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Japanisch kochen: 4 leckere Rezepte für echtes Japan-Feeling

von Nicole Molitor Veröffentlicht am 16. September 2019

Die japanische Küche kann mehr als Sushi und Ramen. Wir zeigen euch, wie ihr selber japanisch kochen könnt – vom Snack für die Bento-Box bis zum Hauptgericht.

Japan ist gemeinhin als "Land des Lächelns" bekannt. Und wenn wir uns die japanische Küche so ansehen, wäre uns auch nach Lächeln zumute.

Japanische Rezepte leben von frischen, gesunden Zutaten wie Gemüse, Pilze, Ei, Fisch und Meeresfrüchten. Fleisch kam übrigens erst recht spät (nach 1850) dazu. Natürlich darf auch Reis nicht fehlen. Der ist in Japan ein Grundnahrungsmittel und darf quasi bei keiner Mahlzeit fehlen.

Auch nicht in den typischen Bento-Boxen. Die japanische Art der Butterbrotdose ist in verschiedene Kammern unterteilt, sodass das Essen beim Mitnehmen nicht durcheinander gerät. Dabei sind die liebevoll dekorierten Boxen nur die Spitze des Eisbergs. In Japan wird sich zum Anrichten der Speisen viel Zeit genommen. Jedes Gericht kommt in eine eigene Schale oder Schüssel.

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Japanisch kochen: Diese Zutaten dürfen nicht fehlen!

Trotzdem muss japanisch Kochen nicht total aufwändig sein. Im Gegensatz zu vielen anderen asiatischen Rezepten geht die japanische Küche sehr sparsam mit Gewürzen um. Auch Knoblauch wird man kaum bei japanischen Gerichten finden.

Die einzelnen Aromen sollen möglichst unterstützt statt überdeckt werden. So gibt es im Grunde nur einige wenige Zutaten, an denen ihr nicht vorbei kommt, wenn ihr japanisch kochen wollt.

Diese Zutaten braucht ihr, um japanisch zu kochen:

1. Sojasauce: Zum Marinieren und für Saucen dient sowohl die helle (mildere) Sojasauce als auch die dunkle Variante als Basis.

2. Mirin: Der süße japanische Reiswein wird ebenfalls häufig zum Marinieren genutzt und ist ein fester Bestandteil der asiatischen Teriyaki-Sauce.

3. Sake: Beim Kochen soll der berühmte japanische Reiswein die Zutaten weicher machen und den Geschmack heben.

4. Reisessig: Der milde japanische Essig ist hierzulande auch bekannt als Sushiessig. Er wird aber auch zum Würzen von Suppen verwendet.

5. Sesam: Geröstete schwarze und weiße Sesamsamen geben jedem japanischen Gericht eine feine, nussige Note. Zum Anbraten wird gerne Sesamöl verwendet.

6. Dashipulver: Keine Suppe ohne Dashibrühe! Das Instantpulver auf Fisch- oder Algenbasis gibt aber auch Fleischgerichten einen japanischen Twist.

7. Misopaste: Die japanische Sojabohnenpaste rundet sowohl Gemüse- als auch Fleisch- und Fischspeisen ab. Unterschieden wird zwischen heller Miso mit süßem Geschmack und salziger brauner Misopaste.

8. Noriblätter: Die getrockneten Seetangblätter bringen den Reis in Form, etwa für Sushi, und geben japanischen Gerichten einen würzigen Crunch.

9. Wasabi: Der japanische Meerrettich veredelt das Buffet mit seiner giftgrünen Farbe. Zum Schärfen der Speisen am besten auf einem kleinen Zusatzschälchen servieren.

Im Video: Sushi selber machen – So geht's!

Wenn euch jetzt schon das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, wollen wir euch nicht weiter auf die Folter spannen.

Die folgenden japanischen Rezepte stammen alle aus dem Kochbuch "Japan". Darin zeigt die Halbjapanerin Beate Mari Jahnke, wie ihr authentisch japanisch kochen könnt – von kleinen Beilagen über große Hauptgerichte bis zu süßen Desserts.

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Wir haben uns für vier einfache japanische Rezepte entschieden, die ohne langes Frittieren oder Sushirollen auskommen. In diesem Sinne: Itadakimasu! Das heißt so viel wie "Guten Appetit" und wird in Japan vor jedem Essen gewünscht.

