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Küchenkräuter: Die 10 beliebtesten Kräuter und ihre Zubereitung

von Nicole Molitor Erstellt am 5. Juni 2020
Küchenkräuter: Die 10 beliebtesten Kräuter und ihre Zubereitung© Getty Images

Wir verraten euch die Top 10 der deutschen Küchenkräuter und was ihr daraus Leckeres zubereiten könnt. Mit Tipps & Rezepten!

Frische Kräuter machen alles besser und selbst die schnöde Frischkäse-Stulle zum Leckerbissen. Doch Küchenkräuter bringen nicht nur mehr Geschmack und Farbe auf unsere Teller, sie sind auch sehr gesund. Viele Kräuter enthalten ätherische Öle, denen in der Pflanzenheilkunde eine wohltuende oder heilende Wirkung zugeschrieben wird.

Das gilt vor allem für essbare Wildkräuter, die man in der Natur sammeln kann. Aber auch klassische Küchenkräuter aus dem Supermarkt oder dem eigenen Kräutergarten können Heilkräfte in sich haben. So oder so, als natürliches Würzaroma sind Kräuter beim Kochen nicht mehr wegzudenken.

Im Video: 5 Wildkräuter und wo ihr sie findet

Video von Justin Amaral

Die beliebtesten Küchenkräuter der Deutschen

Nach einer Analyse der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hat die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse die im Jahr 2019 am meisten konsumierten frischen Kräuter in den Blick genommen. Gemessen wurde der Kilo-Verbrauch aus 100 deutschen Haushalten.

Wir verraten euch, welches die zehn beliebtesten Küchenkräuter der Deutschen sind, gegen welche Wehwehchen sie als Hausmittel dienen und wie ihr sie lecker zubereiten könnt.

Tipp zum Kochen mit frischen Kräutern: Küchenkräuter sind hitzeempfindlich und sollten daher am besten roh gegessen werden, um ihre gesunden Inhaltsstoffe zu behalten. Also die Kräuter beim Kochen erst als Letztes dazugeben. Einzige Ausnahmen: Rosmarin, Thymian, Oregano und Bohnenkraut. Diese Kräuter können mitgekocht werden.

1. Platz der Küchenkräuter: Petersilie

Mit einem Jahresverbrauch von fast 10 Kilo ist Petersilie mit Abstand das beliebteste deutsche Küchenkraut. Kein Wunder, denn frische Petersilie hat ein starkes Aroma – vor allem die krause Petersilie. Die schmeckt deutlich intensiver als die glatte Variante.

So gesund ist Petersilie: Das Küchenkraut ist besonders reich an Vitaminen.

Petersilie passt zu:

2. Platz der Küchenkräuter: Basilikum

Basilikum belegt mit einem Jahresverbrauch von rund 5 Kilo den zweiten Platz im Ranking der beliebtesten heimischen Küchenkräuter. Das "Königskraut" stammt ursprünglich aus Asien. Es gibt gut 40 verschiedene Sorten – darunter neben grünem auch rot-violettes Basilikum.

So gesund ist Basilikum: Das basile Küchenkraut soll eine antibakterielle Wirkung haben. Es ist angeblich harntreibend sowie krampf- und schleimlösend.

Dazu passt Basilikum:

3. Platz der Küchenkräuter: Kresse

Auch Kresse lieben wir Deutschen: 3,2 Kilo haben wir letztes Jahr davon vertilgt. Die meisten werden Gartenkresse nur als Keimlinge in der typischen Pappbox vom Supermarkt kennen. Dabei wird die ausgewachsene Pflanze deutlich größer. Mit Brunnenkresse ist Gartenkresse übrigens nicht verwandt.

So gesund ist Kresse: Gartenkresse strotzt nur so vor Vitamin C. Das Küchenkraut ist zudem appetitanregend, soll entschlackend wirken und asthmatische sowie menstruelle Beschwerden lindern.

Dazu passt Kresse:

4. Platz der Küchenkräuter: Schnittlauch

Mit einem Jahresverbrauch von 2,4 Kilo geht der vierte Platz der beliebtesten deutschen Küchenkräuter an Schnittlauch. Die grünen Röhrchen gibt es fein oder grob, in der Natur bilden sich sogar hübsche pinke Blüten, die ebenfalls essbar sind. Durch den Zwiebelgeschmack ist Schnittlauch eine gute Alternative für alle Reizdarm-Geplagten und für eine FODMAP-Diät.

