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Schütze dich! DAS musst du über sexuell übertragbare Krankheiten wissen

von der Redaktion Veröffentlicht am 25. September 2018
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Aids, Syphilis, Genitalherpes, Chlamydien-Infektion… Sexuell übertragbare Krankheiten kommen trotz der ständigen Aufklärungskampagnen leider noch viel zu häufig vor. Erfahre mehr über die verschiedenen Geschlechtskrankheiten, deren Risiken und wie du dich und deine Partner am besten schützen kannst.

Welche Infektionen gibt es? Wie ist der Übertragungsweg? Wie erkennt man die Symptome? Welche Behandlungen existieren?

Früher sprach man von Geschlechtskrankheiten. Heutzutage wird immer öfter der Begriff "sexuell übertragbare Krankheiten" verwendet. In Anlehnung an die englische Bezeichnung der Weltgesundheitsorganisation WHO 'Sexually Transmitted Diseases/Infections' werden auch die Begriffe STD- bzw. STI- Krankheiten verwendet. Die STD-Krankheiten werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen (mit oder ohne Samenerguss). Das Infektionsrisiko besteht sowohl bei vaginalem als auch bei analem und oralem Geschlechtsverkehr, ganz unabhängig von der sexuellen Orientierung.

Um euch erfolgreich vor STDs zu schützen, ist es wichtig, dass du und deine Sexualpartner geschützten und verantwortungsvollen Sex habt. Dazu zählt auch, dass man sich einmal pro Jahr auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lässt, wenn man wechselnde Partner hat. Über die Deutsche AIDS-Hilfe findest du Adressen, wo du dich testen lassen kannst.

Was ist AIDS (HIV, Humanes Immundefizienz Virus)?

Das HI-Virus kann durch ungeschützten Sex übertragen werden, dazu zählt auch Oralverkehr, denn das Virus steckt im Scheidensekret sowie der Samenflüssigkeit. Das HI-Virus kommt auch im Blut, im Wundsekret, Eiter oder der Darmschleimhaut vor. Kommen offene Wunden mit Blut oder Eiter in Kontakt, kann das ebenfalls ein Übertragungsweg sein. In Ländern mit einer guten Gesundheitsversorgung stellt eine HIV-Infektion keine akute Lebensbedrohung mehr dar. Bei entsprechender Therapie können Infizierte über Jahre hinweg ein weitgehend normales Leben führen.

Eine HIV-Infektion kann jedoch zu AIDS führen – und AIDS bleibt weiterhin eine lebensbedrohliche Krankheit. Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende Schwäche der Immunabwehrkräfte im Organismus. Die Immunschwächekrankheit heißt auf Englisch "Aquired Immune Deficiency Syndrome", kurz: AIDS. Die Inkubationszeit ist sehr lange: Zwischen der Ansteckung mit dem HI-Virus und dem Beginn der AIDS-Erkrankung können mehrere Jahrzehnte vergehen. Die Symptome sind relativ unauffällig: hartnäckiges Fieber, Halsschmerzen, eine gewisse Müdigkeit, Hautausschlag, Durchfall und Gewichtsverlust.

​Es gibt derzeit nur eine Behandlung um den Ausbruch der Aidserkrankung bei HIV-positiven Patienten zu verzögern: die so genannte Hochaktive Antiretrovirale Therapie (HAART). Es handelt sich um eine Kombinationstherapie aus drei antiviralen Medikamenten, die das Retrovirus HIV bekämpfen (daher anti-retrovial). Die Behandlungsmethode wird auch als Tritherapie oder Dreikomponenten-Therapie bezeichnet.
WICHTIG: Die Krankheit kann mit der HAART-Behandlung auf keinen Fall geheilt werden und es gibt zahlreiche Nebenwirkungen. Betroffene müssen die Medikamente ihr Leben lang regelmäßig einnehmen und im engen Austausch mit ihrem behandelnden Arzt stehen.

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Was ist Hepatitis B (HBV, Gelbsucht)?

Hepatitis B wird ebenfalls durch Sexualkontakte, über das Blut oder bei Transplantationen übertragen. Der Hepatitis-B-Virus (HBV) führt zu einer Leberentzündung und bleibt oft unbemerkt, da die einzigen Symptome, die eventuell auftreten könnten, an eine Grippe erinnern. Manchmal kommt es auch zu einer Gelbfärbung der Haut. Wenn die Krankheit einen chronischen und langwierigen Verlauf nimmt, entwickelt sich daraus im schlimmsten Fall eine Leberzirrhose (Endstadium der Lebererkrankung, die sog. Schrumpfleber). Die einzige Möglichkeit zur Krankheitsvorbeugung ist eine Impfung. Schon Kinder sollten geimpft werden, doch auch im Erwachsenenalter ist eine Impfung noch möglich. Beim Sex kann ein Kondom vor einer Ansteckung schützen.

Was ist eine Chlamydien-Infektion (Chlamydiose)?

Die Infektion mit Chlamydien-Bakterien (Chlamydia trachomatis Serotyp D-K) ist eine stark verbreitete, sexuell übertragbare und sehr ansteckende Krankheit. Sie betrifft vor allem die Schleimhäute von Harnwegen und Geschlechtsorganen, den Rachen und den Analbereich. Sind Schwangere infiziert, kann das Bakterium auch die Augen und Atemwege des Neugeborenen infizieren.

Die Symptome sind mit einer Harnwegsinfektion oder einer Mykose (Pilzinfektion) vergleichbar: anormale vaginale Flüssigkeitsabsonderung, Brennen und Jucken beim Urinieren. Ist auch die Gebärmutter betroffen, können bei Frauen auch Symptome wie Fieber und Beckenschmerzen auftreten. Häufig sind die Symptome bei Frauen eher schwach, weshalb Chlamydien lange unentdeckt bleiben.

