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Kürbis kochen: So einfach lässt sich Kürbis zubereiten

von Nicole Molitor Veröffentlicht am 28. Oktober 2019
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Ihr wollt etwas Leckeres aus eurem Kürbis kochen? Wir zeigen euch, worauf ihr beim Kürbis zubereiten achten solltet und wie ihr den Kürbis haltbar machen könnt.

Kürbisse sind nicht nur zum Schnitzen an Halloween da! Aus dem Fruchtfleisch der meisten Speisekürbisse lassen sich vielseitige Gerichte zaubern. Keine Sorge, wenn ihr vorher noch nie mit Kürbis gekocht habt: Wir erklären euch Schritt für Schritt, wie ihr den richtigen Kürbis zum Kochen findet, wie unterschiedlich ihr den Kürbis zubereiten könnt und wie ihr einen Kürbis-Vorrat für den Winter anlegt.

Welche Kürbisse sind essbar?

Bedenkenlos essen könnt ihr alle Speisekürbisse aus dem Supermarkt. Zierkürbisse eignen sich hingegen nicht zum Kochen. Sie enthalten den Bitterstoff Cucurbitacin, von dem ihr heftige Bauchschmerzen, Durchfälle oder sogar eine Lebensmittelvergiftung bekommen könnt.

Zu den essbaren Kürbissen zählen:

  • Hokkaido-Kürbis
  • Butternut-Kürbis
  • Spaghettikürbis
  • Muskatkürbis (Muscat de Provence)
  • Gorgonzola-Kürbis

Generell gilt: Schmeckt der Kürbis bitter, ist er vermutlich giftig. Im Zweifelsfall also vorher immer ein Stück vom rohen Kürbis probieren. Bei einem bitteren Geschmack sofort ausspucken und den Kürbis nicht zum Kochen verwenden. Warum unbedingt vor dem Kochen testen? Die bittere Note verschwindet beim Kochen, giftig ist der Kürbis dann trotzdem noch.

Besondere Vorsicht ist bei selbst angebauten Kürbissen geboten – vor allem, wenn ihr gleichzeitig Zier- und Speisekürbisse angepflanzt habt. Hier kann es zu Rückkreuzungen kommen, wodurch die eigentlichen Speisekürbisse giftig werden. Daher immer getrennte Beete für die Kürbissamen anlegen und den Geschmackstest machen, bevor ihr den Kürbis kocht. Das Gleiche gilt übrigens für Zucchini!

Kürbis kaufen: Darauf solltet ihr achten

Bevor ihr euch für den erstbesten Speisekürbis aus dem Supermarkt entscheidet, solltet ihr ein paar Dinge überprüfen, um sicherzugehen, dass der Kürbis reif und nicht faul ist.

1. Sehtest: Kürbis liegen lassen, wenn er irgendwelche Risse oder weiche Stellen an der Schale hat.
2. Klopftest: Klingt der Kürbis hohl, wenn ihr an die Schale klopft, ist er reif.
3. Hebetest: Ein guter Kürbis sollte schwerer sein, als er auf den ersten Blick vermuten lässt.
4. Ziehtest: Löst sich der Stiel, wenn ihr daran zieht, ist der Kürbis nicht mehr gut.

Kürbis schälen und entkernen

Bevor ihr den Kürbis kocht, müsst ihr ihn zunächst schälen und die Kerne entfernen – Kürbiskerne aber bitte nicht wegwerfen! Wie ihr die Kerne zubereiten könnt, zeigen wir euch weiter unten. Beim Kürbis schälen kommt es vor allem auf die Sorte an.

1. Hokkaido-Kürbis schälen
Gute Nachrichten für alle Ungeduldigen: Die Schale von Hokkaido-Kürbissen mit Bio-Qualität könnt ihr mitessen. Für alles, die dennoch den Kürbis schälen möchten – etwa für feines Kürbispüree oder für Kürbis-Reibekuchen – kommt hier die Anleitung zum Hokkaido-Kürbis schälen.

1. Stiel mit einem scharfen, spitzen Messer abtrennen.
2. Kürbis-Unterseite für sicheren Stand flach abschneiden.
3. Kürbis senkrecht hinstellen und halbieren.
4. Kürbiskerne und -fasern mit einem Löffel aus beiden Hälften entfernen.
5. Entkernte Hokkaido-Hälften flach auf die Schnittflächen legen.
6. Schale dünn mit einem Messer oder einem Sparschäler abtrennen.
7. Geschälten Hokkaido-Kürbis zum Kochen in Spalten oder kleine Würfel schneiden.

