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Deutsche Politiker fordern: Frauenquote per Gesetz!

von Sabrina Först Veröffentlicht am 21. September 2012

Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland Mangelware. Gerade einmal 20 Prozent der Chefetagen sind hierzulande weiblich besetzt. Soweit nichts Neues. Daran könnte sich aber bald etwas ändern, denn Teile der CDU und SPD sind sich darin einig, dass dieses Problem nur mit einer Frauenquote gelöst werden kann.

Jetzt stimmte der Bundesrat für eine entsprechende Gesetzesinitiative, nach der eine feste Frauenquote für Spitzenjobs in großen Unternehmen gelten soll.

Kommt jetzt die Frauenquote?
Die Gesetzesvorlage fand eine Mehrheit, da alle von SPD, Grünen und Linken regierten Länder dem Entwurf zustimmten. Nun muss im Bundestag darüber beraten werden.
Letztendlich kommt das Gesetz aber nur dann zustande, wenn das Parlament zustimmt. Bislang ist die Regierungskoalition aber grundsätzlich gegen die Frauenquote, so auch Kanzlerin Angela Merkel. Deshalb ist es bisher unwahrscheinlich, dass das Gesetz zustande kommt. Es gibt aber auch innerhalb der Union Befürworter der Quote, wie Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)

Wie soll die Regelung aussehen?
Die Einführung der Frauenquote soll nach dem aktuellen Entwurf in zwei Stufen erfolgen: ab Januar 2018 soll eine Mindestquote von zunächst 20 Prozent gelten, ab Januar 2023 eine Mindestquote von 40 Prozent.

Von EU-Seite blickt man in Sachen Frauenquote optimistisch in die Zukunft: „Die Quote wird kommen”, sagte EU-Kommissarin Viviane Reding der BILD-Zeitung. Sie gehe davon aus, dass in Deutschland bis 2015 eine Quotenregelung vereinbart werde. Sie selbst fordert eine Frauenquote von 40 Prozent in Chefetagen. Elf EU-Mitgliedstaaten haben bereits Regelungen zu Frauenquoten.

Wir meinen: Einerseits ein Schritt vorwärts, da Frauen in keinem Land berufliche Nachteile haben sollten. Andererseits darf eine Quote nicht als bloßer Zwang zu Einstellung und Beförderung missverstanden werden. Auch Frauen wollen und können nach der Qualität ihrer Arbeit bewertet werden.

von Sabrina Först