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Das Prohormon DHEA

von der Redaktion Veröffentlicht am 8. November 2007
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Bejubelt, umstritten, mit zahlreichen Vorurteilen behaftet... Die DHEA-Behandlung hat in der Kosmetikindustrie für einigen Wirbel gesorgt. Wir klären Sie über die neue Methode zur Faltenbekämpfung auf.

Es wird gern als Hormon der ewigen Jugend bezeichnet: DHEA. Bei diesem angeblichen Jungbrunnen handelt es sich um ein körpereigenes Hormon, das in der Nebenrindenniere produziert wird. Da die DHEA-Produktion mit zunehmendem Alter abnimmt wurde ein Zusammenhang zwischen dem DHEA-Hormon und Alterserscheinungen vermutet. Woraus
in der Kosmetik wiederum die Idee entsprang diesen Produktionsrückgang mit synthetisch hergestelltem DHEA zu kompensieren um gegen die Hautalterung anzukämpfen.

Das Prinzip
DHEA (eigentlich Dehydroepiandrosteron) ist ein Vorhormon für alle Sexual-hormone, das sich bei Männern in Androgene, bei Frauen in Östrogene verwandelt. Menschen mit einem hohen DHEA-Gehalt sollen unter anderem energievoller sein, ein besseres Gedächtnis haben und eine höhere Knochendichte besitzen. Wie bereits erwähnt vermutet man auch, dass eine Beziehung zwischen Alterung und DHEA-Spiegel besteht, da letzterer ab dem 30. Lebensjahr zurückgeht.
Die Effizienz dieses Hormons ist jedoch umstritten. Verschiedene Studien konnten zwar einige positive Auswirkungen des DHEA-Hormons aufweisen (Gedächtnis, Knochendichte, Muskelmasse, Haut, Depression, etc.) - aber nicht beim Menschen sondern bei... der Ratte. Bisher konnte nicht 100-prozentig bewiesen werden, dass dieses Hormon bei der Linderung von Leiden, die mit dem Alterungsprozess verbunden sind, effizient ist.

Wo sind DHEA-Produkte erhältlich?
In Deutschland sind Hormone allgemein verschreibungspflichtig. DHEA selbst ist in Deutschland nicht zugelassen, kann aber unter gewissen Voraussetzungen über internationale Apotheken bezogen werden.
Was das DHEA-Hormon haltige Produkte betrifft ist im deutschen Handel nur ein Präparat gegen Wechseljahresbeschwerden erhältlich, das neben DHEA auch ein Östrogen enthält. Da Nahrungsergänzungen mit DHEA als nicht zugelassene Arzneimittel gelten sind sie nach Ansicht der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker in Deutschland nicht vertretbar.
Apotheken könnten DHEA-haltige Produkte zwar im Prinzip mittels einer ärztlichen Verordnung importieren, aber auch aus dem Ausland dürfen DHEA-Präparate nur importiert werden wenn sie dort uneingeschränkt verkehrsfähig sind - was bei den meisten Produkten aus den USA oder Holland nicht der Fall ist. Für die deutschen Apotheker ist es zudem praktisch unmöglich festzustellen, ob diese Bedingung erfüllt wird oder nicht.
Natürlich kann das "Wundermittel" DHEA über Internet bezogen werden. Doch davon ist dringend abzuraten. Falls Sie sich dennoch auf dieses Abenteuer einlassen möchten sollten Sie darauf achten, dass Wirkstoff, Dosierung (auf keinen Fall mehr als 25 mg pro Tag!), Datum und Lot-Nummer auf jedem Produkt vermerkt sind. Sie müssen sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass bei der Beschaffung per Internet keine Garantie besteht, dass selbst diese Angaben auch wirklich korrekt sind!

Die DHEA-Produkte
DHEA wird im Labor künstlich oder auf Basis einer pflanzlichen Substanz namens Diosgenin hergestellt. Produkte, die die DHEA-Produktion angeblich auf natürlichem Weg stimulieren, entbehren jeglicher Legitimität, da der Organismus nicht über die Enzyme verfügt, die zur Umwandlung dieser Stoffe notwendig sind.
Die auf dem DHEA-Hormon basierenden Cremes wurden keiner offiziellen Studie unterzogen, die die Effizienz dieser Produkte belegen könnte.
DHEA ist in Form von Kapseln oder Tabletten erhältlich.

Risiken
- Absolute Kontraindikationen sind: Brust-, Uterus- oder Prostatakrebs in der Krankheitsvorgeschichte. Denn durch die DHEA-Einnahme können hormonabhängige Krebsformen (Prostata, Brustkrebs, Uteruskrebs) zum Wachstum angeregt werden.
- Auch das Herz-Kreislauf-Risiko, das mit der Senkung des sogenannten ‘guten’ HDL Cholesterins zusammenhängt, muss in Betracht gezogen werden.
- Bei einer Frau in der Menopause darf die Hormonersatzbehandlung auf keinen Fall zu Gunsten der DHEA-Einnahme abgebrochen werden. Die beiden Behandlungen dürfen auch nicht miteinander kombiniert werden um eine Östrogen-Überdosis zu vermeiden.


Was sagt das Gesetz?
Es liegt im Bezug auf das DHEA-Hormon keine klare Gesetzgebung vor. Da die genauen Auswirkungen und die reelle Effizienz dieses Hormons nicht bekannt
sind liegt die Verantwortung bei den Ärzten und Apothekern, die die Präparate verschreiben bzw. importieren. Weder verboten noch autorisiert: Das Wundermittel DHEA befindet sich juristisch gesehen in einer ungewissen Schwebesituation.

von der Redaktion

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