch. Hier haben wir ein paar Beispiele für Schwächen aufgelistet. Wie du sie verpacken solltest, kannst du unten nachlesen.

Kenntnisse und Fähigkeiten:

- schlechte Fremdsprachenkenntnisse
- schlechte rechnerische Fähigkeiten
- kein technisches Verständnis
- schlechte organisatorische Fähigkeiten
- fehlendes räumliches Vorstellungsvermögen
- schlechte rhetorische Fähigkeiten
- Vergesslichkeit
- Schwierigkeiten beim Sprechen vor Gruppen
- Aussagen nicht auf den Punkt bringen können
- eingeschränkte Kreativität
​- geringes Durchsetzungsvermögen
- geringe Führungsstärke
- Ungeschicklichkeit
- wenige Erfahrungen mit Programm X

Arbeitsweise:

- Flüchtigkeitsfehler
- Schwierigkeiten, morgens früh aufzustehen und in Fahrt zu kommen
- unstrukturierte Arbeitsweise
- selten Initiative zeigen

Einstellung und Persönlichkeit:

- Lärmempfindlichkeit
- zurückhaltend
- Stressempfindlichkeit
- geringe Flexibilität
- geringe Spontaneität
- Schwierigkeiten beim Äußern der eigenen Meinung
- geringes Selbstbewusstsein
- geringe Kritikfähigkeit
- Nervosität
- Ungeduld
- Entscheidungsschwäche
- hohes Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe
- Schwierigkeiten, Nein zu sagen

Stärken und Schwächen: PDF-Liste als Download

Mit unserem "Stärken und Schwächen"-PDF kannst du unsere Beispiele, die du im Vorstellungsgespräch nennen kannst, einfach auf deinem Computer abspeichern oder ausdrucken.

Das nächste Vorstellungsgespräch kommt bestimmt - wetten, dann haben sich deine Stärken und Schwächen schon wieder verändert?

Stärken und Schwächen richtig verpacken

Unbedingt überlegen solltest du dir, wie du deine Stärken beschreibst und wie du deine Schwächen charmant verpackst. Mit diesen Tipps gelingt dir die perfekte Antwort im Vorstellungsgespräch:

1. Beispiele nennen
Selbst bei der konkreten Frage, drei Stärken und drei Schwächen zu nennen, reicht es nicht, diese stumpf aufzuzählen. Vielmehr solltest du Beispiele nennen.

"In meinem jetzigen Job halte ich häufig Vorträge vor anderen Teams. Daher fällt es mir inzwischen leicht, frei vor Gruppen zu sprechen."

2. Gesundes Selbstbewusstsein
Zudem solltest du beim Nennen der Stärken im Vorstellungsgespräch darauf achten, nicht angeberisch zu wirken oder dich selbst zu überschätzen. Andererseits sehen Personaler übertriebene Zurückhaltung und Bescheidenheit oft nicht gerade positiv.

3. Schwächen relativieren
Beispielsweise kannst du Begriffe wie "manchmal" oder "gelegentlich" nutzen. So wirkt eine negative Eigenschaft gleich nicht mehr so schlimm.

Auch ist es wichtig zu zeigen, dass du deine Schwäche erkannt hast und bereits an dir arbeitest. Wer vor dem Personaler eines internationalen Unternehmens zugibt, dass er geringe Fremdsprachenkenntnisse hat, der sollte im nächsten Satz erklären, dass er beispielsweise bereits einen Englischkurs besucht, um das Problem zu beheben.

4. Keine gravierenden Schwächen nennen
Grundsätzlich solltest du aber keine Schwäche auswählen, die für die angestrebte Stelle essentiell ist. Im Vorstellungsgespräch um eine Stelle als Führungskraft von geringem Selbstbewusstsein oder geringem Durchsetzungsvermögen zu sprechen, ist nicht empfehlenswert. Lärmempfindlichkeit oder Nervosität sind an dieser Stelle besser geeignet. Denn mit Noise-Cancelling-Kopfhörern (oder einem eigenen Büro) und einem Yoga-Kurs, lassen sich diese Schwächen leicht in den Griff kriegen.

5. Keine Stärke zur Schwäche umdeuten
Eine Stärke zur Schwäche umzuformulieren ("Ich bin zu perfektionistisch.") oder mit Humor zu reagieren ("Meine größte Schwäche ist Schokolade") ist ebenfalls nicht zu empfehlen - obwohl dieser Rat sehr bekannt ist. Der Personaler möchte etwas über dich und deine Persönlichkeit herausfinden. Zeige dich deshalb ehrlich, authentisch und reflektiert.

Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass die Kandidaten eher eingestellt werden, die wahrheitsgemäß antworten. Ein Beispiel ist eine Harvard-Studie, bei der 80 Prozent der Personaler die wenigen Kandidaten (23 Prozent) einstellen würden, die echte Schwächen zugegeben haben.

So tarnen Personaler die kritische Frage

Die Aufforderung, drei Stärken und drei Schwächen zu nennen, halten inzwischen viele Personaler für überholt und altmodisch. Dabei gibt es eine Reihe ähnlicher Fragen, mit denen Personaler ihre Absichten ein wenig tarnen. So wollen sie herausfinden, ob der Kandidat kritikfähig und reflektiert ist und ob er konstruktiv mit seinen Schwächen umgeht.

Beispiele für die Tarn-Fragen:

  • Was würden Ihre Freunde über Sie sagen, was Sie besonders gut können?
  • Welche Eigenschaften würde ein Lehrer an Ihnen kritisieren?
  • Welche Situation haben Sie besonders gut gemeistert? Was glauben Sie woran es lag? Was hätten Sie besser machen können?
  • Wann haben Sie sich zuletzt über sich selbst geärgert und warum?
  • Beschreiben Sie sich mit drei Worten.
  • ​Was bringt Sie beim Arbeiten auf die Palme?
  • Welche Dinge würden Sie an sich ändern, wenn Sie könnten?​
  • ​Auch Skalenfragen nutzen einige Personaler: "Auf einer Skala von 1 bis 10, wie gut sind Ihre organisatorischen Fähigkeiten?" Hier geht es darum, sich selbst gut einzuschätzen und nicht zu angeberisch zu wirken.

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