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C’est bon: Käse aus Frankreich

von der Redaktion Veröffentlicht am 18. November 2008
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Beim Eintauchen in die internationale Küchen- und Käsekultur kommt frau am Käse aus Frankreich auf keinen Fall vorbei. Schließlich haben einige der bekanntesten Käsesorten im Land der Loire-Schlösser und des Champagners ihren Ursprung. Gerade in den ländlichen Regionen hat sich bis heute so mancher Geheimtipp für französischen Käse erhalten, den nur echte Feinschmecker kennen.

Zu den bekanntesten Sorten aus Frankreich zählen ohne Zweifel Brie, Roquefort und natürlich Camembert, ein Weißschimmelkäse aus dem gleichnamigen Dorf in der Normandie - jener Landschaft, die auch einen fruchtigen und zugleich aromatischen Apfelschnaps hervorbringt, den Calvados. Was hat Käse aus Frankreich aber noch alles zu bieten?

Käse aus Frankreich – eine kulinarische Rundreise

Ähnlich allen anderen Käse-Nationen wird auch Käse aus Frankreich grob in Gruppen eingeteilt: Neben den bekannten Bezeichnungen wie Hart- oder Schnittkäse lassen sich einige Familien unter den französischen Käsen aber noch feiner unterteilen. Ein Beispiel dafür ist der Weichkäse, hier kennt man Sorten mit weißem Edelschimmel (Camembert) oder Käse mit gewaschener Rinde (etwa der Livarot).

Beginnen wir unsere Reise durch das Käseland Frankreich im Norden mit dem Camembert de Normandie. Dabei handelt es sich um einen Käse aus Kuhmilch, dessen geschmacklicher Charakter durch einen weißen Edelschimmel entsteht. Jung präsentiert sich dieser Camembert mit einem leicht säuerlichen Geschmack, reifere Exemplare enthalten dagegen eine wesentlich fruchtigere Note.


Mit einem Tomme de Chèvere setzt sich die kulinarische Käserundreise durch Frankreich fort: Hergestellt in der Provinz Poitou-Charentes handelt es sich bei diesem Tomme um einen halbfesten Schnittkäse auf Ziegenmilchbasis, der besonders mit einer feinen Würze den Gaumen verwöhnt. Etwas Tomme de Chèvere eignet sich in der Küche hervorragend für Aufläufe.


In der Provence ist dagegen der Banon beheimatet, ein ganz besonderer Käse aus Frankreich. Der Banon wird auf eine recht ausgefallene Art hergestellt: Der Weichkäse aus Ziegenmilch wird mit einem Kastanienblatt umwickelt und gewinnt auf diese Weise an Aroma.

Mit dem berühmten Roquefort aus dem Département Avyron endet die kulinarische Reise. Hergestellt aus Schafsmilch macht ein blauer Edelschimmel diesen Käse aus Frankreich zu dem, was er heute noch für viele Liebhaber ist: Ein ganz besonders aromatischer Gaumenschmaus.

AOC: Markenzeichen Käse aus Frankreich

Echte Feinschmecker setzen auf Qualität und so mancher Einsteiger möchte diesem Anspruch in nichts nachstehen. Woran erkennt man bei Käse aus Frankreich aber echte Qualität? Diese Frage lässt sich mit drei Buchstaben beantworten: AOC, was für Appellation d’Origine Contrôlée steht und als geschütztes Herkunftssiegel gilt. Um als AOC-Käse zu gelten, müssen die Milchprodukte einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört auch, dass Milch, Herstellung und Reifung an eine bestimmte Region geknüpft sind.

Zudem müssen die Hersteller auf äußere Merkmale wie die Farbe der Rinde, Größe und Form ihrer französischen Käse achten. Wer als Verbraucher auf Qualität und Herkunft setzt, sollte beim Käse aus Frankreich also unbedingt auf das AOC-Siegel achten. Leider wird die mögliche Auswahl an Käse aus Frankreich dadurch extrem eingeschränkt, da nur ein kleiner Teil der Produktpalette mit diesem Herkunftssiegel geschützt wird. Dem Genuss allerdings schadet dies sicherlich nicht.

