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Warum ich lieber Single bleibe, als den Falschen zu daten

von Fiona Rohde Erstellt am 25. Juli 2016
Warum ich lieber Single bleibe, als den Falschen zu daten© pexels.com

Die meisten Menschen haben eine unerklärliche Angst davor, alleine zu sein. Darum suchen sie krampfhaft nach dem einen Traumpartner! Sie gehen auf Blind Dates, surfen auf Singlebörsen oder treffen sich beim Speeddating. Und das alles nur aus einem Grund: aus Angst, Single zu sein.

Auch ich kenne diese Angst. Niemanden zu haben, bei dem ich mich fallen lassen kann. Niemanden zu haben, der mir zuhört. Eine kleine innere Panik steigt dann in mir auf und ich habe Bilder im Kopf, wie ich irgendwann alt und einsam sein werde. Die meisten Singles um mich rum haben Dates und irgendwann treffen sie jemanden. Er ist nicht perfekt und passt auch nicht wirklich zu ihnen, aber sie sind froh, nicht mehr alleine zu sein.

Für mich geht das nicht. Ich hab weniger Angst davor, alleine zu sein, als jemanden zu daten, der sich dann als Enttäuschung entpuppt. Statt hinauszugehen in die Welt und einen Menschen für mich zu suchen, male ich mir aus, was alles falsch laufen könnte, wenn ich mich auf einen neuen Menschen einlasse.

Für meine Häschen-in-der-Grube-Taktik fallen mir viele Argumente ein. Ich mag es nicht, meine Zeit mit Menschen zu verbringen, deren Bekanntschaft mich ratlos zurück lässt. Ich hasse das Taktieren und die Spielchen vor dem ersten Date. Ich hasse es, mir anschließend den Kopf darüber zu zerbrechen, warum er auf meine Nachricht nicht antwortet. Und dann - nach Tagen - bekommt man eine SMS mit ein paar hüpfenden Emoticons und nichtssagenden Floskeln. Das mag verbittert und dumm klingen. Aber es gibt wirklich Gründe dafür, den Schwanz einzuziehen und die Scheuklappen aufzusetzen. Nennt mich Angsthase, aber hier sind 10 Gründe, warum ich lieber KEIN Date haben möchte:

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1. Ich habe kein Problem damit, alleine zu schlafen. Ich habe eher eins damit, mit der falschen Person zu schlafen.

Ich fühle mich nicht leer, wenn ich alleine im meinem Bett liege, sondern gut. Es ist auch nicht besser, wenn neben mir jemand liegt, bei dem ich mich frage, ob ich ihn da wirklich haben möchte. Sex ist manchmal quick und dirty und tut gut. Aber manchmal ist es eben auch der Beginn von Intimität und Offenheit. Und nicht immer ist man dafür gewappnet und bereit.

2. Ich habe kein Problem damit, alleine beim Essen zu sitzen. Ich habe eher ein Problem damit, mir mein Essen von schlechter Gesellschaft vermiesen zu lassen.

Ich liebe es, beim Essen in guter Gesellschaft zu sein. Die Betonung liegt auf "guter". Ich würde mich eher mit Ernest Hemingway auf eine Pizza treffen, als mit einem Date, das ganz offensichtlich nur was zum Poppen sucht oder – noch schlimmer – sein Ego aufpimpen möchte. Es gibt so grauenhafte Gesprächspartner: Die, die nicht zuhören, die nur von sich reden, die nur Müll reden, die Dummschwätzer und Langweiler.

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3. Ich habe keine Angst vor Sex mit einer neuen Bekanntschaft. Ich habe Angst vor Sex, der mich frustriert.

Sex ist toll. Ganz klar. Aber ich will nicht jemandem körperlich nah kommen und es am nächsten Morgen bereuen. Dieses blöde Gefühl, dass er es nicht wert war, sich offen und verletztlich zu zeigen. Dass ich etwas geteilt habe, was ich am nächsten Morgen so komplett anders sehe. Manchmal braucht man einfach Sex und fertig. Und dann macht man sich auch keinen Kopf am nächsten Tag, aber nicht selten fühlt man sich nach Sex mit jemand neuem oder fremden aus irgendeinem Grund mies.

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4. Es ist ok, alleine aufzuwachen. Es stört mich eher, neben einem Menschen aufzuwachen, der mir total fremd ist.

