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Lecker von der See bis in die Alpen: Käse aus Deutschland

von der Redaktion Veröffentlicht am 18. November 2008
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Beim Käse sind Holland, Frankreich und Italien Spitzenreiter – denkt man zumindest. Gerade die Holländer werden als Grande Nation der Käsekultur angesehen. Leider zu Unrecht muss man sagen, denn der heimliche König unter den Käse-Nationen heißt Deutschland. Richtig, das Land zwischen Oder und Rhein gehört, was Produktion und Sortenvielfalt betrifft, eindeutig ganz oben auf´s Treppchen.

Bekannte Käse aus Deutschland sind Sorten wie Bergkäse oder Allgäuer Emmentaler. Aber auch der Bierkäse hat in der Heimat von Schiller und Goethe seinen Ursprung. Kein Wunder also, dass in Deutschland jedes Jahr pro Kopf mehr als 20 Kilogramm Käse verbraucht werden.

Leider landet jedes Jahr ein Teil von deutschem Käse auf dem Kompost. Schuld ist falsche Lagerung oder ein Fehlgriff im Supermarkt. Aber wie lässt sich so etwas vermeiden? Und kann Käse aus Deutschland tatsächlich eingefroren werden? Entdecken Sie das Käseland Deutschland!

Deutsche Käse-Klassiker in der Küche

Zum Käse aus Deutschland, den jeder sicher von Kindesbeinen kennt, gehören Emmentaler, Tilsiter oder Butterkäse, die zur Gruppe der Schnittkäse gehören und in vielen Haushalten auf dem Frühstücksbrot landen. Eine weiterhin besonders beliebte Verwendung ist natürlich das Überbacken von Aufläufen, wofür sich fast jede Käsesorte eignet. Soll es eine besonders geschmeidige Käsekruste sein, empfehlen sich Sorten mit etwas höherem Fettanteil, zu denen etwa der Tilsiter zählt, der besonders schön verläuft. Fettarme Sorten benötigen hier etwas mehr Zeit. Ein eher seltenes Bild, aber machbar, ist die Verwendung eines Hartkäses wie etwa des deutschen Bergkäses. Der allerdings sollte vor dem Überbacken gerieben werden, um eine aromatische Kruste zu bilden.

Aber deutscher Käse kann noch viel mehr, denken Sie nur an ein leckeres Fondue. Hier kommen zu 50% zart schmelzende Sorten wie der Emmentaler zum Einsatz. Die andere Hälfte sollte dagegen ein kräftiger Hartkäse stellen. Aber auch als Vorspeise hat sich deutscher Käse bewährt, denn so mancher Salat erhält dadurch erst das gewisse Etwas. Oder wie wäre es mit einem sommerlichen Käse-Dip für den nächsten Grillabend? Verfeinert mit gerösteten Sonnenblumenkernen sicher ein echter Hit! Dazu einfach die Kerne in etwas Sonnenblumenöl rösten, eine Knoblauchzehe fein hacken und zusammen mit Frischkäse, frischen Kräutern sowie Salz und Pfeffer verrühren. Am Ende den Käse-Dip noch mit Paprikapulver abschmecken - fertig!

Käsespezialitäten aus Deutschland

Wer neben dem bereits genannten deutschen Käse nach Spezialitäten sucht, muss nicht zu unseren Nachbarn abwandern, schließlich kann auch deutscher Käse die eine oder andere Spezialität bieten. Angefangen zum Beispiel mit dem Altenburger Ziegenkäse, ein Produkt des thüringisch-sächsischen Grenzgebietes, welches aus Ziegen- und Kuhmilch hergestellt wird. Überzogen mit weißem Edelschimmel und Kümmel im Käseteig, entwickelt der Altenburger Ziegenkäse ein ganz eigenes Aroma und wird gern zusammen mit frischem Brot oder sauren Gurken gegessen.