Käse aus Frankreich richtig genießen

Französischen Käse richtig genießen: Was auf den ersten Blick keine große Schwierigkeit darstellt, wird für echte Feinschmecker fast zur Wissenschaft. Generell gilt, dass fast jeder Käse aus Frankreich auf die eine oder andere Weise in der Küche zum Einsatz kommen kann, allerdings ist in diesem Zusammenhang das „Wie“ entscheidend. Eine der wichtigsten Grundlagen für perfekten Genuss betrifft die Lagerung, da auch französischer Käse die unangenehme Eigenschaft zeigt, sehr schnell zu verderben.

Für viele französische Käsesorten gilt, dass sie möglichst wenig der Luft ausgesetzt werden sollten und nicht zu starken Temperaturschwankungen ausgesetzt sein dürfen. Für Ihren wunderbar cremig-würzigen Lieblingskäse aus Frankreich bedeutet das: Bewahren Sie ihn am besten in der Originalverpackung oder aber in einem ähnlichen Behältnis auf. Besonders streng riechende Sorten, wie es für die beliebten Rohmilchkäse typisch ist, nehmen Sie am besten gut schließende Behälter.

Käse aus Frankreich quittiert ein Sonnenbad mit einem übermäßigen Fortschritt des Reifegrades und den Besuch im Eisfach mit einem nicht wieder umkehrbaren Geschmacksverlust. Speziell Hartkäsesorten aus Frankreich sollten im Kühlschrank in ein feuchtes Tuch eingeschlagen werden. Auf diese Weise lässt sich starkes Austrocknen verhindern und der Käse behält seine spezifische Konsistenz. Vor dem eigentlichen Verzehr darf sich französischer Käse aber ruhig wieder aufwärmen, denn damit taut auch das Aroma und der Geschmack wieder auf. Und noch ein kleiner Tipp vor dem Servieren: Schneiden Sie einzelne Scheiben immer über die gesamte Länge ab, da in einem Käse das Aroma durchaus variieren kann.

Französischer Käse und seine kulinarischen Partnerschaften

Käse aus Frankreich und Wein - selten haben Klischees so perfekt zusammengepasst. Aber statt immer nur Rotweine zu einer Käseplatte zu reichen darf es in der modernen Küche auch ein lieblicher Weißwein sein. Er empfiehlt sich zum Beispiel für einen würzigen Hart- oder Schnittkäse wie er auch in Frankreich immer wieder angetroffen wird. Wer auf Experimente verzichten möchte, kann sich zum Beispiel am regionalen Weinangebot orientieren, da einzelne Komponenten der lokalen Küche im Allgemeinen aufeinander abgestimmt sind.

Aber nur mit einem Wein haben sich kulinarische Partnerschaften zwischen Käse aus Frankreich und anderen Leckereien noch längst nicht erschöpft. Besonders deutsche Brotsorten können mit einzelnen Käsesorten aus Frankreich gut harmonieren. Während mildes Brot eher das Aroma einzelner französischer Käsearten unterstreicht, bildet der kräftige Eigengeschmack einiger Brotsorten das perfekte Gegenstück zum würzigen Käse. Probieren Sie doch einfach mal unsere Brotschiffchen mit Schinken und geraspeltem Ziegenkäse als Finger-Food auf der nächsten After-Work-Party!

Einfach die benötigten Brotscheiben längs halbieren, reife Aprikosen würfeln und zusammen mit Haselnussöl in einer Pfanne andünsten. Während dessen den Schinken (Serrano-Schinken sorgt für die perfekte Kombination zwischen Leidenschaft und Lebensfreude) auf die Größe der Brote zuschneiden, die Aprikosen würzen und damit die einzelnen Brotscheiben bestreichen. Diese anschließend mit dem Schinken belegen und alles mit dem geraspeltem Ziegenkäse bestreuen. Je nach Geschmack können das Brot oder die Früchte natürlich auch variiert werden.

von der Redaktion

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