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So gesund ist Schnittlauch: Im Mittelalter wurde Schnittlauch als Zauberkraut gegen Magenschmerzen eingesetzt. Heute wird es als Appetitanreger genutzt und soll antiseptisch und verdauungsfördernd sein.

Dazu passt Schnittlauch:

  • Eier
  • Salat
  • Suppen
  • Quark und Frischkäse
  • Kartoffeln

5. Platz der Küchenkräuter: Dill

Dill belegt mit einem Verbrauch von 1,7 Kilo einen soliden 5. Platz. Besonders beliebt ist das Würzkraut in der nord-europäischen Küche, weil Dill perfekt zu Fischgerichten passt. Im Orient wird häufiger mit Dillsamen gekocht, die zudem für einen frischen Geschmack im Mund sorgen, wenn man sie kaut.

So gesund ist Dill: Dill soll bei Magen-Darm-Beschwerden helfen und enthält viel Vitamin A und C.

Dazu passt Dill:

  • Lachs (und anderer Fisch)
  • Eingelegte Gurken
  • Bohnen
  • Senfsaucen
  • Suppe

6. Platz der Küchenkräuter: Minze

Mit einem Jahresverbrauch von 1,6 Kilo ist die Minze dem Dill dicht auf den Fersen, wenn es um die Beliebtheitswerte geht. Es gibt viele verschiedene Minzearten, die mal mehr oder weniger Menthol enthalten. Am erfrischendsten ist die Pfefferminze. In Nord- und Mitteleuropa wird Minze gerne für Desserts verwendet. Im Orient gehört Minze als Küchenkraut auch zum Kochen dazu.

So gesund ist Minze: Das Heilkraut wirkt antibakteriell und krampflösend und soll bei Einschlafproblemen helfen.

Dazu passt Minze:

  • Tee, Cocktails und Lassis
  • Dunkle Schokolade
  • Naturjoghurt
  • Erdbeeren, Limetten und Granatapfel
  • Gurke und Melone
  • Sommerrollen
  • Couscous und Bulgur

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7. Platz der Küchenkräuter: Rosmarin, Koriander und Bärlauch

Rosmarin teilt sich den 7. Platz mit Koriander und Bärlauch, da alle drei Küchenkräuter mit einem Jahresverbrauch von 0,7 Kilo gleichauf liegen.

Rosmarin

Das Kraut schmeckt frisch ebenso gut wie gekocht oder getrocknet und erinnert in Mischungen mit Thymian und Oregano als "Kräuter der Provence" direkt an Italien. Weil Rosmarin einen kräftigen Eigengeschmack hat, besser sparsam verwenden. Das natürliche Raucharoma des Krauts harmoniert perfekt mit gegrillten Speisen.

So gesund ist Rosmarin: Rosmarin soll eine antibakterielle, entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung haben. Das Küchenkraut wird bei Migräne, Verdauungsproblemen, Haarausfall, Pilzinfektion und bei Herz- und Kreislaufbeschwerden eingesetzt.

Dazu passt Rosmarin:

  • Tee und Cocktails
  • Zitrusfrüchte (und Curds)
  • Kartoffelgerichte
  • Ofengemüse
  • Grüne Bohnen
  • Wild und Lamm
  • Pastasaucen

Koriander

Kein Kraut polarisiert so sehr wie Koriander. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Schuld daran sollen die Aldehyde sein, die dem Gewürzkraut einen seifigen Geschmack geben. Durch den Aufwind der vietnamesischen Streetfood-Küche wurde Koriander hierzulande immer populärer. Gegessen werden nicht nur die Blätter, sondern auch die Koriandersamen.

So gesund ist Koriander: Als Hausmittel gegen Husten ist eine Mischung aus Korianderfrüchten und Honig beliebt. Das Kraut wirkt angeblich antibakteriell, krampflösend und verdauungsfördernd.

Dazu passt Koriander:

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Bärlauch

Bärlauch ist wegen seiner markanten Knoblauchnote ein guter Knofi-Ersatz für alle, denen die Knolle zu scharf ist oder zu viel Mundgeruch verursacht. Essen kann man vom Bärlauch neben den Blättern auch die Zwiebel, die Knospen und die hübschen weißen Blüten.