Die Symptome beim Mann beginnen vor allen Dingen mit Schmerzen beim Wasserlassen und einem ungewöhnlichen Penisausfluss. Daraus kann sich eine eitrige Harnröhrenentzündung und seltener eine Nebenhodenentzündung entwickeln. Wenn die Infektion nicht behandelt wird, kann sie bei Frauen langfristig zu Unfruchtbarkeit führen. Die Behandlung besteht aus einer Antibiotika-Einnahme für alle Sexualpartner.

Was ist HPV (Humane Papillomviren)?

Das Virus aus der Familie der humanen Papillomviren (HPV) verursacht manchmal Kondylome (kleine Feigwarzen) im Schambereich, in der Scheide, im Afterbereich und am Penis. Das Infektionsrisiko wird durch die Verwendung eines Kondoms gesenkt, kann aber nicht vollständig beseitigt werden. Manche Verletzungen fallen gar nicht auf und heilen von alleine ab. Wenn die Feigwarzen schlecht behandelt werden, entwickeln sie sich zu einem Vorkrebsstadium (Präkarzinom), in manchen Fällen sogar zu Gebärmutterhalskrebs. Zur Prävention gibt es heutzutage nur eine Impfung für 9 bis 14-jährige Mädchen, doch auch ältere Mädchen und junge Frauen können sich noch impfen lassen. Desweiteren wird regelmäßig ein Scheidenabstrich vom Gynäkologen gemacht für einen HPV-Test, meist in Kombination mit einem PAP-Test, zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

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Was ist Genitalherpes (HSV-2)?

Das Herpes-Simplex-Virus Typ 2 (HSV-2, Herpes genitalis) überträgt sich vor allem durch sexuelle Kontakte und infiziert einen Menschen für den Rest seines Lebens. Übertragen wird das Herpesvirus über Speichel, Sperma, Vaginalsekret oder Prostatasekret.

​Genitalherpes kann längere Zeit latent im Körper vorhanden sein und macht sich nach der Inkubationszeit durch starke Schmerzen, Hautausschläge, Jucken, Brennen und Fieber im Intimbereich bemerkbar. Anschließend äußert sich die Virusinfektion durch kleine Herpesbläschen, die aufplatzen und danach eine Kruste bilden. Die immer wieder auftretenden Krankheitsschübe können nur mit einer oralen oder lokalen Behandlung gemildert werden. Es gibt allerdings keine Aussicht auf eine vollständige Heilung.

Übrigens löst Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (HSV-1, Herpes labialis) überwiegend Lippenherpes​ aus.

Was ist Syphilis?

Syphilis verbinden viele mit dem Mittelalter, doch tatsächlich ist die Krankheit seit einigen Jahren wieder stärker auf dem Vormarsch. Die Infektionskrankheit wird durch ein Bakterium (Treponema pallidum pallidum) ausgelöst. Die Symptome zeigen sich im ersten Stadium durch einen schmerzlosen Hautausschlag (Schanker) an den Genitalien, der sich anschließend auf den ganzen Körper ausbreitet. Der Patient hat Fieber und angeschwollene Lymphknoten. Es gibt nur eine Behandlung: Je nach Ausmaß und Stadium der Krankheit wird eine unterschiedlich hohe Dosis des Antibiotikums Penicillin verabreicht. Bei einer Penicillin-Allergie gibt es andere Antibiotika. Zwar bieten Kondome bei sexuellem Kontakt keinen absoluten Schutz vor Syphilis, aber den besten.

Welchen Schutz gibt es vor sexuell übertragbaren Krankheiten?

Das Kondom ist bis heute die einzige Möglichkeit, sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS zu schützen. Inzwischen gibt es übrigens auch das Kondom für die Frau, das sogenannte Femidom. Dieses Verhütungsmittel kannst du ebenfalls anwenden, um eine Schwangerschaft zu verhindern.

Vor anderen Geschlechtskrankheiten, wie beispielsweise Chlamydien, schützen auch sogenannte Lecktücher, die beim Oralverkehr getragen werden. Abgesehen von absoluter Enthaltsamkeit gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Safer Sex, also den verantwortungsvollen Sex, bei dem beide Partner vor STD-Krankheiten geschützt werden, senkt das Risiko jedoch enorm.

Auch Fingerlinge oder OP-Handschuhe können bei der Stimulation mit der Hand vor Geschlechtskrankheiten schützen, die durch kleine Verletzungen der Haut übertragen werden könnten.

Wann solltest du zum Arzt?

Selbst wenn manche Infektionskrankheiten erfolgreich behandelt werden können ist es unerlässlich, die Symptome so früh wie möglich zu erkennen um jegliche Komplikation von vornherein zu vermeiden. Wende dich sofort an deinen Arzt, wenn:

  • dir eine Veränderung an deinen Geschlechtsorganen auffällt
  • dir ein eigenartiger Ausfluss auffällt
  • du einen Juckreiz oder Brennen im Intimbereich feststellst
  • du Hautveränderungen im Genitalbereich entdeckst

Es ist besonders wichtig, dass du in dieser Zeit auf ungeschützten Geschlechtsverkehr verzichtest und alle Sexual-Partner auf sexuell übertragbare Krankheiten getestet bzw. behandelt werden, um eine neue Infektionen oder deren Verbreitung zu verhindern.

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Weitere detaillierte Informationen zu Geschlechtskrankheiten findest du bei unserem Gesundheitsportal onmeda.de

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