Eine weitere Käse-Spezialität Mitteldeutschlands ist der berühmte Harzer Käse oder Harzer Roller, welcher sich ebenfalls hervorragend als Brotbelag eignet, aber auch als Füllung für verschiedene Speisen verwendet werden kann. Aufgrund der Verwendung von Magerquark ist der „Harzer“ besonders kalorienarm und eignet sich als Bestandteil einer fettarmen Ernährung. Übrigens: probieren Sie doch auch einmal Kombinationen wie Harzer Roller mit Pflaumenmus - Sie werden positiv überrascht sein, wie gut diese doch sehr unterschiedlichen Zutaten harmonieren.

Sucht man dagegen Käse aus Deutschland mit einem kräftigen Aroma und salzigem Geschmack, so kommt etwa der Weißlacker aus dem Allgäu in Frage. Hergestellt aus Kuhmilch und in Salzlake eingelegt kann dieser Käse unter anderem als Füllung oder Zutat für manch deftige Gemüsepfanne dienen. Soll es dagegen etwas ganz Besonderes sein, lohnt sich der Besuch einer kleinen Käserei, die als Familienbetrieb geführt wird. Hier warten mitunter Überraschungen wie Schnitt- und Räucherkäse mit Nussstücken oder die scharfe Variante mit Chili.

Deutscher Käse im Geschmackstest: Was passt zusammen?

An der Frage, mit was sich deutscher Käse alles kombinieren lässt, scheiden sich selbst die Geister waschechter Feinschmecker. Prinzipiell gilt in dieser Beziehung aber der Grundsatz, nur miteinander harmonierende Aromen zu kombinieren. Klar dass Einsteigern in die Welt des deutschen Käses die Vielfalt im ersten Moment undurchsichtig erscheint. Aber mit einigen Tricks lassen sich diese kleinen Unsicherheiten kaschieren.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Käse-Party? Auf diese Weise kann Jeder erste Erfahrungen mit Käsen aus Deutschland sammeln und den Geschmacksinn dabei auf die Probe stellen. Bei einer Käse-Party empfiehlt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Hart-, Weich- und Schnittkäse, um auch verschiedenen Geschmäckern gerecht werden zu können. Hier kann ein wenig Beratung an der Käsetheke sicher nicht schaden - besonders was die Würze und Stärke einzelner Aromen betrifft, schließlich wird daran die Auswahl des Weines ausgerichtet.

Speziell etwas milderen Käse sollte man immer mit einem fruchtbetonten Wein kombinieren, wofür sich auch der eine oder andere Weißwein eignet. Kräftige Rotweine passen dagegen besonders zu den etwas aromatischeren Schnitt- und Hartkäse-Sorten. Daneben lässt sich Käse auch mit Früchten kombinieren, was nicht nur das Auge sondern auch den Gaumen verwöhnt. Hier gilt aber ebenfalls die Devise, gegensätzliche Aromenkompositionen zu vermeiden. Sehr gut harmonieren zum Beispiel Feigen mit nussigen Käsen.

Deutschen Käse richtig aufbewahren

Obwohl gesund, lecker und durch seine Vielfalt für jeden Gaumen geeignet, gehört deutscher Käse leider zu den Nahrungsmitteln, welche relativ schnell verderben. Besonders aufgrund einer falschen Lagerung landet pro Jahr tonnenweise Käse aus Deutschland auf dem Kompost. Dabei helfen einige Tipps dabei, das Aroma und den Geschmack des deutschen Lieblingskäses etwas länger zu bewahren.

Um zu verhindern, dass deutscher Käse zu stark austrocknet, empfiehlt sich der Kauf am Stück. Dabei gilt: Je höher der Wassergehalt, umso geringer fällt auch die Haltbarkeit aus. Speziell Frisch- und Weichkäse aus Deutschland sind aufgrund dieser Tatsache schnell zu verbrauchen. Bis zu diesem Zeitpunkt eignen sich besonders Frischhalteboxen für eine Aufbewahrung im Kühlschrank. Für Hart- und Schnittkäse gilt aber eine etwas andere Vorgehensweise: Wer einen Hartkäse aufbewahren will, sollte zur Alufolie und einem feuchten Tuch greifen, um damit einem zu starken Austrocknen vorbeugen zu können. Schnittkäse sind dagegen in etwas Frischhaltefolie sehr gut aufgehoben.

von der Redaktion