So gesund ist Bärlauch: Das Gewürzkraut findet häufig bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen Einsatz und soll sich positiv auf die Verdauungsorgane und Atemwege ausüben.

Dazu passt Bärlauch:

  • Pesto
  • Dips und Saucen
  • Quiches und Flammkuchen
  • Gemüselasagne
  • Suppe
  • Salat

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10. Platz der Küchenkräuter: Thymian

Mit einem erstaunlich niedrigen Jahresverbrauch von nur 0,5 Kilo geht der 10. Platz der beliebtesten deutschen Küchenkräuter an Thymian. Dabei ist das Garten- und Balkonkraut ein Muss in mediterranen Speisen. Auch als Heilpflanze hat sich Thymian seit dem Mittelalter einen Namen gemacht.

So gesund ist Thymian: Seit jeher wird Thymian bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt. Er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzlindernd sowie schleim- und krampflösend. Thymian soll außerdem für einen ruhigen Schlaf sorgen, Wechseljahrbeschwerden lindern und bei Nieren- und Blasenschwäche helfen.

Dazu passt Thymian:

  • Tee und Cocktails
  • Dunkle Beeren (und Marmelade)
  • Wildgerichte
  • Kartoffelgerichte
  • Pizza
  • Pasta
  • Focaccia

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So lecker ist Kochen mit frischen Kräutern

Mit frischen Kräutern lassen sich leckere Gerichte zaubern oder Desserts verfeinern. Besonders schnell könnt ihr damit auch feine Kräuteressige und Kräuteröle herstellen – beispielsweise als Last-Minute-Weihnachtsgeschenk aus der Küche.

Kräuterbutter selber machen: 3 einfache Rezepte

Selten stehen frische Küchenkräuter beim Kochen so im Fokus wie bei selbstgemachter Kräuterbutter. Deshalb kommen hier drei geniale Rezepte für würzige Butter und Aioli, die ihr als Dips zum Grillen oder zum Pimpen eures Butterbrots verwenden könnt.

Rezept für Blütenbutter
Diese Zutaten braucht ihr (für 200 g):

  • 250 g Butter
  • 1 TL Abrieb einer unbehandelten Zitrone
  • 2 EL getrocknete Blüten (z. B. Rosen, Ringelblumen, Lavendel)
  • 5 g Fleur de Sel

So geht's: Die Butter auf Zimmertemperatur erwärmen und mit etwas Zitronenabrieb verrühren. Dann die getrockneten Blüten und das Fleur de Sel unterheben. Die Blütenbutter wieder als Päckchen oder als Rolle, in Pergamentpapier eingepackt, im Kühlschrank fest werden lassen.

Rezept für Kräuterbutter
Diese Zutaten braucht ihr (für 200 g):

  • 250 g Butter
  • 1 Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Olivenöl
  • 100 g Kräuter (Estragon, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel)
  • ½ unbehandelte Zitrone
  • 1 TL Worcestershire-Soße
  • 1 TL Salz, etwas Pfeffer

So geht's: Die Butter auf Zimmertemperatur erwärmen. Die Schalotte sowie den Knoblauch pellen und in sehr feine Würfel schneiden. Beides in dem Olivenöl glasig dünsten und zu der Butter geben.

Die Kräuter fein hacken und gut mit der Butter verrühren. Mit dem Abrieb sowie dem Saft der halben Zitrone und der Worcestershire-Soße verfeinern und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Butter als Päckchen oder als Rolle, in Pergamentpapier eingepackt, im Kühlschrank fest werden lassen.

Rezept für Estragon-Aioli
Diese Zutaten braucht ihr (für 200 g):

  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml Keimöl
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Senf
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Estragon
  • 1 EL Crème fraîche
  • Salz, Pfeffer

So geht's: Den Knoblauch pellen und mit dem Keimöl fein pürieren. Das Eigelb mit Senf und Zitronensaft vermischen. Dann das Knoblauch-Keimöl unter ständigem Rühren tröpfchenweise zu dem Eigemisch zugießen, sodass eine Emulsion entsteht. Zum Schluss mit fein gehacktem Estragon und der Crème fraîche verfeinern. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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