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'Busch' is back: Promi-Damen tragen wieder Schamhaar

von Heike Schmidt Veröffentlicht am 1. April 2014

Es ist das Comeback des Jahres: Das Schamhaar ist zurück! Nach langer Abwesenheit erobert es peu à peu sein angestammtes Terrain. Zumindest, wenn man einigen Promi-Damen Glauben schenkt. Sowohl Cameron Diaz und Gwyneth Paltrow als auch Christine Kaufmann gehören zu den Verfechterinnen einer üppigen Intimfrisur. Doch ist Schamhaar tatsächlich kein No-Go mehr?

Sinn und Unsinn in Sachen Schamhaar

Schamhaar "ist verführerisch und geheimnisvoll", schreibt Cameron Diaz in ihrem Buch "The Body Book". Darin widmet die Schauspielerin der Intimbehaarung gleich ein ganzes Kapitel. Der Tenor: Hey Ladys, lasst wachsen statt waxen! Die 41-jährige Schauspielerin plädiert eindringlich dafür, "den hübschen Schleier von Schamhaar, der eure wunderschöne Blume umgibt", stehen zu lassen.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass Cameron Diaz geradezu entsetzt war darüber, dass ihre gute Freundin Gwyneth Paltrow sich einen Busch im '70er Jahre Look' züchtete. Paltrow war tatsächlich eine der ersten, die im Waxing-fixierten Hollywood mit dem Diktat der totalen Nacktheit im Intimbereich brach.

Viele Nachahmerinnen - zumindest solche, die sich öffentlich dazu bekennen - brachte ihr das allerdings nicht ein. Schamhaar gilt nach wie vor bei vielen Frauen (und Männern) als ästhetisches No-Go. Doch wie kam es eigentlich dazu?

Cameron Diaz mit ihrem Buch 'The Body Book' © Getty Images

Schamhaar: In den 70ern ganz normal

Wer mal Bilder von FKK-Fans aus den 70er und 80er Jahren ("Onkel Peter und Tante Inge in Cap d'Agde") oder auch den einen oder anderen Pornofilm aus diesen Dekaden gesehen hat, der weiß: Vor 20, 30 Jahren war Wildwuchs normal - bei Frauen wie bei Männern. Kein Wunder, schließlich feierte man in den wilden 60ern mit Partnertausch und brennenden Büstenhaltern die Befreiung des Körpers. Da hätte eine Intimrasur oder sogar eine haarfreie Zone schlecht ins Bild gepasst.

Doch irgendwann entwickelte sich - wie in der Mode - eine Gegenbewegung. Spätestens Anfang der 90er Jahre kam erst in den USA, dann auch bei uns der Trend zur sorgfältig gestutzten Intimfrisur auf. Deren ästhetische Verfeinerung wurde schließlich die völlig haarfreie Scham. Gleichzeitig wurde die Intimzone immer mehr zum öffentlichen Thema. In Frauenzeitschriften konnte man sich auf einmal über verschiedenen Intimfrisuren mit trendigen Namen (von 'Landing Strip' bis 'Brazilian') informieren.

Doch es formierte sich auch Widerstand gegen das Intimzonen-Styling: "Ich will untenrum nicht aussehen wie eine 10-Jährige" war das Hauptargument vieler Frauen. Noch kritischere Stimmen unterstellten dem Trend, die künstliche Ästhetik von Pornos auf normale Frauen übertragen zu wollen und damit zu einer Porno-isierung der Sexualität beizutragen.

Umfrage: Intimfrisur oder gar nix?

Den meisten Fans von haarlosen Intimzonen ist die feministische Aufladung des Themas herzlich egal - sie tragen untenrum nix, weil sie es so am schönsten finden. Das belegt zumindest eine Umfrage unter den Kunden von Senzera*, einem der größten deutschen Anbieter von Intim-Waxing. Rund 65 Prozent der befragten Frauen gaben an, völlig haarlos im Intimbereich zu sein. Immerhin 26 Prozent tragen dort ein gut gestutztes Dreieck oder einen Streifen.

Danach befragt, welche Intimfrisur sie bei ihrem Partner bevorzugen würden, antwortete die Mehrheit (42 %): "Ich stehe auf blitzeblank - nur glatt ist sexy". Ein gutes Drittel gab an, das Schamhaar des Partners am liebsten gut gestutzt zu sehen. Nur 6 Prozent der Frauen lassen ihrem Partner "Natur pur" durchgehen. Jede fünfte Frau gab an, sich beim Sex unwohl zu fühlen, wenn's doch mal untenrum stoppelt oder sprießt. Allerdings gab die Mehrheit an, auch mit etwas mehr Haar noch Spaß beim Sex zu haben. Immerhin fast jede fünfte Frau glaubt jedoch, dass Intimbehaarung nie wieder chic sein wird.

"Schamhaar ist praktisch!"

Cameron Diaz ist da anderer Meinung. Sie warnt in ihrem Buch Frauen davor, ihre Intimzone per Laser dauerhaft von Haaren zu befreien - falls der Trend zum Kahlschlag abebbt, will man als Frau ja wieder Haar tragen können. Zur Bekräftigung preist sie noch die funktionalen Vorzüge von Schamhaar: "Mal ehrlich: Wie jedes Körperteil sind auch die Schamlippen der Schwerkraft ausgesetzt." Clever kaschieren mit Schamhaar?

Nun gut. Für die Schauspielerin Christine Kaufmann geht es weniger um Tarnung, als um Ästhetik: "Zu meinem Schönheitsbild gehört Schambehaarung dazu", verriet sie der Bild. Ein hübsches Herzchen sei ihr dabei lieber als eine schmale Landebahn. Wir bleiben dennoch skeptisch, ob die prominenten Plädoyers für das Schamhaar auf viele offene Ohren stoßen werden und lassen uns mal überraschen. Die Bikinisaison ist ja nicht mehr weit.

*Quelle: Senzera Kundenumfrage 02/2014

von Heike Schmidt

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