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Liebe & Psychologie

Einmal nochmal 13 sein! Wie wir wieder zum Teenie werden, sobald wir einen Mann toll finden

von Fiona Rohde Erstellt am 26. Oktober 2014
© Getty Images

Ja, als Teenie waren wir schrecklich unsicher. Vor allem, wenn es um Jungs ging. Mit hochrotem Kopf und zitternder Stimme haben wir es kaum geschafft, mit dem Mann unserer Träume auch nur ein paar Worte zu wechseln. Mittlerweile sind wir da erfahrener und super entspannt, wenn es ums andere Geschlecht geht. Unsicherheiten? Pah! Wir sind doch keine 13 mehr! Oder etwa doch?

Sobald es um die Liebe geht, geht all unsere Coolness leider sang- und klanglos unter wie eine Bleiente im Ozean. Sind wir verliebt, herrscht plötzlich Chaos im Körper und Ebbe im Hirn. Bei jeder Freundin, die sich ähnlich verhält, schlagen wir die Hände über dem Kopf zusammen. Doch befinden wir uns selbst im Liebestaumel, setzt leider jede Logik aus.

"Ich könnte ihm jetzt eine SMS zurückschreiben ... aber dann denkt er, ich würde ihm hinterher rennen."

Um Himmels Willen! Warum sollte man dem Menschen, in den man verknallt ist, zeigen, was man empfindet?! Dann doch lieber so tun, als ob man viel zu beschäftigt und desinteressiert sei, um zu antworten. Diesen Blödsinn reden wir uns zumindest ein und begehen Fehler Nr. 1: Wir antworten erst, wenn die Sonne untergegangen ist oder wir langsam bis 100.000 gezählt haben. Unfassbar kindisch, oder?

"Klar kenne ich den Kerl da drüben. Ich denke seit Wochen an nichts anderes ... trotzdem tue ich jetzt so, als ob ich ihn nicht sehe."

Warum ignorieren wir genau den Menschen, für den wir am liebsten sterben würden? Schon als verliebter Teenie war man genau zu dem Jungen garstig, in den man heimlich verschossen war. Und das hat sich leider bis heute nicht geändert. Dabei ist klar: Jeder, der uns beobachtet, sieht uns an der Nase an, dass wir verliebt sind. Nur der heimliche 'Schwarm' nicht, der unser Verhalten als Desinteresse deutet und flüchtet. Schade eigentlich.

"Der Abend mit ihm war wunderbar. Ich muss ihn wiedersehen. Ich denke, ich rufe ihn nächste Woche an. Oder übernächste Woche. Noch besser: Ich schreibe ihm eine SMS ..."

Sich aktiv nach einem Date melden? Auf keinen Fall! Wir hampeln rum, sobald uns jemand extrem wichtig ist, und vergessen dabei, dass man sich gerade in der Kennenlernphase aufgrund von Missverständnissen schnell wieder aus den Augen verliert. Wie soll er denn erahnen, dass er vermisst wird, wenn man ihn zwei Wochen ohne Nachricht lässt?

"Ich werde erst nach ein paar Wochen mit ihm schlafen. Sonst denkt er noch, ich wäre leicht zu haben. Und küssen beim ersten Date ist auch nicht."

Glückwunsch! Das ist der beste Weg, um richtig viel im Leben zu verpassen und unglücklich zu sein. Wenn man sich jeder Umarmung und jedem Kuss entzieht und keine Anstalten macht, dem anderen auch körperlich näher zu kommen, kann der Mann ja nur denken, dass man kein Interesse hat, oder? Und dass man auf diese Art wunderschöne Momente verpasst, lassen wir jetzt mal unter den Tisch fallen.

"Ich werde auf keinen Fall als erste 'Ich liebe dich' sagen. Aus Prinzip nicht."

Großartig. Warum schweigen, wenn einem nach reden ist? Der andere kann keine Gedanken lesen. Und eisiges Schweigen wird ihm kaum signalisieren, dass dir das Herz bis zum Halse klopft. Es müssen ja nicht direkt die berühmten drei Worte sein, aber mit einer liebevolle Gefühlsäußerung bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone.

"Ich erwähne ab und zu, dass ich auch noch andere Männer treffe. Sonst denkt er noch, für mich würde sich sonst niemand interessieren. Und Konkurrenz belebt ja das Geschäft."

Was für ein Blödsinn! Das würde man seiner Freundin sofort auf den Kopf zusagen. Nur man selbst tut es leider trotzdem. 'Mach dich rar, sei ein Star' ist ungefähr die gleiche Liga von dummen Ratschlägen. Klar, muss man nicht mit einer Liebeserklärung beim ersten Date ins Haus fallen, aber ihn eifersüchtig machen, wo man kaum eine gemeinsame Basis aufgebaut hat, könnte das Aus bedeuten, bevor es überhaupt losgeht.

Deshalb:

Nie mehr bis 100.000 zählen, wenn der Mann eures Herzens vor euch steht. Nicht überlegen, taktieren oder abwägen. Ihr befindet euch nicht im Stellungskrieg oder in einer Aufnahmeprüfung, sondern ihr seid verliebt. Das schönste Gefühl der Welt! Deshalb: Auf das eigene Herz hören. Das hat meist mehr Ahnung als jede kindische Teenie-Taktik.