1. Japanisch kochen für Vegetarier: Udon-Nudel-Suppe mit Tofu

Vegetarisch kochen lässt sich mit der japanischen Küche gut vereinbaren. Es gibt jede Menge Rezepte mit Tofu oder Ei, die satt und glücklich machen. Bei dieser schnellen Gemüsesuppe werden Udon-Nudeln eingesetzt. Die dicken Weizennudeln saugen sich mit der würzigen Brühe voll und lassen sich selbst als Anfänger bequem mit Stäbchen essen.

Tipp: Udon-Nudeln schmecken auch super in japanischen Ramen-Suppen. Gebraten mit einer Sauce aus Tahin (Sesampaste) und Sojasauce sind sie ebenfalls köstlich.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen
Für die Aburaage

  • 3 Stück Aburaage (frittierter Tofu, Asienladen)
  • 2 TL Dashibrühe (Instantgranulat, hier bei Amazon)
  • 2 EL Zucker
  • 2 EL helle Sojasauce (Usukuchi, hier bei Amazon)

Für die Brühe

  • 4 TL Dashibrühe (Instantgranulat)
  • 80 ml helle Sojasauce (Usukuchi)
  • 1 EL Zucker
  • 2 TL Mirin (hier bei Amazon)

Für die Einlage

So geht die Zubereitung:
Aburaage: In einem Topf 1 l Wasser aufkochen. Aburaage hineinlegen und bei mittlerer Hitze ca. 3 Min. köcheln lassen, dabei stets unter Wasser drücken. In ein Sieb abgießen und ausdrücken. Im Topf 200 ml Wasser, Dashigranulat, Zucker und Sojasauce aufkochen. Die Aburaage hineinlegen und offen bei schwacher Hitze ca. 15 Min. ziehen lassen.

Brühe: Inzwischen 1,2 l Wasser, Dashigranulat, Sojasauce, Zucker und Mirin in einem zweiten Topf verrühren und einmal aufkochen lassen. Die Brühe warm halten.

Einlage: Udon-Nudeln nach Packungsangabe in kochendem Wasser garen. In ein Sieb abgießen und kalt abspülen, um die anhaftende Stärke zu entfernen. Die Nudeln danach abtropfen lassen. Die Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in feine Ringe schneiden.

Fertigstellen: Vier Suppenschüsseln zum Vorwärmen mit heißem Wasser ausspülen und abtrocknen. Die Udon-Nudeln auf die Schüsseln verteilen und die heiße Brühe dazugießen. Die Aburaage in Dreiecke schneiden, auf die Nudeln legen und mit den geschnittenen Frühlingszwiebeln bestreuen. Die Udon nach Belieben noch mit Shichimi Tôgarashi würzen und als eigenständiges Gericht servieren.

2. Japanisches Rezept: Japanisches Omelette

In Japan ist das Omelette süß und würzig zugleich. Aufgerollt lässt sich die Ei-Speise kompakt in der Bento-Box verstauen. Ihr könnt das japanische Omelette aber auch als eigene kleine Beilage zu Reis, Suppe oder einem Fleischgericht servieren.

Tipp: Das Omelette lässt sich gut vorbereiten, sodass ihr euch morgens nicht lange an den Herd stellen müsst, um die Lunchbox zu packen.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen

  • 4 Eier (Größe M)
  • 1 Msp. Dashibrühe (Instantgranulat)
  • 1 ½ EL Zucker
  • 2 TL Mirin
  • 2 TL Sojasauce
  • 2 TL Rapsöl

So einfach geht die Zubereitung:
1. Eier, Dashigranulat, Zucker, Mirin, Sojasauce und 3 EL Wasser in einer Schüssel verquirlen. Eine beschichtete Pfanne (24 cm ∅) mit ½ TL Öl einpinseln und bei mittlerer Hitze heiß werden lassen.

2. Ein Viertel der Eiermasse hineingießen und gleichmäßig verteilen. In ca. 2 Min. halbfest stocken lassen, dabei entstehende Blasen aufstechen.

3. Das Omelett von hinten aufrollen. Dafür die Pfanne schräg halten, den hinteren Teil mit einem Gummispatel oder Pfannenwender nach vorne klappen und das Omelett so schrittweise aufrollen. Die Rolle an den hinteren Pfannenrand schieben.

4. Die Pfanne wieder mit ½ TL Öl einpinseln und ein weiteres Viertel der Eiermasse hineingießen. Die Omelettrolle etwas anheben und die Masse darunterlaufen lassen. Die Masse wieder in 1–2 Min. halbfest stocken lassen und von hinten weiter aufrollen. Mit der restlichen Eiermasse wiederholen.

5. Die fertige Omelettrolle auf einem Schneidebrett etwas abkühlen lassen. Dann in acht Stücke schneiden und als große Beilage der japanischen Mahlzeit servieren.

