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Paartherapie – Der Weg aus der Krise

von der Redaktion Veröffentlicht am 14. November 2008
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Krisen gibt es in den besten Beziehungen. Zumeist sind es die kleinen alltäglichen Dinge, die es soweit haben kommen lassen. Häufige Ursache hierfür ist, dass die Partner aufgehört haben, miteinander zu reden. Sie leben nur noch nebeneinander her, ohne viel über die Wünsche, Bedürfnisse und Pläne des Anderen zu wissen. Auch schwere Vertrauensbrüche wie das Fremdgehen eines der Partner können es notwenig machen, dass das klärende Gespräch gesucht wird und die Beziehung auf den Prüfstand gestellt wird. Aber wie geht es weiter, wenn die Krise so ausweglos erscheint, dass man schlichtweg nicht mehr weiter weiß?

Reden, reden, reden – Ablauf und Ziele einer Paartherapie

Eines der obersten Ziele einer Paartherapie ist es, die Kommunikation zwischen den Partnern zu verbessern. Hilfe ist dabei deswegen so oft notwenig, da die alltäglichen Streitereien nicht den Kern der Probleme frei an den Tag legen und sich die Partner bei ihren Auseinandersetzungen häufig nur im Kreis drehen. Es kommt zu vorprogrammierten Schlagabtäuschen, die immer gleich - nämlich erfolglos - verlaufen. Missverständnisse lösen hierbei die Kettenreaktion von Vorwürfen, Anklagen, Rechtfertigungen und Verteidigungen aus.

In der Paartherapie sollen die Paare lernen, wieder miteinander zu sprechen und einander zuzuhören. Der Paartherapeut nimmt dabei eine moderierende Rolle ein: Er sorgt dafür, dass beiden Partnern im Rahmen der Paartherapie die Gelegenheit gegeben wird, die eigene Situation und die eigenen Gefühle zu schildern. An den Stellen, die wichtig erscheinen, kann er als Außenstehender und objektiver Beobachter eingreifen und mit Nachfragen dazu beitragen, dass Probleme konkreter benannt werden.

Sind die Probleme im Laufe einer Paartherapie identifiziert gilt es, dass die Partner sich ein gemeinsames Ziel setzen, das sie mithilfe der Therapie erreichen möchten und können. Diese Ziele können je nach Fall ganz unterschiedlich aussehen: Manchmal steht von vornherein fest, dass die Partner zusammenbleiben wollen, aber zum Beispiel Strategien entwickeln möchten, wie sie mit einem Vertrauensbruch oder anderen Problemen umgehen können. Manchmal ist es aber auch das Ziel einer Paartherapie herauszufinden, ob die Partnerschaft überhaupt noch eine Chance hat.

Der richtige Zeitpunkt für eine Paartherapie

Wichtig ist es, dass der richtige Zeitpunkt für eine Paartherapie gefunden wird. Genauso falsch wie bei jeder kleinen Auseinandersetzung gleich an eine Paartherapie zu denken ist es, Probleme zu ignorieren und tatenlos abzuwarten. Über kurz oder lang wird sich bei dieser Situation einer der Partner emotional aus der Verbindung lösen und eine Trennung, die aller Wahrscheinlichkeit nach schmerzhaft ablaufen wird, wird unausweichlich sein.

Bedacht werden sollte zudem, dass beide Partner einer Paartherapie zustimmen sollten. Natürlich wird von einem der Partner die Initiative ausgehen. Wenn dieser aber nur versucht, den anderen zu einer Paartherapie zu überreden und nicht zu überzeugen, werden die Sitzungen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die erhoffte Wirkung zeigen. Ist einer der Partner (noch) nicht bereit, an einer Paartherapie teilzunehmen, ist es auch möglich, dass der andere Partner zunächst alleine die psychologische Unterstützung eines Experten in Anspruch nimmt. Ändert der zunächst unwillige Partner später seine Meinung - da er zum Beispiel durch die Schilderungen des Partners überzeugt wurde -, kann er zunächst einer Paartherapie-Sitzung beiwohnen um beurteilen zu können, ob er doch einen Sinn in dem Unternehmen sehen und Vertrauen zu dem Paar-Therapeuten fassen kann.

Generell gilt: Wenn immer wieder die gleichen Schwierigkeiten in einer Beziehung auftauchen und beide Partner merken, dass sie sich unaufhörlich im Kreis drehen, ist der Moment, zu dem man gemeinsam über eine Paartherapie nachdenken sollte, gekommen.

Wer bietet Paartherapien an?

Kirchliche Organisationen sowie Vereine oder städtische Einrichtungen bieten oftmals für Paare die Möglichkeit, sich in einem ersten Schritt kostenlos beraten zu lassen. Sie haben auch das notwendige Know-How, das Paar gegebenenfalls an geeignete Paartherapeuten weiterzuleiten. Eine Paartherapie bei einem Psychologen ist dabei natürlich kein günstiges Vergnügen. Auch deshalb sollten beide Seiten in die Durchführung einer Paartherapie einwilligen. Die Chancen, die sich durch einen solchen mutigen Schritt allerdings für eine Beziehung und für die Zufriedenheit beider Partner bieten, sollten Ihnen das Geld und die Mühe allemal wert sein.

von der Redaktion