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Liebe & Psychologie

Der Trend Sugar Dating: Sugar Baby sucht reichen Gönner!

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 13. März 2015
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Das Beziehungsmodell reicher, älterer Mann und junge Frau ist nicht neu. Doch Sugar Dating geht darüber hinaus. Hier suchen Frauen ganz bewusst nach einem reichen Mann, der ihnen Geld gibt oder teure Geschenke macht. Von Liebe ist gar nicht unbedingt die Rede. Prostitution oder einfach nur nüchterner Deal?

Das Phänomen Sugar Dating wird im Augenblick viel in den öffentlichen Medien diskutiert, da immer mehr Menschen Sugar-Datingseiten benutzen, um einen reichen Sugar Daddy oder eben ein Sugar Babe zu finden. Die unkonventionelle Dating-Form stammt aus den USA und hat sich mittlerweile in ganz Europa verbreitet - auch in Deutschland. Die Anhänger von Plattformen wie "seekingarrangement.com" und "mysugardaddy.eu" finden die Zweckgemeinschaft zwischen reichem Mann und junger Frau nicht weiter verwerflich.

Das hat durchaus Auswirkungen auf das Verhalten vieler junger Leute: Eine aktuelle Gallup-Umfrage unter 330 dänischen Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren ergab, dass die jungen Leute sexuelle Gegenleistungen für teure Geschenke nicht unbedingt mit Prostitution gleichsetzen. Diese Art von 'Tauschgeschäft' sei völlig in Ordnung. Grund genug, sich das Phänomen einmal genauer anzusehen. Was genau ist ein Sugar Daddy, was ein Sugar Baby und was versteht man unter Sugar Dating?

Der Sugar Daddy

Der klassische Sugar Daddy ist Anfang 40, verdient deutlich mehr als der durchschnittliche Arbeitnehmer und ist beruflich sehr eingespannt. Aus welchen Gründen auch immer, sei es, dass er keine Zeit hat, eine richtige Beziehung zu führen oder schlichtweg keine Lust, beschließt er, sich via Sugar Dating eine möglichst unkomplizierte Frau zu suchen, die ihm in einsamen Stunden Gesellschaft leistet. Die ihn auf Reisen begleitet und ihn schmückt - aber ansonsten keine Ansprüche an ihn stellt. Das lässt er sich dann gerne auch etwas kosten. So darf die Auserwählte an seinem luxuriösen Lebensstil teilhaben, ihn auf Reisen oder Events begleiten, sie erhält Designerkleidung, eine Wohnung und alle Annehmlichkeiten, die das Luxusleben so bietet. Oder eben einen Briefumschlag mit Geldscheinen. Fakt ist: Er hält sie aus, dafür ist sie für ihn da. Wie oft und in welcher Form, das entscheiden beide gemeinsam.

Das Sugar Baby

Die Sugar Babys sind jung und nicht selten sehr karriereorientiert. Oft sind sie Studentinnen, Schauspielerinnen, Models - oder eben ganz normale junge Frauen mit der Sehnsucht nach Geld und einem Luxusleben. Sie wollen einen erfolgreichen, vermögenden Mann an ihrer Seite, der ihren hohen Ansprüchen genügt. Er unterstützt sie dabei finanziell, oft sind auch seine gesellschaftlichen Kontakte für das Sugar Baby hilfreich. Dass sie beim Sugar Dating für die reichen Männer oft nicht mehr als ein unkompliziertes, weil anspruchsloses aber schönes Aushängeschild sind, nehmen sie dabei billigend in Kauf.

Der Deal

Gefunden wird sich beim Sugar Dating über das Internet auf speziellen Datingportalen. Auf Seiten wie "seekingarrangement.com" oder "mysugardaddy.eu" erstellen wohlhabende Männer und junge Frauen ein Profil mit Foto, Mini-Info und Vorlieben. Wie bei anderen Internetportalen wird via Mail und Chat Kontakt aufgenommen. Wenn beide Interesse haben und sich sympathisch sind, lernt man sich kennen und der Deal kommt zustande. Wie weit das Abkommen geht, ob nur gelegentliche Begleitung oder eher lockere Beziehung, ob eher unkörperlich oder nur Sex, ein Abend oder ein Urlaub, ob Geld fließt oder eher dezent teure Geschenke gemacht werden, ob er ihr eine Wohnung als Liebesnest anmietet oder sie einfach nur an seinem luxeriösen Leben teilnimmt, ohne dass explizit Geschenke gemacht werden - das entscheidet jedes 'Paar' dann für sich.

Sicherlich ein beängstigender Trend, weil hier sehr pragmatisch in Liebesdingen agiert wird, wo doch eigentlich Gefühle dominieren sollten statt Geld. Vor allem, wenn es dazu führt, dass Jugendliche ihre Toleranzgrenze hochschrauben, wenn es um Käuflichkeit von Sex und Gefühlen geht, sollten die Alarmglocken schrillen. Aber letztlich bedienen Portale für Sugar Dating existierende Begehrlichkeiten - auf Seiten der älteren Herren und auf Seiten der Frauen, die den Luxus suchen. Nachfrage bestimmt das Angebot sozusagen. Fragwürdig bleibt Sugar Dating trotzdem.

von Fiona Rohde