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Homeoffice: Warum mehr Firmen die Arbeitsform erlauben sollten

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 22. November 2018
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Neue Arbeitsformen braucht das Land. Flexibler, selbstbestimmter, mehr auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Arbeitnehmers abgestimmt. Zum Beispiel mit der Möglichkeit von zuhause zu arbeiten. Das erfordert Vertrauen auf der einen und Selbstdisziplin auf der anderen Seite. Was sind die Vorteile von Homeoffice und was ist problematisch?

Unterhält man sich heute mit Freunden über die Arbeit, merkt man schnell: Es hat sich viel getan in Sachen Job und Arbeitsbedingungen. Die Mehrheit wünscht sich eine gute Work-Life-Balance und fordert die auch ein. Der Wunsch nach mehr Flexibilität beim Arbeiten steht ganz oben (Studie von Bitkom Research). Starres 'Nine to Five'-Arbeiten? Nein, Danke!

​Mit der Jahrtausendwende und den ersten Laptops und Handys war es nur eine Frage der Zeit, dass man über flexible Arbeitsmöglichkeiten nachgedacht hat. Warum nicht auch mal von zuhause arbeiten?

​Waren es vor ein paar Jahren nur 20 Prozent, die die Möglichkeit hatten, in den heimischen vier Wänden zu arbeiten, sind es 2017 bereits 30 Prozent. Tendenz steigend. Wie so oft sind uns andere Länder wieder einen Schritt voraus. In den Niederlanden ist es beispielsweise seit 2015 gesetzlich verankert, dass Arbeitnehmer ein Recht auf Homeoffice haben.

Vorteile von Homeoffice für den Arbeitnehmer

Die Vorteile von Homeoffice liegen für den Arbeitnehmer natürlich klar auf der Hand: Die lästige Pendlerei zum Arbeitsplatz fällt weg und man kann dem Stress der Hin- und Rückfahrt im Auto oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln entgehen.

Ganz nebenbei hat man auch Benzin gespart, Abgase vermieden und die Umwelt geschont. Zudem genießt man zuhause mehr Ruhe und kann sich besser konzentrieren - wobei das natürlich auch eine Typfrage ist. Manch einer braucht ja das produktive Chaos und arbeitet lieber im Team.

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Homeoffice im Job: Was der Arbeitgeber davon hat

​Auch der Arbeitgeber profitiert von der Homeoffice-Option. Studien, wie die des Instituts der deutschen Wirtschaft IW, haben gezeigt, dass Arbeitnehmer, die von zuhause aus arbeiten dürfen, entspannter und zufriedener sind - und das wirkt sich natürlich auf ihre Leistung aus.

Ein glücklicher Mitarbeiter wird immer bessere Arbeit abliefern als ein frustrierter. Chefs sollten diesen positiven Effekt nutzen. Mehr Zufriedenheit sorgt auch für eine enge Mitarbeiterbindung und weniger Wechsel im Unternehmen.

Wer für flexible Arbeitszeiten sorgt (es gibt nun mal Nachteulen und Frühaufsteher mit unterschiedlichen Tageszeiten, an denen sie zu Höchstleistungen auffahren!) und für die Möglichkeit, auch mal Homeoffice zu machen und so Abwechslung in die Arbeitswoche bringt, der sorgt dafür, dass er ausgeglichenere Arbeitnehmer hat. Und das sorgt letztlich für innovatives und produktives Arbeiten - auch das haben Studien belegt.

Umdenken muss stattfinden

Dennoch tun sich immer noch viele Firmen schwer mit dem Thema Homeoffice. Das Problem ist, dass viele Arbeitgeber und auch Kollegen die Arbeitsleistung danach bemessen, wie lange jemand am Arbeitsplatz zugegen ist. Wer als letzter abends heimgeht, ist in vielen Augen immer automatisch der Super-Mitarbeiter.

Es muss ein Umdenken bei Arbeitgebern und auch Kollegen stattfinden. Wir müssen aufhören, die Arbeitsleistung nach Anwesenheitsdauer in der Firma zu bemessen.

Wer sagt denn, dass der Mitarbeiter, der als letzter geht, nicht einfach unproduktiv war und sein Soll nicht geschafft hat? Und der, der früh gegangen ist, hatte vielleicht einen sehr guten Lauf und Unmengen an Arbeit geschafft. Womöglich werden dann Kollegen, die ihre Zeit auf der Schicht einfach "absitzen", besser bewertet als solche, die schnell und zügig zu guten Ergebnissen kommen.

Arbeit sollte nach Output, also erbrachter Leistung und nach Qualität bemessen werden - nicht nach dem reinen Zeitaufwand und physischer Anwesenheit. Und dieses Denken ist Voraussetzung für einen Chef, der seinem Mitarbeiter vertraut, dass er zuhause gut und engagiert seinen Job macht.

