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Kosmetik: Alles rund ums Thema Schönheit

Julia Windhövel
von Julia Windhövel Veröffentlicht am 16. Februar 2010
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Kosmetik ist ein Begriff, der viele verschiedene Dinge mit einschließt: Grundsätzlich lässt sich unter Kosmetik alles fassen, was zur Pflege und Verschönerung des Körpers zählt. Zum Thema Kosmetik gehören ganz unterschiedliche Schönheitstraditionen, Kosmetik findet oft aus medizinischen Erwägungen Verwendung. Kosmetik wird zur Reinigung eingesetzt, Kuren dienen kosmetischen Zwecken, es gibt Kosmetik, die gegen Alterungsprozesse eingesetzt wird und sogar Kosmetik, mit der Tote ein letzte Ma hergerichtet werden.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff "Kosmetik" zunächst einmal das tägliche Make-up, den Lippenstift, Lidschatten oder das Puder. Das Feld der Kosmetik ist aber viel weiter, denn es gibt zum Beispiel eine Vielzahl von Berufe, die sich ausschließlich und allein der Kosmetik verschrieben haben.

Die Geschichten der Kosmetik
Wie sehr unser Schönheitsideal und damit auch unsere Kosmetik mit der Kultur und den Traditionen zusammenhängen, erkennt, wer eine Reise in die Vergangenheit oder auch in ferne Länder unternimmt, wer Archäologen über die Schulter schaut alte Fotos ansieht. Anhand der Kosmetik kann man Zeiten und Orte bestimmen, aber auch Bedingungen, die das Leben prägen. Ein sehr markantes Beispiel für Kosmetik, die ein Spiegelbild des Lebens sein kann, ist jenes von den feinen Damen, die noch vor wenigen Jahrzehnten bedacht darauf waren, möglichst blass zu sein und ihrer Blässe durchaus auch mit Kosmetik nachhalf.

Für viele Jahrhunderte konnte nur blass sein, wer nicht unter der Sonne schuften musste. Blässe war also ein Zeichen von Wohlstand und Exklusivität. Bei uns ist das heute ins genaue Gegenteil umgekehrt: Wer Geld hat, reist in den sonnigen Süden, wir entspannen uns bei einem Sonnenbad und es gibt längst nicht mehr so viele Berufen, die allein im Freien ausgeübt werden. Eine knackige Bräune ist in unserer Gesellschaft ein Zeichen von Gesundheit und Körperbewusstsein. Es gibt Kosmetik, etwa Bräunungscremes und Solarien, die gewünschte Bräune künstlich herstellen können.

Kosmetik und das heutige Schönheitsideal
Dass das heutige Schönheitsideal gebräunter Haut irgendwann wieder ins Gegenteil verkehrt wird, ist nicht unwahrscheinlich. Der Kajal, Kosmetik für die Augen, ist beispielsweise schon bei den Ägyptern verwendet worden und hat erst heute bei uns wieder eine ungeheure Bedeutung. Henna, Kosmetik aus dem Hennastrauch, wird in einigen Kulturen seit Jahrhunderten genutzt, wird bei uns immer mal wieder populär und verliert diese Popularität auch wieder.

Es gibt allerdings auch Kosmetik, die man heute einfach nicht mehr benutzen könnte: Gewisse Kosmetik-Moden alter Völker waren derart giftig (weil sie zum Beispiel aus Schwermetallen bestanden), dass sie heutzutage verboten wären. Es gibt auch immer wieder Epochen, die streng religiös geprägt sind, und in denen es vor allen Dingen Frauen verboten ist, ihr Aussehen mit Kosmetik zu verändern. Kosmetik kann auch ganze Kulturlandschaften prägen, etwa der Rosenanbau auf riesigen Flächen in Bulgarien oder Frankreich zur Herstellung von Düften und Ölen oder die Produktion von Arganöl, ein exklusives Speiseöles, das als Kosmetik für innen und außen gilt und zurzeit, da sich die Wirksamkeit international herumgesprochen hat, Gesellschaft und Produktion in Marokko verändert.

Berufe im Bereich Kosmetik
Kosmetik ist heute auf vielfältige Weise ein wichtiger Wirtschaftszweig in Europa, und damit auch ein sehr abwechslungsreiches Berufsfeld. Im Bereich der Produktion kommt es heute immer mehr darauf an, biologisch kontrollierten Standards zu entsprechen. Es gibt auch Studienberufe im medizinisch-pharmazeutischen Bereich, die sich auf Forschungsarbeiten im Feld der Kosmetik spezialisieren. Ausbildungsberufe auf dem Gebiet der Kosmetik sind zum Beispiel die Kosmetikerin, die Friseurin, die Fachkraft im Bereich Beauty und Wellness, aber auch Farb- und Imageberaterinnen gehören dazu.

Kosmetik daheim
In den Buchläden sind die Ratgeber für Kosmetik aller Art nicht zu überschauen, jeder Supermarkt, die Bioläden, Kaffeegeschäfte treten mit Drogerien auf dem Feld der Kosmetik in Konkurrenz, selbst die Dienstleister, etwa Friseure, stellen sich gerne zur Beratung bereit und bieten Kosmetik für daheim an. Das alles wird noch übertroffen von der Kosmetik im Internet. Für alle Bereiche, nahezu alle Produkte, alle Probleme und jede Gestaltungsidee auf dem weiten Feld der Kosmetik gibt es Menschen, die über Foren einander helfen, sich gegenseitig beraten, Tipps und Warnungen bereithalten.

Inzwischen gibt es Portale, die Tipps Rund um Kosmetik zum Selbermachen bereithalten, alte Hausmittelchen ausgraben und beschreiben (wobei die berühmten Gurkenmasken noch die simpelste Form sind).

Kosmetik aus medizinischen Gründen
Kosmetik ist nicht einfach nur der Bereich der Mittel, die helfen, einem Schönheitsideal näherzukommen, Kosmetik ist vielen sehr wichtig, weil sie mit kleinen Problemen oder auch größeren medizinischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Hautunreinheiten bei Jugendlichen sind ein klassisches Problem, das mit großen Komplexen und psychischen Folgewirkungen einhergehen kann und daher absolut ernst zu nehmen ist. Daher stellt sich die Frage, wie solchen Hautveränderungen durch Kosmetik beizukommen ist. Für den großen Bereich der Hautprobleme gibt es den Begriff der dermatologischen Kosmetik, unter dem Mediziner die fachliche Unterstützung zur Reinigung, Pflege oder Beeinflussung des Aussehens vereinen. Vielfach ist der fachliche Rat von Experten unabdingbar.

Kosmetik und Qualität
Die Frage der Qualität ist im Bereich der Kosmetik natürlich von großer Bedeutung. Daher hat der Gesetzgeber schon seit den 1920er Jahren Richtlinien für Produkte rund um Kosmetik aufgestellt. In Deutschland finden sich diese Richtlinien für den Bereich Kosmetik traditionell im Lebensmittelgesetz. Grundsätzlich muss es immer um eine zeitgemäße Einschätzung von Inhaltsstoffen der Kosmetik gehen. Um das zu gewährleisten, müssen alle Inhaltsstoffe aufgeführt werden und es muss deutlich sein, in welchem Bereich die Kosmetik angewendet werden darf (z.B. „Augenpartie aussparen).

von Julia Windhövel