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Liebe & Psychologie

Bin ich wirklich bereit? Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man eine Beziehung eingeht

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 2. Juni 2014

Feste Bindung - ja oder nein? Das sollten wir uns gut überlegen!

Früher war das alles ein bisschen einfacher. Wenn Tom in der Schule 'Willst du mit mir gehen?!' auf einen Zettel gekritzelt hat, dann hatte man die Wahl: ja oder nein. Die haben wir zwar auch heute noch, aber wenn man sich erstmal dazu entschlossen hat, sich zu binden, dann ist es ziemlich schwer, da so schnell wieder rauszukommen. Mit einem 'Nein' auf einem Zettel ist es da nicht getan. Man will schließlich niemanden verletzen, aber auch keinen Fehler machen. Man fürchtet außerdem die Konsequenzen und das Alleinsein. Und deshalb ist es so wichtig, dass man sich vorher so sicher wie möglich ist, dass man eine feste Bindung eingehen will. Hier sind einige Fragen, mit denen sich selbst auf seinen eigenen Bindungswillen testen kann ...

Stehe ich auf eigenen Beinen?

Das Wichtigste bei allen Lebensfragen und auch bei einer Beziehung ist natürlich, dass man sich selbst kennt: Bin ich mit mir im Reinen? Kenne ich meine Schwächen, Stärken, Träume, und Erwartungen? Dann fällt eine Entscheidung umso leichter. Um einem Partner etwas zu geben, muss man mit sich selbst, mit seinem Leben, seinem Job und mit dem, wer man ist, zufrieden sein. Ein eigenständiges Leben, mit beiden Beinen auf dem Boden - das ist ein guter Anfang für eine stabile Beziehung.

Steht der andere auf eigenen Beinen?

Den potenziellen Partner sollte man schon einmal genauer unter die Lupe genommen haben. Natürlich sieht man ihn durch rosa Wölkchen und eine objektive Beurteilung ist so gut wie unmöglich, aber es gibt Anzeichen, die wir nicht ignorieren sollten: Kann er sich nicht entscheiden, ob er viel Nähe oder viel Freiraum braucht? Hat derjenige vielleicht ein Suchtproblem? Wohnt er noch bei seinen Eltern oder braucht er ständig unsere Hilfe für alltägliche Fragen? Man sollte immer bedenken, dass eine Beziehung erst dann schön und sinnvoll ist, wenn sie für beide Partner das Leben besser macht. Und das wird für uns schwierig, wenn unser Gegenüber noch nicht richtig erwachsen ist und es vielleicht auch noch gar nicht sein will oder kann.

Könnte ich allein sein?

Bin ich von anderen abhängig? Kann ich schlecht alleine sein? Gerade wenn man noch nicht lange Single ist, sollte man in Erwägung ziehen, noch einmal eine Zeitlang für sich zu sein - um das Alleinsein zu üben und lieben zu lernen. Denn nur wer unabhängig sein und für sich alleine stehen kann, ist ein Individuum, das gleichberechtigt in einer Beziehung stehen kann. Und die Zweisamkeit richtig genießen kann.

Möchte ich eine feste Bindung eingehen?

Klar ist: Das Leben ist nicht vorbei, wenn man eine Beziehung eingeht. Wir können immer noch in Bars gehen, wir können immer noch tanzen, flirten und Mädeslabende machen. ABER: Wir sind vergeben. Das bedeutet, dass wir viele Freiheiten nicht mehr haben werden und genau das muss man wollen. Wir haben unserem Partner gegenüber eine Verantwortung, für ihn da zu sein. Ihm treu zu sein. Ihm den Rücken freizuhalten. Und Kompromisse für ihn einzugehen. Wollen wir das? Dann raus aus dem Singleleben und rein in die Beziehung!

Weiß ich, was ich will?

Mit jeder gescheiterten Beziehung lernt man dazu. Sie lehren uns, was wir an anderen Menschen besonders mögen und was gar nicht geht in unserem Leben. Wissen wir genau, wie der Partner an unserer Seite sein sollte? Sind wir vielleicht zu anspruchsvoll oder gar zu anspruchslos? Um selbst glücklich zu werden mit dem Partner der Wahl, sollte man sich mit der Zeit ein Bild davon gemacht haben, worauf es für uns im Leben wirklich ankommt. Humor, Nähe und Reisen oder Verlässlichkeit, viel Freiraum und Kultur - wenn man den Traummann in seinen ungefähren Umrissen ein bisschen vor Augen hat, wird es einfacher, eine Entscheidung zu treffen. Und wir fallen mit unseren Versuchen vielleicht weniger oft auf die Nase.

Stimmen unsere Einstellungen, Erwartungen und Ziele überein?

Eins und Eins ergibt nicht immer Zwei. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was man vom Leben erwartet und das mit dem Partner abzugleichen. Kinder, Religion, ein Haus im Grünen - alles, was man sich von seinem Leben wünscht, sollte der Andere zumindest in gewisser Weise auch teilen. Hat er schon einmal durchblicken lassen, dass er niemals Kinder will, für uns jedoch ist das DIE Erfüllung? Solche drastischen Gegensätze darf man nicht ignorieren. Wer schon einmal Puzzle gespielt hat, weiß ja, wie es enden wird ...

Wie ist seine Familie drauf?

Die eigene Familie kann man sich nicht aussuchen - die des Partners aber schon! Hat man ein komisches Gefühl bei den Familienmitgliedern des Neuen? Ist die Mutter so irre, dass man sich schon beim zweiten Abendessen eine Tarnkappe wünscht? Dann muss man ganz ehrlich aus dem Bauch heraus entscheiden, ob man mit dieser Situation den Rest seines Lebens leben könnte. Denn der Druck, den Familien auf eine Beziehung ausüben können, ist nicht zu unterschätzen.

Behandelt er mich gut?

Fakt ist doch: Wir wollen einfach nur glücklich sein. Deshalb ist es wichtig, dass unser Partner seinen Beitrag dazu leistet. Ist er höflich, bemüht er sich und umgarnt uns charmant? Oder spielt er Spielchen mit uns, ist launisch, selbstverliebt und sprunghaft? Fühlen wir uns kontrolliert, manipuliert oder oft kritisiert oder versuchen wir gar, uns zu verbiegen? Alarmstufe Rot! Dann lieber alleine glücklich sein!

Ist da der leiseste Zweifel?

Steht man vor der Frage, sich an einen neuen Menschen in seinem Leben zu binden, sollte man frei von jeglichem Zweifel sein. Wenn da eine - noch so leise - Stimme in uns sagt, dass irgendetwas nicht stimmt, 'der Typ komisch' ist oder es nicht so richtig passen will, dann hat unser Instinkt meistens einen Grund für seine Aufregung. Wir sollten nicht ignorant mit solchen Anzeichen umgehen, sondern sie ernst nehmen. Und vielleicht lieber nochmal weitersuchen. Bis Herz- und Bauchgefühl richtig gut zusammenpassen.

Das Wichtigste: Wie fühle ich mich?

Fühle ich mich geliebt, wertgeschätzt, wohl und gleichberechtigt? Und will ich genauso viel Liebe und Zuwendung geben? Bin ich bereit für kleine Kompromisse und für große Gefühle? Dann herzlichen Glückwunsch! Vermutlich habe ich ihn gefunden. Zugreifen!

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von Fiona Rohde

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