Homeoffice kann auch Nachteile haben

Dennoch darf man auch nicht verschweigen, dass das Homeoffice auch Nachteile haben kann. Einige sind einfach so, andere sind eher deshalb problematisch, weil wir eben noch umdenken müssen in Sachen Arbeitswelt.

Fehlende Vernetzung

Ein Kritikpunkt: Es fehlt der konstruktive Austausch mit den Kollegen und den Vorgesetzten. Man sitzt alleine zuhause und bekommt weder den Flurfunk, noch die Ansagen von Chefs und Kollegen mit. Und auch den Plausch mit den Kollegen beim mittäglichen Kaffee sollte man nicht unterschätzen.

Das alles sorgt dafür, dass man vernetzt und informiert ist, sei es über strategische Neuausrichtungen des Unternehmens oder über Personelles. Auch ist es oft produktiver im Team zu arbeiten oder sich zumindest ab und zu Rückmeldung oder Rat von Kollegen zu holen. Jeder wird wissen, wie ungemein hilfreich ein gemeinsames Brainstorming sein kann.

Klar sind wir heute extrem gut vernetzt, und somit kann die Kommunikation auch von zuhause aus perfekt laufen. Sei es, dass man via Messengern wie Slack oder Skype oder einfach per Mail kommuniziert oder diverse anderen Möglichkeiten des Austausches nutzt. Dann macht es keinen Unterschied mehr, ob man im Nebenraum sitzt oder eben zuhause. Aber ab und zu macht es eben doch Sinn, vor Ort, also auf der Arbeit zu sein. Zum Beispiel, wenn wichtige Meetings und Entscheidungen anstehen.

Ständig im Arbeitsmodus

Man möchte es nicht denken, aber gerade, wer von zuhause aus arbeitet, tendiert dazu, sich keine wirklichen Pausen zu gönnen. Man kennt das ja: Da stellt man vormittags die Waschmaschine nebenher an, geht zur Tür, wenn der Postbote klingelt und hat dann irgendwann das Gefühl schon zu viel Zeit verplempert zu haben und erlaubt sich keine Pause mehr. Somit ist man ständig im Arbeitsmodus. Oder man nutzt seine Pause für kleine Erledigungen und kommt dann gestresster an seinen Platz zurück als vorher. Hier hilft nur eins: Selbstdisziplin und Regeln, die man für sich selbst aufstellt.

Schlechtere Karten für eine Beförderung

Auch wer den Aufstieg auf der Karriereleiter anpeilt, sollte sich nicht ständig im Homeoffice verstecken, sondern zeigen. Es ist leider immer noch so, dass die Arbeitsleistung sehr danach bemessen wird, wie lange jemand auf der Arbeit ist und sich einbringt. Egal wie fleißig man im Homeoffice ist, oft überzeugt es einen Vorgesetzten mehr, wenn man vor Ort ist und sich tatkräftig einbringt.

Unmut wegen ungleicher Behandlung

Es gibt immer wieder Bereiche, in denen eine Anwesenheitspflicht gegeben ist, und solche, die sich perfekt für das Arbeiten zuhause eignen. Das kann natürlich für Missmut in der Belegschaft sorgen.

Dennoch kann man Mitarbeiter, deren Arbeitsbereich sich perfekt für die Arbeit zuhause eignet, nicht dafür abstrafen, dass andere eben nicht von daheim arbeiten können, sondern vor Ort sein müssen. Es gibt schließlich Jobbereiche, sei es im Einzelhandel oder in der Gastronomie, die sich grundsätzlich nicht für Homeoffice eignen. Das ist einfach in manchen Sparten so. Dafür müssen aber nicht alle anderen mit in Sippenhaft.

Wie klappt Homeoffice für alle Beteiligten?

Das Ideal ist sicherlich eine kluge Mischung aus Homeoffice und festen Tagen, in denen man im Unternehmen ist. Für den Austausch, gemeinsame Meetings und soziale Vernetzung ist das optimal. Dazu feste Homeoffice-Tage, an denen man Dinge erledigt, für die man Ruhe und Muße braucht.

Wichtig ist es, sich einen professionellen Arbeitsplatz in seinem Zuhause einzurichten, der einem ein konstruktives Arbeiten ohne Ablenkung ermöglicht und seinem Chef signalisiert: Ich bin zwar zuhause, aber im Dienst. Wer ein paar Dinge beachtet, der wird vom Homeoffice ganz sicher profitieren. Und das gilt definitiv für Arbeitnehmer UND Arbeitgeber!

Zum Schluss: Das Homeoffice einrichten

Damit ihr euch auch zuhause gut konzentrieren könnt, solltet ihr für einen ordentlichen und strukturierten Arbeitsplatz sorgen. Neben einem Schreibtisch mit ergonomischem Bürostuhl sind Organizer sinnvoll, in denen alle Unterlagen und Utensilien Platz finden, die ihr im Job braucht:

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