Wenn ich morgens aufwache, bin ich noch ganz verschlafen und ohne Schutzpanzer. Da darf niemand neben mir liegen, der von mir erwartet, top auszusehen und eloquent und redegewandt zu sein. Morgens will ich ganz ich selbst sein. Und der, der neben mir im Bett liegt, sollte mir nah sein, nicht fremd. Und schon gar nicht sollte der die gestylte Superfrau vom letzten Abend neben sich suchen.

5. Es ist mir egal, wenn ich nie eine flirtige SMS bekomme. Es nervt mich eher, ständig auf mein Handy zu starren, weil ich auf welche warte, die dann eh nicht kommen.

Man hatte ein Date und dann beginnt dieses Katz-und-Maus-Spiel: Man verbringt seinen halben Tag damit, auf ein Lebenszeichen von ihm zu warten. Alle Gedanken kreiseln um ein kleines Display. Leuchtet es oder leuchtet es nicht? Nervig! Dating mit all seinen Spielchen und Besonderheiten kann super sein - aber manchmal auch so unfassbar viel Energie kosten.

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6. Es geht mir nicht darum, mein Geld zu verschwenden. Ich will meine Zeit nicht verschwenden.

Es ist egal, was so ein Date kostet, ob wir in einem Nobelrestaurant sind, er sein Portemonnaie vergessen hat oder wir eine Clubtour machen. Mir geht es eher um meine Zeit, die mir zu kostbar ist, um sie mit den falschen Menschen zu verbringen.

7. Ich habe kein Problem damit, ich selbst zu sein. Ich habe eher ein Problem damit, wenn ich mit jemandem zusammen bin, der mir das Gefühl gibt, nicht ich selbst sein zu können.

Ich mag nicht ganz einfach sein, aber ich muss mich so geben können, wie ich bin. Wenn ich das Gefühl habe, der andere kommt nicht mit mir klar, verunsichert mich das. Wie oft lernt man jemanden kennen, der einem sagt: "Sei nicht so. Mach dich doch mal locker. Sie mal netter, offener, anders." Ich bin wie ich bin. Wenn mein Gegenüber etwas anderes sucht, dann soll er das tun. Ich bin ja ein Mensch und kein Baukastenprinzip mit Wünsch-dir-was-Modul.

8. Ich habe kein Problem damit, einen Mann zu treffen. Aber ich habe Angst, dass es nicht der eine sein könnte, der mir wichtig wird.

Wenn ich eine neue Bekanntschaft mit zu einer Party nehme, kommen immer wieder die gleichen Fragen: Und, ist er der Richtige? Seid ihr zusammen? Bist du glücklich? Ich will gar nicht mit jedem über mein Gefühlsleben reden. Notiz an mich: Demnächst einfach wieder alleine erscheinen. Oftmals weiß man ja selbst nicht, was aus dem neuen Menschen in eigenen Leben wird. Man macht sich schon genug Druck, dass es diesmal passen sollte, etwas Besonderes wird. So was mit Liebe eben.

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Video von Aischa Butt

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9. Ich habe kein Problem damit, kühl zu sein. Ich habe eher Angst, verletzlich zu sein.

Ich bin lieber auf Abstand, als mir weh tun zu lassen. Natürlich will auch ich mich wieder verlieben. Aber mich von Anfang an mit Feuereifer ins Getümmel zu stürzen, macht eben auch verletzlich. Und dazu ist man nicht immer bereit.

10. Ich habe kein Problem damit, alleine zu sein. Ich habe eher Angst davor, mit jemandem zusammen zu sein, neben dem ich das Gefühl habe, alleine zu sein.

Denn das ist das Schlimmste: Wenn man sich mit jemanden noch einsamer fühlt als allein. Gerade weil da ein Jemand neben mir ist, der mit mir redet. Das fühlt sich richtig mies an.

Eigentlich ...

Ja, eigentlich sollte man alle diese Angsthasen-Gedanken verdrängen. Denn wer nicht sucht, der wird auch nicht finden. Vielleicht muss man also einfach in den sauren Apfel beißen und ein paar Nieten daten und kennenlernen - sie gehören zum Leben eben dazu. Nur genug Kraft dafür sammeln und wissen, was man will, das sollte jeder vorher tun. Denn es laufen zu viele Menschen da draußen rum, die eben genau das nicht tun und dann reihenweise Single-Herzen brechen.

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