2. Butternut-Kürbis schälen
Wie bei anderen Moschuskürbissen ist die Schale des Butternut-Kürbisses so hart, dass ihr den Kürbis vor dem Kochen auf jeden Fall schälen solltet.

1. Zur leichteren Verarbeitung den dünnen oberen Teil zuerst abschneiden. Er enthält keine Kerne.
2. Dicken unteren Teil vierteln oder halbieren. Aus jedem Stück die Kerne herauslöffeln.
3. Oberen Teil vom Butternut halbieren. Flach hinlegen und die Schale mit einem Messer abschneiden.
4. Butternut-Viertel auf die gleiche Art schälen.
5. Butternut-Kürbis nach Rezept in Scheiben oder Würfel schneiden.

3. Muskatkürbis schälen
Die Herausforderung beim Muskatkürbis schälen liegt in der gewölbten Schale und dem großen Umfang. Deshalb geht ihr hier am besten stückweise vor.

1. Kürbis flach vor euch stellen.
2. Mit einem großen, spitzen Messer mehrere "Kuchenstücke" aus dem Kürbis herausschneiden.
3. Den Strunk in der Mitte stehen lassen, er ist nicht essbar.
4. Stück für Stück die Kürbisspalten mit einem Löffel entkernen.
5. Kürbisspalten auf die Seite legen und rundum mit Messer oder Sparschäler schälen.
6. Muskatkürbisstücke nach Belieben weiter klein schneiden.

Kürbis kochen: Im Topf

Grundsätzlich könnt ihr Kürbis roh essen, das stimmt. Weil das aber nicht besonders gut schmeckt, macht es Sinn, den Kürbis zuzubereiten. Die schnellste Möglichkeit dafür ist, den Kürbis – egal welche Sorte – mit Wasser in einem Topf zu kochen.

  • Wasser im Topf auf dem Herd erhitzen
  • Kürbisstücke zugeben. Darauf achten, dass alle Kürbisstücke komplett mit Wasser bedeckt sind
  • Für herzhafte Kürbis-Rezepte etwas Salz dazu geben (Alternativ: Kürbis in Gemüsebrühe kochen)
  • Kürbis 15–20 Minuten köcheln lassen, bis er weich ist
  • Kürbis durch ein Sieb abgießen

Für Kürbissuppe: Weich gekochten Kürbis im Multizerkleinerer oder mit dem Stabmixer pürieren. Auf 500 g Kürbis (z. B. Hokkaido) kommen 400 g weiche gekochte Möhren ohne Schale, 600 ml Gemüsebrühe, 350 ml Kokosmilch, sowie der Saft einer Zitrone. Verfeinert die Kürbissuppe mit 2 EL Butter, einer gewürfelten Zwiebel, Salz, Pfeffer und nach Belieben mit Sojasauce und frischem Koriander.

Tipp für karamellisierten Kürbis: Kürbis in Zuckerwasser kochen! Auf 500 g Kürbis gebt ihr 3 EL Wasser und 150 g Zucker in den Topf. So lange den Kürbis kochen, bis er weich, das Wasser verdunstet und der Zucker karamellisiert ist. Mit Zimt bestreuen und den Kürbis als Dessert genießen.

Kürbis backen: Im Ofen

Für knusprige Kürbisspalten oder -fritten backt ihr euren Kürbis einfach im Ofen.

  • Kürbisfruchtfleisch mit Öl einfetten
  • Nach Belieben würzen (Salz, Pfeffer, Knoblauch, Rosmarinzweige)
  • Alternativ: Kürbis mit Honig oder Zucker und Zimt süßen
  • Backblech mit Backpapier auslegen
  • Kürbisspalten, -scheiben oder -stücke flach auf dem Blech verteilen
  • Kürbis 25 bis 30 Minuten bei 200 Grad backen

Tipp: Wollt ihr weichen Kürbis zum Pürieren haben, backt ihr ihn 50 bis 60 Minuten bei der gleichen Gradzahl im Ofen.

Im Video: Rezept für Bruschetta mit gebackenem Kürbis

Kürbis braten: In der Pfanne

Auch in der Pfanne könnt ihr euren Kürbis braten, zum Beispiel als Salatbeigabe oder geraspelt als Kürbispuffer. Vorher solltet ihr das vorbereitete Fruchtfleisch aber für 10 Minuten in Wasser kochen, damit der Kürbis schneller gar wird.

  • 2–3 EL Öl oder Butter in einer Pfanne erhitzen
  • Vorgekochten Kürbis 3 bis 4 Minuten von beiden Seiten anbraten
  • Nach Geschmack würzen

Im Video: Rezept für gesunde Kürbis-Pasta aus der Pfanne

Kürbis dünsten: In Topf oder Pfanne

Wollt ihr den Kürbis dünsten, schält, entkernt und zerkleinert ihr ihn zuerst und bereitet den Kürbis anschließend folgendermaßen vor.

