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Schwanger werden mit dem OvulaRing: So funktioniert das Zyklusmonitoring

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 29. Oktober 2018
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Schwanger kann eine Frau nur an ihren fruchtbaren Tagen werden. Die genau zu ermitteln verspricht der OvulaRing. Doch wie funktioniert der Ring und kann er auch zur hormonfreien Verhütung eingesetzt werden?

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann sehr belastend sein. Und während die Ursachen dafür von Frau zu Frau variieren, so sind es auch die verschiedenen Behandlungen, um aus einem Kinderwunsch endlich ein Wunschkind zu machen. Eine Methode, die ganz ohne hormonelle Behandlung auskommt, ist das Zyklusmonitoring. Produkte wie der OvulaRing versprechen die Chancen für eine Schwangerschaft zu erhöhen. Aber wie genau funktioniert der OvulaRing?

Was ist der OvulaRing?

Der OvulaRing ist ein Zyklus-Tracker, der vom Reproduktionsmediziner Professor Henry Alexander entwickelt wurde. Dessen Motivation war es, den Zyklus einer Frau ganz individuell und genau abbilden zu können.

Zwar lässt sich der Eisprung und die fruchtbaren Tage berechnen, doch diese Berechnung basiert auf der Annahme, dass der weibliche Zyklus regelmäßig ist und durchschnittlich 28 Tage dauert. Zwischen dem 13. und 15. Zyklustag soll dann der Eisprung stattfinden.

Das Problem: Viele Frauen haben einen unregelmäßigen Zyklus. Und auch die Zykluslänge und der Zeitpunkt des Eisprungs kann von Frau zu Frau variieren. Der OvulaRing verspricht, eine genauere und individuellere Analyse des Zyklus.

Wie funktioniert der OvulaRing?

Der OvulaRing besteht aus einem Kunsstoffring mit Biosensor und einem dazugehörigen Lesegerät. Er wird, wie ein Tampon, nach der Menstruation eingeführt (spätestens am 5. Zyklustag) und den gesamten Zyklus über getragen.

Alle fünf Minuten zeichnet der eingesetzte Biosensor automatisch die Körpertemperatur auf. Die aufgezeichneten Daten können jederzeit ausgelesen werden. Sie werden an eine speziellen Auswertungssoftware übermittelt.

Nach dem ersten Zyklus mit OvulaRing kann man sehen, wann die fruchtbaren Tage und der Eisprung stattgefunden haben. Bereits im zweiten Zyklus errechnet die Software, wann der nächste Eisprung und somit die nächste fruchtbare Phase wahrscheinlich ist.

Für wen eignet sich der OvulaRing?

Geeignet ist der OvulaRing für Frauen mit Kinderwunsch. Denn wie Prof. Alexander in einem Interview berichtete, ergab eine durchgeführte Studie mit dem OvulaRing, dass rund 70 Prozent aller Eisprünge eben nicht zwischen dem 13. und 15. Zyklustag stattfinden, sondern eher oder später. Was bedeutet, dass auch die fruchtbaren Tage eher oder später stattfinden.

Frauen, die also genau wissen wollen, wie regelmäßig und wann ihr Eisprung stattgefunden hat, um damit Rückschlüsse auf folgenden Zyklen ziehen zu können, können dies genauer mit dem OvulaRing.

Wie erfolgsversprechend ist der OvulaRing?

Für Frauen, deren Eisprung und fruchtbare Tage vom durchschnittlich angenommen 13. bis 15. Zyklustag abweichen, kann es schwerer sein, schwanger zu werden. Nur wer weiß, wann genau die fruchtbaren Tage und der Eisprung stattfinden, kann gezielt versuchen, schwanger zu werden.

Durch die kontinuierliche Temperaturmessung des OvulaRings sollen auch Frauen mit einem besonders langen oder kurzen Zyklus genaue Auskunft darüber bekommen können. Laut Angaben von OvulaRing benötigen Anwenderinnen im Durchschnitt 3,79 Monate, um schwanger zu werden.

Eignet sich der OvulaRing auch zur Empfängnisverhütung?

Entwickelt wurde der OvulaRing für Frauen mit Kinderwunsch. Aber auch Frauen, die natürlich verhüten wollen, können den OvulaRing zur genauen Zyklusbeobachtung nutzen. Jedoch ist er kein Verhütungsmittel, sondern lediglich eine Ergänzung.

Der OvulaRing zeigt rückblickend an, wann der Eisprung stattgefunden hat und wann die Frau fruchtbar war. Aus den bereits gesammelten Daten wird dann ermittelt, wann der Eisprung im kommenden Zyklus wahrscheinlich stattfindet. Das bedeutet, je mehr Daten der OvulaRing sammeln konnte, umso genauer kann er einen zukünftigen Eisprung berechnen.

Jedoch basiert diese Berechnung auf vergangenen Zyklen und der Zyklus einer Frau ist sehr sensibel. Stress, Krankheit und andere Einflüsse können ausreichen, um den weiblichen Zyklus zu beeinflussen und zu verändern.

Wie hoch sind die Kosten für den OvulaRing?

Die Kosten für einen OvulaRing sind abhängig von der gewünschten Nutzungsdauer. Zu Beginn muss man ein Starterpaket erwerben. Entscheidet man sich anfangs für ein 3-Monats-Paket, belaufen sich die Kosten auf rund 85 Euro. Ein 6-Monats-Start-Paket kostet rund 60 Euro. Verlängert werden kann die Anwendung ebenfalls. Eine 3-monatige Verlängerung kostet rund 50 Euro, eine Verlängerung um sechs Monate rund 40 Euro.

Erste Krankenkasse beteiligt sich an Kosten für OvulaRing

Seit Anfang September dieses Jahres ist bekannt, dass sich die Merck BKK als erste Krankenkasse in Deutschland an den Kosten zum Zyklusmonitoring mit dem OvulaRing beteiligt. Dort versicherte Frauen können sich bis zu 85 Prozent der Kosten für den OvulaRing erstatten lassen.

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