Hier gibt's noch mehr Ei-Rezepte.

3. Japanisch kochen: Teriyaki-Tofu-Fleischbällchen

Ein herzhaftes Rezept für die Bento-Box sind auch kleine Bällchen aus einem Tofu-Hackfleisch-Gemisch mit einer saftigen japanischen Marinade. Dazu serviert ihr Sushireis in einer Extra-Schüssel.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen

  • 1 Stück Ingwer (3 cm lang)
  • 100 g Tofu
  • 300 g Schweinehackfleisch
  • ⅓ TL Dashibrühe (Instantgranulat)
  • Salz
  • 1 Ei (Größe L)
  • 2 TL Speisestärke
  • 4 EL Sojasauce
  • 2 EL Mirin
  • 2 EL Zucker
  • 1 ½ EL Rapsöl

So geht die Zubereitung:
1. Ingwer schälen und fein reiben, Tofu sehr fein zerbröseln. Hackfleisch, Ingwer und Tofu in eine Schüssel geben. Dashigranulat, ⅓ TL Salz, Ei und Stärke zufügen und alles verkneten, bis die Masse bindet. Aus der Masse 24 Bällchen (3,5 cm ∅) formen.

2. In einem Topf 1 l Wasser erhitzen. Die Hälfte der Bällchen hineingeben und offen bei mittlerer bis starker Hitze ca. 3 Min. garen, bis sie an die Oberfläche steigen. Herausnehmen und auf einem Gitter abtropfen lassen. Mit den restlichen Bällchen wiederholen.

3. Sojasauce, Mirin und Zucker verrühren. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Bällchen darin bei mittlerer Hitze in ca. 3 Min. rundum anbraten. Die Sauce zugießen und die Bällchen damit überziehen. Ca. 2 Min. köcheln lassen, bis die Sauce bindet und glänzt. Die Bällchen als Teil der japanischen Mahlzeit servieren.

4. Japanisch kochen: Gyudon aka Reis mit Rindfleisch

Wer einfach und authentisch japanisch kochen möchte, der sollte unbedingt mal "Gyudon" ausprobieren. Das Reisgericht mit Rindfleischstreifen und japanischen Konjak-Nudeln ist die vereinfachte Version von "Sukiyaki". Bei diesem japanischen Eintopf werden die Zutaten ähnlich wie beim Fondue frisch bei Tisch in heißer Brühe köcheln gelassen.

Tipp: Dazu schmeckt rot eingelegter Ingwer oder ein darübergeschlagenes rohes Eigelb.

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 4 Personen
Für den Reis

Für den Belag

  • 200 g Shirataki (Konjak-Nudeln, hier bei Amazon)
  • 300 g Rindfleisch (z. B. Rumpsteak)
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln

Für die Brühe

  • 70 ml Sake
  • 2 EL Mirin
  • 1 TL Dashibrühe (Instantgranulat)
  • 3 EL Zucker
  • 100 ml Sojasauce

So geht die Zubereitung:
Reis: Reis waschen, mit 660 ml Wasser in einen Topf geben und ca. 30 Min. ruhen lassen. Danach zugedeckt bei mittlerer Hitze aufkochen und bei schwacher Hitze ca. 15 Min. garen. Vom Herd nehmen und noch ca. 10 Min. quellen lassen.

Belag: Während der Reis kocht, Shirataki kalt abspülen und mit der doppelten Menge Wasser in einen Topf geben. Zugedeckt bei starker Hitze aufkochen und ca. 3 Min. kochen lassen.

Inzwischen das Fleisch in dünne Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen, halbieren und in 5 mm dicke Halbringe schneiden. Frühlingszwiebeln putzen, waschen und schräg in 3-4 cm lange Stücke schneiden. Die Stücke dann je nach Dicke eventuell nochmals längs halbieren. Die Shirataki in ein Sieb abgießen, kalt abspülen und mit einer Schere auf ca. 15 cm Länge schneiden.

Brühe: Sake und Mirin in einer Pfanne mit hohem Rand bei starker Hitze kurz aufkochen. 200 ml Wasser, Dashigranulat, Zucker und Sojasauce zugeben und erneut aufkochen.

Shirataki und Zwiebelringe in die Brühe legen und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 3 Min. kochen, bis die Zwiebeln bissfest sind. Fleisch und Frühlingszwiebeln zugeben und offen noch ca. 2 Min. köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist.

Fertigstellen: Den Reis mit einer Gabel auflockern und auf vier große Schüsseln verteilen. Je ein Viertel der Brühe darübergeben und als eigenständiges Gericht servieren.

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