  • 2–3 EL Öl oder Butter in einer Pfanne oder einem Topf erhitzen
  • Kürbis mit etwas Gemüsebrühe oder Wasser dazu geben
  • Nach Belieben frische Kräuter, Knoblauch und andere Gewürze hinzufügen
  • Kürbis bei geschlossenem Deckel 10 bis 15 Minuten dünsten, bis er gar ist

Tipp: Gedünsteten Kürbis könnt ihr wie Kartoffeln als Beilage genießen oder pürieren, um daraus eine Kürbis-Suppe oder einen süßen Kürbiskuchen zuzubereiten.

Im Video: So zaubert ihr aus dem Kürbispüree eine köstliche Pumpkin-Pie-Latte

Kürbis toasten: Im Toaster

Als Low-Carb-Alternative könnt ihr jetzt zum Pumpkin-Toast statt zum Butterbrot greifen. Um den geschälten und entkernten Kürbis zu toasten, geht ihr wie bei bei Süßkartoffel-Toast zu.

  • Rohen Kürbis in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden (Größe wie normales Toastbrot)
  • Kürbisscheiben etwa zweimal auf höchster Stufe im Toaster rösten

Danach sollte das Kürbis-Toast durchgegart sein. Wer seine Scheibe weicher wünscht, toastet den Kürbis erneut. Belegen könnt ihr das Pumpkin-Toast, wie ihr mögt: herzhaft mit Feta, Räucherlachs, Schinken, Tomaten und Pilzen oder süß mit Erdnussbutter, Schokocreme, Frischkäse und in Scheiben geschnittenen Früchten (Bananen oder Erdbeeren).

Im Video: So toastet ihr Süßkartoffeln nach dem gleichen Prinzip

Tipp: Alternativ könnt ihr weichen Kürbis (gekocht, gebacken oder gedünstet) zu einem leckeren Brotbelag pürieren. Oder ihr macht daraus mit Sesampaste (Tahini), Zitronensaft, Knoblauch, Kreuzkümmel, Pfeffer und Salz einen würzigen Kürbis-Hummus zum Dippen.

Kürbis einfrieren und haltbar machen

Je nach Sorte haben Kürbisse in Deutschland von Ende Juli bis November Saison. Weil sich das Gemüse aber im Ganzen bei trockener und kühler Lagerung bis zu 8 Monate hält, könnt ihr einfach einen Kürbisvorrat für den Winter anlegen.

Im Kühlschrank bleibt ein bereits angeschnittener Kürbis höchstens eine Woche frisch. Um den angebrochenen Kürbis oder das fertige Kürbispüree länger haltbar zu machen, könnt ihr den Kürbis einfrieren:

1. Rohen Kürbis schälen, entkernen und grob zerkleinern.
2. Kürbis kurz (max. 2 Minuten) in einem Topf mit Wasser vorkochen.
3. Kürbis durch ein Sieb abtropfen lassen und mit kaltem Wasser abschrecken.
4. Kürbis im Gefrierbeutel oder einer luftdicht verschlossenen Dose ins Gefrierfach stellen.

Tipp: Notiert auf Gefrierbeutel oder Dose, wie viel Gramm Kürbis ihr pro Portion eingefroren habt. Auch das Datum solltet ihr festhalten. Eingefrorener Kürbis ist ca. 4 bis 5 Monate haltbar.

Kürbiskerne rösten: So geht's

Auch die Kürbiskerne schmecken super – vor allem geröstet. So geht's:

  • Herausgelöste Kürbiskerne waschen und von den Fasern lösen
  • Kerne über Nacht in leicht gesalzenes Wasser einlegen
  • Kürbiskerne in einer Schale mit neutralem Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl) fetten
  • Nach Geschmack würzen (Salz, Pfeffer, Paprikagewürz, Curry, Kreuzkümmel, Sesam)
  • Oder nach Geschmack süßen (Honig, Zucker, Zimt, Kardamom, Muskat)
  • Kerne mit etwas Öl in der Pfanne anbraten

Nascht die gerösteten Kürbiskerne als Party-Snack bei einem Filmabend oder benutzt sie als crunchiges Topping für eure Kürbissuppe oder euer morgendliches Müsli.

Wie ihr seht, könnt ihr beim Kürbis kochen mehr aus dem Herbstgemüse herausholen, als gedacht. Wir wünschen viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren!

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